Neue Uni im Silicon Valley: Zukunftstechniken unter einem Dach

Mit der "Singularity University" in Kalifornien wollen Internet- und Weltraum-Gurus die größten Probleme der Menschheit angehen, unterstützt von Nasa und Google. Die ersten 30 Studenten arbeiten ab Juni an Plänen für eine Zukunft, in der Maschinen die Menschheit überflügeln.

Das Silicon Valley kennt derzeit Kummer und Sorgen, doch in den Neunzigern war es der Ort für die ganz heißen Ideen - und so soll es nun wieder werden. Die Nasa (Nationale Weltraumbehörde der USA) und der Internetdienstleister Google tragen in Kalifornien dazu bei, eine neue Universität zu gründen. Es soll ein Lernumfeld mit Top-Studenten und Top-Dozenten werden - eine einzigartige Uni, die Singularity University.

Screenshot: Singularity-Mitgründer Peter Diamandis

Screenshot: Singularity-Mitgründer Peter Diamandis

Starten soll die neue Super-Uni im Juni, ihr Chef wird der Pionier der Künstlichen Intelligenz und Zukunftsforscher Raymond Kurzweil, 61. Lehr- und Forschungsinhalt an der Singularity University: Genetik, Nanotechnologie und Künstliche Intelligenz, unter einem Dach also Zukunftstechniken, denen die Erlösung der Menschheit von Krankheit und allen sonstigen Beschwernissen zugetraut wird.

Dieses Dach stellt zunächst das Ames Research Center der Nasa im kalifornischen Mountain View und in der Nachbarschaft des Googleplex genannten Hauptquartiers der Internetfirma Google im kalifornischen Silicon Valley, dem Tal der Erfinder.

Lernen für die nächste Stufe der Zivilisation

Die Hochschule startet zunächst mit 30 Studenten. Ihnen sollen Stipendien helfen, die 25.000 Dollar Studiengebühren für ihr nur neun Wochen dauerndes Graduiertenstudium zu berappen. Im kommenden Jahr sollen bereits 120 Studenten den neuen Campus bevölkern, berichtet der Onlinedienst "TechCrunch".

Zwei weitere Programme sehen eine Art Summerschool für Topentscheider und Wissenschaftler vor. Nanowissenschaftler sollen auf Genetiker, Mediziner auf Robotik-Experten treffen - und völlig neue Denkansätze entwickeln, um Hunger und Klimawandel in den Griff zu bekommen. So beschreibt es Peter Diamandis, Vizekanzler der neuen Hochschule, Erfinder des X-Prize-Wettbewerbs für den ersten privaten Weltraumflug und Mitgründer einer anderen privaten Uni: Die International Space University in Strasburg besteht seit 1987 und bildet Master in Weltraumstudien und -management aus.

In einer Pressemitteilung der Lifeboat Foundation, die dem künftigen Uni-Chef Kurzweil gehört, heißt es, das Engagement von Nasa und Google beweise, dass die Theorien Raymond Kurzweils im Zentrum des wissenschaftlichen Diskurses angekommen sei. Kurzweil prophezeit, dass noch vor dem Jahr 2050 künstliche Intelligenz die Menschheit überflügeln wird und dann ein neues zivilisatorisches Zeitalter anbricht. Diese Entwicklung heißt "Technologische Singularität" - daher auch der Name der Uni.

cht

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