Appell einer US-Mutter: "Mädchen, findet einen Mann auf dem Campus!"

Studenten an der US-Universität Princeton: Nachschub für den Hochzeitsmarkt Zur Großansicht
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Studenten an der US-Universität Princeton: Nachschub für den Hochzeitsmarkt

Studium, Karriere? Ach was. Frauen an der US-Universität Princeton sollten sich lieber damit beschäftigen, auf dem Campus nach einem Ehemann zu suchen - findet zumindest eine Mutter, die einst selbst an der Elite-Schmiede studierte. Für ihren offenen Brief erntet sie nun beißenden Spott im Internet.

Susan Patton hat keine Tochter. Vielleicht bereut sie das gerade, denn dann hätte sie ihre Tipps für eine glückliche Ehe bei ihr loswerden können. Stattdessen verfasste die Amerikanerin einen offenen Brief - an die Studentinnen an der elitären Princeton University, "die Töchter, die ich nie hatte". Leser und Journalisten überschütten sie dafür nun im Internet mit Häme und Spott.

Patton, die in den siebziger Jahren selbst in Princeton studierte, schrieb am Freitag in ihrem Leserbrief an die Studentenzeitung "The Daily Princetonian": Das Glück der meisten Studentinnen hänge unweigerlich an dem Mann, den sie heirateten. "Und Ihr werdet nie wieder diese Anhäufung von Männern finden, die Eurer würdig sind." Deswegen rät sie jungen Frauen an der renommierten Hochschule: "Findet einen Ehemann auf dem Campus, bevor Ihr Euer Studium beendet."

Die Webseite der Studentenzeitung war am Samstag nicht zu erreichen, aber die britische "Daily Mail" veröffentlichte den Brief ebenfalls. Es ist nicht nur der Inhalt des Schreibens, sondern auch der Ton, der der zweifachen Mutter aus New York so viel Spott einbringt. Ihre Söhne seien beide "Princetonianer", schreibt sie. Ihr älterer Sohn habe die Weisheit und das große Glück besessen, eine Kommilitonin zu heiraten - "aber er hätte jede haben können". Ihr jüngerer Sohn sei noch nicht so weit mit seinem Studium. "Das Universum der Frauen, die er heiraten kann, ist endlos."

Für den Hochzeitsmarkt überqualifiziert

Männer entschieden sich üblicherweise für Partnerinnen, die jünger, weniger intelligent und weniger gebildet seien, stellt Patton fest. Für Frauen sei es hingegen frustrierend, wenn der Mann ihr in Fragen der Intelligenz nicht wenigstens das Wasser reichen könne. Absolventinnen von Princeton seien jedoch für den Hochzeitsmarkt da draußen überqualifiziert - und sollten deshalb alles daransetzen, sich noch während des Studiums zu binden.

Pattons Appell stieß in der amerikanischen Presse auf wenig Verständnis. Dass eine heterosexuelle Beziehung nur dann funktioniere, wenn der Mann schlauer sei als die Frau, sei "entsetzlich altmodisch", schreibt das New Yorker Magazin "The Cut". Nach dieser Logik stellten sich Mädchen immer noch doof, wenn sie ein Date für den Schulball an Land ziehen wollten.

"Ihre Einstellung gegenüber Männern ist fast so albern und beleidigend wie ihre Haltung gegenüber Frauen", kommentierte ein Leser. Eine Journalistin der "Huffington Post" fragte Patton entrüstet: "Glauben Sie wirklich, dass es außerhalb der Ivy League keine intelligenten Leute gibt?" Princeton gehört wie Harvard und Yale zur Ivy League, einer Gruppe amerikanischer Elite-Universitäten.

"Ich wollte jungen Frauen einen ehrlichen Rat geben"

Patton, die nach Angaben des Magazins im vornehmen New Yorker Viertel Upper East Side als selbständige Personalberaterin arbeitet, zeigte sich überrascht über so viel Wirbel. "Ich wollte jungen Frauen auf dem Campus einen sehr grundlegenden, ehrlichen und einfachen Rat geben", sagte sie "The Cut". Sie sei keine Antifeministin, und ihr sei klar, dass nicht alle Frauen heiraten wollten. Aber die Männer in Princeton seien nun einmal die besten.

