Welche Uni gilt als gut? Welche sollten Abiturienten eher meiden? Jedes Jahr stellen sich deutsche Schulabgänger diese Fragen, und zig Rankings versuchen, Antworten zu geben. Jetzt ist ein neues erschienen: Die Bewertungsplattform MeinProf.de hat die zehn besten Hochschulen Deutschlands gekürt. Auf Platz eins landet in diesem Jahr die Hochschule Aschaffenburg, gefolgt von der Uni Köln und der Uni Gießen.
Während Aschaffenburg bereits fünfmal auf dem Siegertreppchen landete, schafften es Köln und Gießen zum ersten Mal unter die Top Ten. Auf den weiteren Plätzen folgen: die Hochschulen Landshut und Koblenz, die Fachhochschule Frankfurt, die Technische Hochschule Mittelhessen sowie die Hochschulen Kempten, Pforzheim und München. Diesem Ranking nach zu urteilen kommen die besten Unis also aus dem Süden und Westen des Landes.
Um an der Bewertung für die Rangliste teilzunehmen, müssen die Studenten sich online registrieren und können dann Seminare und Vorlesungen bewerten - nicht nur an ihrer Hochschule, sondern auch an anderen. Die Plattform gibt es seit Herbst 2005. Seitdem haben Nutzer rund 425.000 Bewertungen abgegeben, eine Eins ist dabei der geringste, eine Fünf der höchste mögliche Punktewert. Alle 425.000 Bewertungen fließen dabei in das jährliche Ranking mit ein, aktuelle Wertungen werden bevorzugt, allerdings geben die Betreiber sich bei genaueren Informationen zum Beurteilungssystem wortkarg. Zwar sind die Ergebnisse nicht unbedingt repräsentativ, geben zur Orientierung aber dennoch einen guten Einblick in die Hochschulwelt.
Die Studenten beurteilen dabei die Lehrveranstaltungen immer in sieben verschiedenen Kategorien: Fairness, Unterstützung, Material, Verständlichkeit, Spaß, Interesse und dem Verhältnis von Note zu Aufwand. Aus all diesen Bewertungen errechnet MeinProf.de für sein Ranking ein Gesamtergebnis.
Viele Professoren zogen wegen des Portals vor Gericht
Fünf junge Männer, damals alle Studenten an der TU Berlin, hatten die Idee zu dieser Website. Sie hätten eines Abends zusammengesessen und diskutiert, welche Seminare sie im kommenden Semester belegen wollen, schreiben sie auf der Webseite. Dabei stellten sie fest: Es gibt keinen zentralen Ort, an dem Studenten festhalten können, wie ihnen ein Seminar, eine Vorlesung gefallen hat. Schließlich gründeten sie MeinProf.de.
Professoren hat das nicht unbedingt gefallen - schließlich sind sie es nicht gewohnt, in aller Öffentlichkeit bewertet zu werden. Genauso wie Lehrer gegen das Bewertungsportal Spickmich.de vorgingen, zogen auch Professoren immer wieder gegen MeinProf.de vor Gericht. So forderte beispielsweise ein Professor der Fachhochschule Regensburg, dass seine Daten und Bewertungen komplett gelöscht werden. Er scheiterte. Die über ihn eingestellten Äußerungen seien von der Meinungsfreiheit gedeckt, urteilten die Richter (Aktenzeichen: 1 O 1642/08).
fln
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik UniSPIEGEL | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Studium | RSS |
| alles zum Thema Hochschul-Rankings | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH