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Neue Absolventenstatistik: Jeder Fünfte ist ein Bachelor

Bachelor-Studiengänge gewinnen an deutschen Hochschulen weiter an Bedeutung: Neue Zahlen zeigen, dass bereits jeder fünfte Uni-Absolvent sein Examen als Bachelor ablegt. Noch haben die alten Abschlüsse Diplom und Magister leicht die Oberhand.

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Bachelor-Absolventin (in Bremen): Viele legen nach ihrem Abschluss noch einen Master nach

An deutschen Hochschulen beendete im Prüfungsjahr 2009 etwa jeder fünfte Absolvent seine Hochschulkarriere mit einer Bachelor-Prüfung, insgesamt waren es rund 72.000 Abgänger. Zwei Jahre zuvor entfiel nur jedes zwölfte Abschlussexamen auf Bachelor-Prüfungen, 2008 war es etwa jedes achte, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte.

Insgesamt gab es seit die Zahl der Absolventen erstmals für Gesamtdeutschland erhoben wurde, noch nie einen so großen Anstieg an Hochschulabsolventen im Vergleich zum vergangenen Jahr. 339.000 junge Menschen schlossen 2009 ihr Studium ab - fast zehn Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Mehr Absolventen bedeuten aber nicht zwangsläufig mehr Fachkräfte für den Arbeitsmarkt - denn viele Bachelor-Abgänger studieren im Master weiter, wenn sie denn einen Platz in einem Masterprogramm bekommen. Darum sei ein Grund für steigende Absolventenzahlen vor allem die Bologna-Reform mit der Einführung der gestuften Studiengänge. Die Statistik verzerrt also, dass Bachelor-Studenten, die in einem Master weiterstudieren, in jeweils zwei Jahresstatistiken als Absolvent auftauchen.

Der Bachelor ist weiter auf dem Vormarsch, doch die meisten universitären Abschlüsse werden noch immer in Diplom- oder Magister-Studiengängen abgelegt, zusammen rund 106.000 im vergangenen Prüfungsjahr. 2009 legten rund 36.000 Studenten Lehramtsprüfungen ab, mehr als 25.000 machten einen Doktor und knapp 21.000 ihren Master. Fast 4700 Absolventen beendeten ihr Studium mit einem künstlerischen Abschluss.

Vor allem bei Frauen kommen die Bachelor-Studiengänge offenbar gut an: Mit etwa 37.000 gab es 2009 knapp 7000 Bachelor-Absolventinnen mehr als Fachhochschul-Absolventinnen. Bei Männern überwogen noch die Fachhochschulabschlüsse mit 43.000 gegenüber 35.000 Bachelor-Absolventen. Die meisten Bachelor-Abschlüsse wurden bislang in den Fächergruppen Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften erreicht.

jon/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 9 Beiträge
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1. Wohl kaum
ryul 14.10.2010
Zitat von sysopBachelor-Studiengänge gewinnen an deutschen Hochschulen weiter an Bedeutung: Neue Zahlen zeigen, dass bereits jeder fünfte Uni-Absolvent sein Examen als Bachelor ablegt. Noch haben die alten Abschlüsse Diplom und Magister leicht die Oberhand. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,723192,00.html
Wer hat sich denn diesen Unsinn ausgedacht? Der Bachelor ist ganz und gar nicht beliebt und an Bedeutung gewinnt er sicherlich auch nicht! Ich bin im 5. BSC Semester Informatik und wenn ich die Wahl hätte zwischen Bachelor und Diplom, ich würde das Diplom wählen. Allein wegen der Sicht der Wirtschaft auf diesen Abschluss.
2.
Salatsauce 14.10.2010
Es gibt genug Firmen die Bachelorabsolventen einstellen. Wenn man sich die gut bezahlten Stellen im EU-Ausland anschaut ist ein internationaler Bachelor/Master so oder so besser als der im Ausland teilweise doch recht unbekannte Diplom Abschluss. Ich möchte nach meinem Abschluss gerne mein Glück im Ausland versuchen. Von Polen über Dubai, Norwegen, Holland... gibt es viele interessante Arbeitsländer. Und da zahlt man keine 60% Abgaben.
3. Bachelor-Schwemme
webskippa 15.10.2010
Zitat von SalatsauceEs gibt genug Firmen die Bachelorabsolventen einstellen. Wenn man sich die gut bezahlten Stellen im EU-Ausland anschaut ist ein internationaler Bachelor/Master so oder so besser als der im Ausland teilweise doch recht unbekannte Diplom Abschluss. Ich möchte nach meinem Abschluss gerne mein Glück im Ausland versuchen. Von Polen über Dubai, Norwegen, Holland... gibt es viele interessante Arbeitsländer. Und da zahlt man keine 60% Abgaben.
Was für ne gewagte These. Erstens sind Bachelors in Augen der Unternehmen hauptsächlich billige Fachkräfte, zweitens sind Akademiker mit deutschem Diplom und Doktortitel im Ausland heißbegehrt, insbesondere in den USA. Dort ist Bachelor nix besonderes. Was das EU Ausland angeht, war es ein großer Fehler das Diplom abzuschaffen (manch eine Uni führts sogar wieder ein). Man hätte es neben den neuen Abschlüssen weiterführen sollen.
4. nt
k4l 15.10.2010
Zitat von ryulWer hat sich denn diesen Unsinn ausgedacht? Der Bachelor ist ganz und gar nicht beliebt und an Bedeutung gewinnt er sicherlich auch nicht! Ich bin im 5. BSC Semester Informatik und wenn ich die Wahl hätte zwischen Bachelor und Diplom, ich würde das Diplom wählen. Allein wegen der Sicht der Wirtschaft auf diesen Abschluss.
ja, aehnliche situation, 7. sem info - thesissemester. man muss aber sehen, dass das diplom bekannt in der wirtschaft ist und der bsc net. anderseits ist und bleibt ein bsc ein leicht abgespecktes diplom, fuer die wirtschaft sogar ein starkes beim 1. eindruck. es ist aber auch wie bei jeder berufsausbildung so, was du daraus machst. ackert man sich nur durch und macht sonst nix -> nich gut *koppschuettel* ich werde auf jedenfall master machen, weil mir schon nahegelegt worden ist, dass ich von den faehigkeiten recht weit bin, aber noch etwas jung bin und noch die chancen nutzen soll
5. nix titel
buchter 15.10.2010
Zitat von webskippaWas für ne gewagte These. Erstens sind Bachelors in Augen der Unternehmen hauptsächlich billige Fachkräfte, zweitens sind Akademiker mit deutschem Diplom und Doktortitel im Ausland heißbegehrt, insbesondere in den USA. Dort ist Bachelor nix besonderes. Was das EU Ausland angeht, war es ein großer Fehler das Diplom abzuschaffen (manch eine Uni führts sogar wieder ein). Man hätte es neben den neuen Abschlüssen weiterführen sollen.
Dass das deutsche Diplom im Ausland so berühmt ist, scheint ein nie tot zu kriegendes Märchen sein. Ich hab zwar keine eigenen Erfahrungen, aber schon von vielen häufig ins Ausland (und auch den USA) Reisenden gehört, dass die Meisten dort mit der Bezeichnung "Diplom" gar nichts anfangen können. Eine Wiedereinführung des Diplom wird zwar von manchen Unis gern herumposaunt, ist aber bei der momentanen Gesetzgebung schlicht nicht möglich und deswegen nix als wichtig Tuerei. Dass die Wirtschaft den Bachelor nicht akzeptiert, kann nur ein temporäres Problem sein und hängt vor allem damit zusammen, dass immer alle jammern (vor allem die Studenten selbst), dass der Bachelor nix Wert sei. Solche Meinungen setzen sich natürlich fest. Da auf mittelfristige Sicht aber nur noch Bachelor/Master Absolventen übrig bleiben, haben Unternehmen gar keine anderen Wahl, als diese auch einzustellen.Das ganze Problem wird sich also von selbst lösen Ich selbst bin B.Eng. und halte den Bachelor für sehr gut und meine eigenen Erfahrungen sind nur positiv (Und ich war vor dem Studium auch sehr skeptisch dank der ganzen Stimmunsmache). Zumindest konnte ich mich schon vor meinem eigentlichen Abschluss vor Jobangeboten nicht retten und hab keine einzige Bewerbung geschrieben. Möglich dass manche Unis Mist gebaut haben bei der Umstellung, das kann man aber nicht dem System Bachelor/Master anlasten. Ich finde es auch gut die Studienzeit zu verkürzen (wenn auch die Inhalte entsprechend angepasst werden), denn in den wenigsten Jobs benötigt man am Ende ein tiefes Grundlagenwissen. Die Leute vergessen das Meiste was sie im Studium gelernt haben wenige Jahre später ohnehin wieder. Und die Anderen, die wirklich eine wissenschaftlich fundierte und grundlagenorientierte Ausbildung benötigen, sind mit dem Master noch besser dran als mit Diplom. Habe jetzt selbst nach einem Jahr arbeit noch ein Masterstudium an einen anderen Uni angefangen und bin wiederum positiv überrascht. Ein weiterer großer Pluspunkt: Beim Bachelor zählen die Noten vom ersten Semester an, während beim Diplom nur die aus dem Hauptstudium für das Abschlusszeugnis relevant waren. So sind die Studenten heute gezwungen, sich von Anfang an auf den Arsch zu setzen und sich nicht mit 3.0-4.0 durch die ersten theoretischen Semester zu mogeln. Ich hab schon von mehreren Profs gehört, dass die Bachelor Studenten in den höheren Semestern viel besser ihr Rüstzeug beherrschen und daher oft besser abschneiden als Diplom Leute. Solche Sachen müssen halt nur mal in der Wirtschaft ankommen und dabei hilft man sich nicht, wenn man ständig sein eigenes Studium in den Dreck zieht....
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