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Prämien für NRW-Unis: 4000 Euro für jeden Absolventen

Will Hochschulen belohnen, an denen Studenten erfolgreich studieren: NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) Zur Großansicht
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Will Hochschulen belohnen, an denen Studenten erfolgreich studieren: NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD)

Mehr als jeder vierte Student schmeißt sein Studium hin, Nordrhein-Westfalen will das jetzt ändern: Das Land zahlt seinen Hochschulen künftig einen Erfolgsbonus für jeden Absolventen - 4000 Euro pro Abschluss.

Die Abschluss-Prämie kommt: Nordrhein-Westfalen zahlt in Zukunft eine Prämie an Universitäten und Fachhochschulen, wenn sie Studenten zum Abschluss ihres Erststudiums führen. Die Hochschulen sollten pro Student 4000 Euro erhalten, sagte Wissenschaftsministerin Svenja Schulze (SPD) am Montag in Düsseldorf.

Nach Berechnungen des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) schließt bundesweit etwa ein Drittel der Studenten an Universitäten und knapp ein Viertel an Fachhochschulen das Studium nicht ab. Vor allem Fächer wie Mathematik, Physik, Chemie und Ingenieurwissenschaften sind betroffen.

Nach Angaben des Ministeriums ist NRW das erste Bundesland, das ein stark auf den Studienerfolg ausgerichtetes Prämienmodell einführt. Die rot-grüne Landesregierung in Düsseldorf hatte bereits in ihrem Koalitionsvertrag festgelegt, die Abbrecherquote senken zu wollen. Anfang vergangenen Jahres hatte Wissenschaftsministerin Schulze mit den Fachhochschulen verabredet, dass dort künftig 20 Prozent weniger Studenten abbrechen sollen.

Hingeschmissen oder nur die Uni gewechselt?

Ungelöst waren dabei allerdings statistische Fragen: Bundesweit können die Forscher des DZHW zwar schätzen, wie viele junge Menschen ihr Studium abbrechen. Für einzelne Hochschulen lassen sich solche Quoten allerdings kaum ermitteln: Studenten, die plötzlich nicht mehr in Vorlesungen und Seminaren auftauchen, können hingeschmissen haben - oder einfach nur an eine andere Hochschule gewechselt haben. (Hier lesen Sie eine Analyse zu diesem Problem.)

Die Erfolgsprämie zahlt Schulze den Hochschulen mit den Mitteln aus dem Hochschulpakt. Dahinter verbirgt sich ein milliardenschweres Bund-Länder-Programm, mit dem zusätzliche Studienplätze finanziert werden. Die Hochschulen erhalten dabei jeweils für jeden zusätzlichen Studienanfänger einen Pauschalbetrag.

Ende 2014 hatten Bund und Länder das Programm erneut aufgestockt. Dabei wurde erstmals verabredet, dass ein Teil des Geldes auch für Maßnahmen gegen den Studienabbruch eingesetzt werden kann. Dieser sogenannte Hochschulpakt III läuft von 2016 bis 2023.

Davon macht NRW nun Gebrauch. So erhalten die Hochschulen im bevölkerungsreichsten Bundesland künftig 18.000 Euro für jeden zusätzlichen Studienanfänger, zudem die Erfolgsprämie für Absolventen. "Weit mehr als die von den Bundesländern vereinbarten zehn Prozent der Hochschulpaktmittel werden so künftig erfolgsbezogen vergeben", sagt Schulze. Ein erfolgreiches Studium wird damit nicht nur für die Studenten attraktiv - sondern auch für die Hochschulen.

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bkr/dpa

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1. Lieber mal die Guten fördern
m.ko 29.06.2015
was bitte soll das bringen? Soll jetzt jede Flöte über die 4.0 geschubst werden nur damit mehr Geld rein kommt? Manche Studenten fangen eben das für Sie falsche Studium an, und wenn die das rechtzeitig merken, können sie ein Jahr später das für sie Richtige studieren, statt sich 5 Jahre lang zu quälen. Lieber mal mehr Geld für bessere Ausstattung oder Förderung von Talenten ausgeben.
2. So ein Schwachsinn
galbraith-leser 29.06.2015
Das führt doch zwangsläufig dazu, dass die Hochschulen beide Augen zudrücken und auch Nulpen ihr Studium abschließen, damit die Uni kassieren kann. Die Folge: der Studienabschluss in NRW wird massiv entwertet. Typisch rot-grüne Politik: statt auf Leistung zu setzen nivelliert man lieber das Niveau und feiert sich dann dafür, dass die Abbrecherquote zurückgeht. Wer zu blöd ist, sein Studium abzuschließen ist hinterher auch im Job zu blöd, Leistung zu bringen. Klingt hart, ist aber so.
3.
Jens_78 29.06.2015
ja klar .... diese Prämie wird sicherlich dafür sorgen, dass bei Lehre und Betreuung die Qualität steigt. Ganz sicher wird dadurch NICHT das Niveau einzelner Fächer gesenkt werden. Und Zitronenfalter falten Zitronen ....
4. Lasst sie alle bestehen!
Antiseptisch 29.06.2015
Egal, ob sie lesen, schreiben, rechnen können - alle durchwinken, wir brauchen die 4000 Euro pro Kopf! Bald wird es dann heißen: Sie haben zwar die dümmsten Absolventen, dafür aber die schönste Mensa. :)
5. noten
Mustermann64 29.06.2015
...mit 4 als schlechtester Note wäre allen geholfen: die Profs ersparen sich das lästige Mehrfachkorrigieren und alle kommen durch
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