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Studiengänge mit Numerus clausus: Hier kommt ihr nicht rein

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So schön leer hier: In Mecklenburg-Vorpommern (hier die Uni Greifswald) sind bundesweit die meisten Studiengänge zulassungsfrei Zur Großansicht
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So schön leer hier: In Mecklenburg-Vorpommern (hier die Uni Greifswald) sind bundesweit die meisten Studiengänge zulassungsfrei

Fast jeder zweite Studiengang ist mit einem NC belegt. Die Unterschiede zwischen Fächern und Bundesländern sind groß - und machen die Bewerbungsverfahren ungerecht. Die Übersicht.

Wenig Zeit? Am Textende gibt's eine Zusammenfassung.


Für die vielen Gymnasiasten, die in diesen Tagen ihr Abiturzeugnis erhalten, ist es eine gute Nachricht: Bundesweit sind zum kommenden Wintersemester weniger Studiengänge zulassungsbeschränkt. Das zeigt eine Auswertung des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE), die am Dienstag vorgestellt wird und SPIEGEL ONLINE vorliegt.

Demnach sind zum kommenden Wintersemester 42 Prozent aller Studiengänge mit einem Numerus clausus (NC) belegt. Vor zwei Jahren waren noch 45,5 Prozent der Studienangebote in Deutschland zulassungsbeschränkt.

Eine Zulassungsbeschränkung bedeutet: Die Hochschulen haben in diesen Fächern zu wenige Plätze, um alle Bewerber zuzulassen. Sie wählen daher unter den Kandidaten aus - in der Regel nach der Abiturnote, mitunter fließen aber auch andere Kriterien wie etwa ein Eignungstest oder einzelne Fachnoten in die Auswahlentscheidung der Hochschulen mit ein. Für die aktuelle Übersicht haben die CHE-Experten nun die Datenbank www.hochschulkompass.de ausgewertet, in der Unis und Fachhochschulen ihre Studiengänge eintragen können. (Die vollständige Studie finden Sie hier.)

CHE-Geschäftsführer Frank Ziegele wertet den Rückgang der zulassungsbeschränkten Studiengänge als Hinweis darauf, dass das Ziel von Hochschulen und Politik aufgegangen ist, wonach die gestiegene Studierfreudigkeit von Abiturienten stärker berücksichtigt werden soll. In den vergangenen Jahren hat der Bund die Länder massiv mit Milliardensummen unterstützt, um neue Studienplätze zu schaffen.

In diesem Jahr dürfte allerdings die Zahl der Studienanfänger etwas sinken - oder zumindest nicht mehr ganz so hoch sein wie in den vergangenen Jahren. 2013 schrieben sich rund 507.000 junge Menschen an den Hochschulen ein, für dieses Jahr rechnen die Kultusminister mit 497.300 Studienanfängern. Auch diese Schwankung mag erklären, warum es nun etwas weniger zulassungsbeschränkte Studiengänge gibt. Für das kommende Jahr rechnen die Kultusminister jedoch wieder mit mehr jungen Menschen, die ein Studium aufnehmen wollen.

So stehen die Chancen auf einen Studienplatz:

  • Bewerber in Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Rheinland-Pfalz können relativ leicht einen Studienplatz ergattern. In diesen Ländern sind bis zu 80 Prozent aller Studiengänge zulassungsfrei. Abiturienten können sich also einfach so einschreiben - egal, wie gut oder schlecht ihr Abitur ausfällt.
  • In Berlin und Nordrhein-Westfalen ist der Zugang zum Studium leichter geworden.
  • In den Stadtstaaten Bremen und Hamburg riegeln sich Hochschulen eher ab. In Hamburg sind 69,2 Prozent aller Studienangebote zulassungsbeschränkt, in Bremen sind es 65,4 Prozent.



Es kommt auf das Studienfach an:

  • Besonders schwer haben es Bewerber in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Bundesweit sind 53,8 Prozent dieser Fächer zulassungsbeschränkt.
  • In den Sprach- und Kulturwissenschaften genügt es dagegen in den meisten Fällen, einfach nur das Abiturzeugnis vorzulegen. Nur 30,5 Prozent der Studiengänge in diesem Bereich haben einen NC.

