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Medikamente für Studenten: Pillen gegen die Panik

Der Uni-Stress nagt an Deutschlands Studenten: Viele leiden unter Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder Depressionen und schlucken dagegen Pillen. Fast zehn Prozent der Medikamente, die sie verschrieben bekommen, sind Psychopharmaka.

Die eine kann nicht wieder einschlafen, obwohl noch so viel übrig ist von der Nacht - und sie am nächsten Tag fit sein muss. Der andere sieht keinen Sinn darin, überhaupt aufzustehen und weiter zur Uni zu gehen. Wieder ein anderer kann sich einfach nicht auf das Geschichts-Buch konzentrieren, das er gerade liest.

Pillen-Alarm: Studenten greifen besonders oft zu Antidepressiva
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Pillen-Alarm: Studenten greifen besonders oft zu Antidepressiva

Viele Studenten haben gesundheitliche Probleme - das ergab eine Studie der Techniker Krankenkasse (TK) unter rund 130.000 Studenten im Alter von 20 bis 34 Jahren. Mehr als ein Drittel der Befragten gab an, sich nur schwer konzentrieren zu können, unter Nervosität, Kreuz-, Rücken-, Nacken- oder Schulterschmerzen zu leiden. Mehr als ein Viertel hat Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen. 16 Prozent sagten, dass sie innerhalb des vergangenen Jahres depressive Verstimmungen hatten.

Fast zehn Prozent der Medikamente, die den Studenten verschrieben wurden, waren der Untersuchung zufolge Psychopharmaka. Die Studenten erhielten fast die Hälfte mehr Antidepressiva als Berufstätige der gleichen Altersgruppe.

Der Anteil der Studenten, die Antidepressiva erhalten, nehme mit dem Alter zu. "Von den 30- bis 34-Jährigen bekamen mehr als drei Prozent der männlichen und fast sechs Prozent der weiblichen Studenten Medikamente gegen Depressionen verordnet", sagte Volker Clasen, Sprecher der TK Schleswig-Holstein. Studenten in Schleswig-Holstein schlucken besonders häufig Psychopharmaka. Die Gründe für den besonders hohen verbrauch sind unklar.

Doch was belastet die Studenten so sehr? Die Gründe, die die angehenden Akademiker angaben: Zeitdruck, Hektik, hohe fachliche Anforderungen, Lärm, fehlende Rückzugsmöglichkeiten. "Die Auffälligkeiten zeigen, dass Leistungsdruck und Stress mit allen negativen Folgen zum Uni-Alltag gehören", so Clausen

kat/dpa

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