2006, als Pattons jüngerer Sohn in Princeton angenommen wurde, veröffentlichte die Uni bereits einen Brief von ihr: "Ich bin so stolz, dass ich platzen könnte", schrieb sie damals. Ihre Eltern hätten den Holocaust überlebt und nie verstanden, warum sie an die Universität wollte. Doch sie habe sich aus eigener Kraft hochgearbeitet.

Ihr Ex-Mann sei auf eine fast unbekannte Hochschule gegangen, sie seien gerade geschieden worden, berichtete "The Cut" am Samstag. "Ich wünschte, ich hätte jemanden geheiratet, der in Princeton studiert hat", sagte Patton. Dann hätte sie ihrer Universität in den vergangenen Jahren näher gestanden, denn ihr Partner habe keinen Respekt für die Traditionen und die Kultur dieser wunderbaren Hochschule gezeigt.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 127 Beiträge
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1. Nun ja
Ganzgeber 30.03.2013
Es ist natürlich so, dass viele junge Männer mit Potential im Studienalter noch nicht wissen, wie begehrt sie später auf dem Heiratsmarkt sein werden, und zwar mit jedem Jahr (und jeder Million) begehrter. Als (noch) arme Studenten sind sie daher quasi als Schnäppchen zu bekommen. Frauen dagegen sind sich als Studentinnen oft nicht dessen bewusst, dass ihre Attraktivität in den Jahren danach als rapide abnehmend wahrgenommen werden wird. Insofern, rein strategisch betrachtet...
2. in einer sache hat sie recht ,
na!!! 30.03.2013
es wird sich kein Mann der Akademiker ist eine Bäckereiverkäuferin suchen oder eine hartz4 empfängerin genauso wird sich keine Studierte Frau ein Gabelstablerfahrer oder ein Bäcker suchen . Es ist halt so Mann u. Frau sucht gleiches und hat auch das recht dazu . es gibt Ausnahmen aber die regel ist nunmal so . Hüpsch sucht sich auch nicht Häßlich usw.
3.
doej 30.03.2013
Das kommt davon, wenn man Kommentare unter dem richtigen Namen veröffentlicht. Hätte sie den Ratschlag auf einer Abschlussfeier einer Runde Mädchen gegeben, hätte jeder über die Omi-Tipps gelächelt und sie als das abgetan, was sie sind: Die persönliche Meinung einer älteren Dame, für die Princeton und ihre Söhne nun mal das größte sind und die ihren Ex-Ehemann für einen Fehler hält. Warum sich darüber aufregen? Die Frau ist schließlich keine Politikerin oder Person des öffentlichen Interesses.
4. Sie sagt was sehr wahres
Spiegelwahr 30.03.2013
Wer es an der Uni nicht schafft Einen oder Eine zu bekommen, für den wird es nicht leichter, denn es gibt keine größer Chance den Richtigen oder die Richtige zu finden. Es gibt keinen größeren Heiratsmarkt, auch wenn diese Aussage nicht dem PC entspricht.
5. Tja, sie lügt wohl sicher nicht
asentreu 30.03.2013
Altmodisch? Klar! Wahr? Eben auch! Es ist doch nun mal so (da kann man einfach mal den eigenen Bekanntenkreis durchgehen) das Akademiker sich eher mit einer Nichtakademikerin anbändeln als das Akademikerinnen das Selbe mit Nchtakademikern tun! Arzt Krankenschwester/MTA etc. (um mal den Klassiker zu nennen) ist definitiv häufiger als Ärztinnen die "nach unten" heiraten. Ich nehme mal an, das ist eine Art "Urzeittrieb" (oder was auch immer...) die uns Frauen dazu bringt einen guten (=erfolgreichen) Partner haben zu wollen, selbst wenn man auch nen Vollzeitjob und Erfolg hat. Meine ehrliche Meinung, als Frau ist es nicht unemanzipiert sondern eher milde gesagt naiv, sich eine Beziehung mit einem erfolglosen Mann aufzubauen. Es muss ja nicht gleich ein Princeton- Absolvent sein, aber z.B. Hartz IV ist und bleibt (zu Recht) ein Makel bei der Partnersuche.
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