Fachhochschule oder Universität, Bachelor oder Master?

  • An den FHs haben im Schnitt mehr Studiengänge eine Zulassungsbeschränkung (46,3 Prozent) als an den Universitäten (40,1 Prozent).
  • Einen NC haben deutlich mehr Bachelor-Studiengänge (47,7 Prozent) als Master-Angebote (36,0 Prozent) - was aber auch damit erklärt werden kann, dass Master-Studiengänge oft zum Beispiel einen Bachelor in einem ähnlichem Fach voraussetzen. Der Bewerberkreis ist somit schon eingeschränkt - einen NC braucht es da nicht mehr unbedingt.





Die CHE-Auswertung zeigt allerdings auch, dass die Situation im Einzelfall ganz anders ausfallen kann. In Hamburg beispielsweise haben 92 Prozent aller Bachelor-Studiengänge in den Sprach- und Kulturwissenschaften einen NC - obwohl diese Fächer bundesweit am seltensten zulassungsbeschränkt sind. Dafür gibt es in der Hansestadt nur in der Hälfte aller Studiengänge in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften eine Zulassungsbeschränkung - obwohl diese Fächer bundesweit wiederum besonders oft Hürden haben.

Wer ins Detail gehen will, kann sich auf www.hochschulkompass.de über die Studienangebote der Hochschulen in Deutschland informieren.

Die großen Unterschiede seien für die Studienbewerber "nur schwer zu durchschauen", bemängelt auch CHE-Mann Ziegle. Es müsse mehr "Transparenz über die Studienangebote und deren Zulassungsbedingungen" geschaffen werden.

Zusammengefasst: 42 Prozent aller Studiengänge sind im kommenden Wintersemester zulassungsbeschränkt. Das sind etwas weniger als vor zwei Jahren, allerdings werden in diesem Jahr auch etwas weniger Studienbewerber erwartet. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern und Fächern sind groß. Besonders viele NC-Fächer gibt es in den Stadtstaaten Bremen und Hamburg. In Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Rheinland-Pfalz ist dagegen nur eine Minderzahl der Studiengänge mit einem NC belegt.

Quiz über kuriose Studiengänge: Und was studierst du so?

