Mit Vollgas an die Uni: Wir Turbo-Studenten

In den Hörsaal, wenn andere Ferien machen, und zwei Semester studieren in einem Sommer - wer macht denn so was? Theresa, Korbinian, Astrid und Hans-Christian wollen der Erstsemester-Flut im Herbst ausweichen und wählten den Turbo-Zugang an die Unis. Ihre Mitschüler hielten sie für bescheuert.

Turbo-Studenten: "Ich mache einfach mehr Stoff in weniger Zeit" Fotos
Franz Ehrenhauser

Raus aus der Schule, rein in den Vorlesungssaal: Während ihre Klassenkameraden noch mit dem Sektglas in der Hand über Schulzeiten plaudern oder die letzten großen Ferien planen, sitzt Theresa im Unigebäude und hört ihre erste Vorlesung in Europäischer Kulturgeschichte. Vormittags hat ihr der Direktor das Abiturzeugnis verliehen, nachmittags ist sie schon Studentin.

Theresa ist eine der letzten Abiturienten, die in Bayern das Gymnasium in 13 Jahren absolviert haben. Anfang April haben die sogenannten G-9-Abiturienten ihre letzten Abi-Klausuren geschrieben - und seit dem 2. Mai sitzen einige von ihnen jetzt im Vorlesungssaal. Weil im Wintersemester aufgrund der Abschaffung der Wehrpflicht und des doppelten Jahrgangs die Erstsemester-Flut droht, haben die G-9-Abiturienten in Bayern die Möglichkeit, schon zum Sommersemester das Studium zu beginnen.

Vier Turbo-Studenten erzählen, warum sie nicht als Au-Pair oder Praktikant ins Ausland gehen, sondern sich gleich in ein Studium stürzen - von der Abi-Fahrt direkt in den Hörsaal.


1. Teil: Die Turbo-Studenten

2. Teil: Theresa-Sophia Kultschytzky, 19 -"Unser Jahrgang hat uns für bescheuert erklärt"

3. Teil: Korbinian Greim, 19 - "Meine Eltern haben mein Abiturzeugnis abgeholt"

4. Teil: Astrid Ehrenhauser, 19 - "Meine Freunde dachten, ich bin verrückt"

5. Teil: Hans-Christian Riess, 19 - "Für Urlaub hatte ich keine Zeit"

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insgesamt 90 Beiträge
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1. Fleissige Ameisen
Quatschtuete 26.05.2011
Zitat von sysopIn den Hörsaal, wenn andere Ferien machen und zwei Semester studieren in einem Sommer - wer macht denn sowas? Theresa, Korbinian, Astrid und Hans-Christian wollen der Erstsemester-Flut im Herbst ausweichen und wählten den Turbozugang an die Unis. Ihre Mitschüler hielten sie für bescheuert. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,764600,00.html
Diese Typen sind schon super dressiert und dem Leistungszwang angepasst. Werden mal super Arbeitnehmer. Als Mensch würde ich den Verlust des zeitweiligen Müssigganges des Studiums nachtrauern.
2. Globale Optimierung
Spieglein_an_der_wand_2 26.05.2011
Zitat von sysopIn den Hörsaal, wenn andere Ferien machen und zwei Semester studieren in einem Sommer - wer macht denn sowas? Theresa, Korbinian, Astrid und Hans-Christian wollen der Erstsemester-Flut im Herbst ausweichen und wählten den Turbozugang an die Unis. Ihre Mitschüler hielten sie für bescheuert. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,764600,00.html
Wer seine Ressource optimal ausnützen will und das Wort "ausnützen" beschreibt den globalen Vorgang vortrefflich, der studiert natürlich schon im Sommer.
3. ...
OlafKoeln, 26.05.2011
Zitat von sysopIn den Hörsaal, wenn andere Ferien machen und zwei Semester studieren in einem Sommer - wer macht denn sowas? Theresa, Korbinian, Astrid und Hans-Christian wollen der Erstsemester-Flut im Herbst ausweichen und wählten den Turbozugang an die Unis. Ihre Mitschüler hielten sie für bescheuert. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,764600,00.html
Völlig richtig gemacht. Gratulation. Diese Möglichkeit des früheren Beginns sollte es aber immer geben.
4. Geht alles
jgb 26.05.2011
Natürlich, kann man das Durchziehen. Vor der Prüfung den Stoff reinziehen, Nach der Prüfung wieder vergessen. Ob man das allerdings auch Studium nennen kann ist eine andere Frage. Das meiste habe ich in meinem Studium in Veranstaltungen gelernt, die keine Pflichtveranstaltungen waren. Den hier waren Dozenten denen das Thema am Herzen lag und Studenten die sich für das Thema wirklich interessierten. Ich habe z. B. 2 Nebenfächer gewählt obwohl ich mich nur in einem musste prüfen lassen. Ich habe Blockseminare von Externen besucht die ich für die Prüfungen garnicht brauchte. Studieren heißt auch, nach links und rechts schauen, und das kostet auch Zeit.
5. Generation Burnout
achtmalklug 26.05.2011
Richtig so. Zentralabi durchackern und dann direkt weiter an die Uni weil man ja eh noch in der Lernphase ist. Noch ein bisschen was aufholen weil man in der Regelstudienzeit fertig werden und nen guten Abschluss haben will und noch was nebenher machen weils einen interessiert, Praktika, Blockseminare und für Klausuren lernen in der vorlesungsfreien Zeit. Hab ich auch so gemacht (damals noch ohne Zentralabi). Zwischendurch noch Bund und nebenher studiert. Erster Bachelor-Jahrgang mit allen Querelen und Umstellungsschwierigkeiten. Dito im Master. Erkenntnis kurz vor Studienabschluss: Es war unnötig und völlig bescheuert sich so zu stressen. Ein Jahr mehr oder weniger interessiert hinterher ja doch keinen. Diese südkoreanische Arbeitsmentalität ist alles andere als nachahmenswert.
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Ricks Abi-Blog: Ein Ende als Anfang
Da muss er jetzt durch: Rick Noack, 18, macht dieses Jahr sein Abi an einem Dresdner Gymnasium. Im SchulSPIEGEL schreibt er bis zum Sommer 2011 über die schönsten und stressigsten Momente:

Teil 1: Bekenntnisse einer Mathenull

Teil 2: Zwischen Superstrebern und falschen Freunden

Teil 3: Abiturient sein heißt, vom Kindergarten zu träumen

Teil 4: "Seid ihr wirklich so dumm?"

Teil 5: Karriere? Nicht mit uns!

So funktioniert Bayerns Express-Studium
1. Schneller zur Hochschulreife
Durch den Beginn zum Sommersemester soll der doppelte Abiturjahrgang des Jahres 2011 zeitlich entzerrt werden. Das Abitur des G9-Jahrgangs, der also noch nach 13 Jahren das Abi macht, wurde auf März/April vorgezogen, um den Abiturienten einen Beginn zum Sommersemester zu ermöglichen. Die G8-Abiturienten schreiben wie immer im Mai.
2. Schneller an die Uni
Über 300 Studiengänge haben in Bayern zum 2. Mai 2011 begonnen. Die Zahl der Studienanfänger ist um 8.455 auf 13.392 gestiegen. Wie viele Erstsemester G9-Abiturienten sind, kann das bayerische Wissenschaftsministerium jedoch nicht beziffern. Sonderkonditionen gibt es für die G9-Abiturienten nicht, sie nehmen ein reguläres Studium auf.
3. Doppelt vollgepackt studieren
Manche Studiengänge bieten jedoch ein sogenanntes „Two-in-one-Studium“ an: Die Erstsemester können zwei Semester in einem studieren, um so im Oktober in das dritte Semester einzusteigen. Wer ein Studium beginnen möchte, das nur zum Wintersemester anfängt, kann auf ein "Überbrückungsangebot" im Sommersemester ausweichen. Dieses zählt nicht als Fachsemester. Die erbrachten Leistungen im "Überbrückungsangebot" können jedoch im Wintersemester auf ein gleichwertiges Studium angerechnet werden.
4. Das dicke Ende kommt im Herbst
Die große Abiturientenflut wird auf Bayern allerdings erst im kommenden Wintersemester 2011/2012 zurollen: G8- und G9 Abiturienten strömen zeitgleich an die Universitäten. Hierfür wurden in Bayern 38.00 neue Studienplätze sowie 3.000 zusätzliche Personalstellen geschaffen. Auch die Lehr-, Labor- und Studienräume wurden erweitert. Ob die Zusatzmaßnahmen reichen werden, um dem Ansturm gerecht zu werden, wird sich im Oktober 2011 zeigen.

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Abitur-Überflieger: Die Besten der Besten

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