Plagiatsaffäre: Mathiopoulos kämpft weiter um ihren Doktortitel

Es ist eine der langwierigsten Plagiatsaffären Deutschlands: Kürzlich hatte ein Gericht entschieden, dass Margarita Mathiopoulos der Doktortitel entzogen werden durfte. Aber die frühere FDP-Beraterin gibt nicht auf - und will gegen das Urteil in Berufung gehen.

Margarita Mathiopoulos: Sie will die Entscheidung des Kölner Gerichts nicht hinnehmen Zur Großansicht
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Margarita Mathiopoulos: Sie will die Entscheidung des Kölner Gerichts nicht hinnehmen

Die Plagiatsaffäre um Margarita Mathiopoulos dauert nun schon länger als 20 Jahre, doch die FDP-Politikerin kämpft um ihre akademischen Meriten wie am ersten Tag: Die Unternehmerin, Honorarprofessorin und ehemalige Westerwelle-Beraterin hat Berufung gegen die Aberkennung ihres Doktortitels eingelegt. Das Gerichtsurteil des Verwaltungsgerichts Köln sei "rechtswidrig und nicht verfassungskonform", teilte Mathiopoulos am Mittwoch in Berlin mit.

Mathiopoulos hatte 1986 in Bonn promoviert, mit der Arbeit "Amerika: Das Experiment des Fortschritts. Ein Vergleich des politischen Denkens in den USA und Europa". Einige Jahre später tauchten erstmals Plagiatsgerüchte auf. Anfang der neunziger Jahre hatte eine stichprobenartige Überprüfung dann gravierende handwerkliche Mängel in der Dissertation ergeben. Weil sie aber keinen Täuschungsvorsatz erkennen konnte, entzog die Uni den Doktorgrad damals nicht.

Im Nachgang der Guttenberg-Affäre gruben Plagiatsjäger im Netz dann zahlreiche Fundstellen aus und dokumentierten sie auf der Webseite VroniPlag. Die Universität überprüfte die Dissertation daraufhin erneut und revidierte ihr früheres Urteil. Die Entscheidung von 1991 sei aus heutiger Sicht objektiv rechtswidrig und konnte daher aufgehoben werden, teilte die Hochschule mit.

Im April beschloss die Uni, den Titel einzuziehen. Dagegen zog Mathiopoulos vor Gericht. Sie wehrt sich gegen die Plagiatsvorwürfe mit der Begründung, dass der Fakultätsrat der Uni Bonn 1991 keinen Täuschungsvorsatz festgestellt und ihr damals den Titel auch nicht entzogen habe. Im vergangenen Dezember entschied dann aber das Verwaltungsgericht Köln: Die Uni Bonn durfte Mathiopoulos den Doktortitel aberkennen.

Mathiopoulos droht Verlust der Honorarprofessuren

Mathiopoulos studierte Geschichte, Politikwissenschaften und Jura in Bonn, an der Sorbonne, in Harvard und Stanford. Sie stand in den achtziger Jahren der SPD nahe und wurde bundesweit bekannt, als sie der damalige SPD-Vorsitzende Willy Brandt 1987 zur Parteisprecherin machen wollte. Es folgte heftige innerparteiliche Kritik an Brandt und Mathiopoulos entschied sich gegen den Posten. Später trat Mathiopoulos der FDP bei und beriet den damaligen Parteivorsitzenden Guido Westerwelle in Fragen der Sicherheitspolitik.

Mathiopoulos hat an der TU Braunschweig und der Uni Potsdam eine Honorarprofessur inne. Technische Universität Braunschweig will eine bestehende Honorarprofessur widerrufen, wenn die Aberkennung des Doktorgrades rechtskräftig ist. Das gleiche Vorgehen hat die Universität Potsdam angekündigt.

fln/dpa

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1. TU Braunschweig und Uni Potsdam sind staatliche Hochschulen
kostverächter 17.01.2013
Frau Mathiopoulos sollte sich von den staatlichen Fleischtöpfen verabschieden. Als FDP-Mitglied könnte sie doch an einer privaten Hochschule unterkommen können?
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