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insgesamt 68 Beiträge
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1. NC ist Schwachsinn
eledharad 30.06.2015
Ich bin der Meinung, dass ein NC Schwachsinn ist, da er nichts darüber aussagt, ob jemand besser auf das Studium vorbereitet ist als andere. Es sollte viel mehr auf die Fächerkombination im Abitur geachtet werden. Man kann seinen NC hochpuschen indem man leichtere Fächer in das Abitur wählt. Mathe LK ist nunmehr schwerer als Erdkunde. Und wenn man dann auf einmal Medizin studiert, und einen Großteil naturwissenschaftliche Fächer hat, kommt man ins rotieren. Ich will damit nicht sagen, dass jemand, der ein gesellschaftlichen Schwerpunkt im Abitur hat, generell ein MINT Studium schlechter packt, aber jemand der in dem Bereich etwas gemacht hat, hat einfach eine ganz andere Herangehensweise und ein anderes "Grundwissen".
2. will mich
orthonormalbürger 30.06.2015
gar nicht mehr weiter aufregen über diesen Mist mittlerweile. Was hier nicht erwähnt wird sind vor allem die Ungerechtigkeiten das es hier nur noch um Noten gibt, statt mal vernünftige Auswahlverfahren einzuführen. Abiturienten haben genug Zeit dann bis zur Einschreibung im Wiso, vor allem bei Medizin ist das eine Krux lauter schöne einse kommen rein und dann hören 50% wieder auf und die Plätze werden nicht nachbesetzt. Kenne 5 Leute die nicht Medizin studieren konnten und die haben Sani alles gemacht und wären besser geeignet wie so ein popeliger einser Abiturient. NCs abschaffen Unis ausbauen!
3. Wie das juckt! Ich glaub', ich hab' NC.
cassandros 30.06.2015
Zitat von eledharadIch bin der Meinung, dass ein NC Schwachsinn ist, da er nichts darüber aussagt, ob jemand besser auf das Studium vorbereitet ist als andere. Es sollte viel mehr auf die Fächerkombination im Abitur geachtet werden. Man kann seinen NC hochpuschen indem man leichtere Fächer in das Abitur wählt. Mathe LK ist nunmehr schwerer als Erdkunde. Und wenn man dann auf einmal Medizin studiert, und einen Großteil naturwissenschaftliche Fächer hat, kommt man ins rotieren. Ich will damit nicht sagen, dass jemand, der ein gesellschaftlichen Schwerpunkt im Abitur hat, generell ein MINT Studium schlechter packt, aber jemand der in dem Bereich etwas gemacht hat, hat einfach eine ganz andere Herangehensweise und ein anderes "Grundwissen".
Du hast einen NC? Du solltest einen Arzt aufsuchen. Vielleicht kann man das behandeln. Eine Selbsttherapie würde darin bestehen, sich einfach zu informieren, was der "numerus clausus" eigentlich ist. Dann wird klar, warum eine Hochschule oder ein Studiengang einen haben kann, ein Student aber nicht.
4.
karlheinz2 30.06.2015
Zitat von eledharadIch bin der Meinung, dass ein NC Schwachsinn ist, da er nichts darüber aussagt, ob jemand besser auf das Studium vorbereitet ist als andere. Es sollte viel mehr auf die Fächerkombination im Abitur geachtet werden. Man kann seinen NC hochpuschen indem man leichtere Fächer in das Abitur wählt. Mathe LK ist nunmehr schwerer als Erdkunde. Und wenn man dann auf einmal Medizin studiert, und einen Großteil naturwissenschaftliche Fächer hat, kommt man ins rotieren. Ich will damit nicht sagen, dass jemand, der ein gesellschaftlichen Schwerpunkt im Abitur hat, generell ein MINT Studium schlechter packt, aber jemand der in dem Bereich etwas gemacht hat, hat einfach eine ganz andere Herangehensweise und ein anderes "Grundwissen".
Darum geht es beim NC ja auch überhaupt nicht. Ein NC ist einfach ein billiges Auswahlkriterium für Studienplätze mit mehr Bewerbern als Studienplätzen. Das scheint ein oft missverstandener Umstand zu sein. Auswahlgespräche binden Ressourcen und kosten die Hochschulen einfach zu viel um in jedem Studiengang selbige durchzuführen. Aber um das ganze ein kleines bisschen zu "entschärfen" werden ja auch Studienplätze nach Wartesemestern und dem Losverfahren vergeben. Wer schon früh weis was er Studieren will, sollte einfach dahin gehend Planen, alle anderen müssen sich überlegen ob die romatisierte Vorstellung vom "Traumstudium" wirklich der einzig wahre Weg für einen darstellt.
5.
des_pudels_kern 30.06.2015
Zitat von eledharadIch bin der Meinung, dass ein NC Schwachsinn ist, da er nichts darüber aussagt, ob jemand besser auf das Studium vorbereitet ist als andere. Es sollte viel mehr auf die Fächerkombination im Abitur geachtet werden. Man kann seinen NC hochpuschen indem man leichtere Fächer in das Abitur wählt. Mathe LK ist nunmehr schwerer als Erdkunde. Und wenn man dann auf einmal Medizin studiert, und einen Großteil naturwissenschaftliche Fächer hat, kommt man ins rotieren. Ich will damit nicht sagen, dass jemand, der ein gesellschaftlichen Schwerpunkt im Abitur hat, generell ein MINT Studium schlechter packt, aber jemand der in dem Bereich etwas gemacht hat, hat einfach eine ganz andere Herangehensweise und ein anderes "Grundwissen".
1. NC ist sicher kein Synonym für Abiturnote. 2. Was heißt schon "leichter"? Ich hätte mit Erdkunde-LK statt Mathe-LK damals sicher ein schlechteres Abi hingelegt. Letzteres waren die einfachsten 15 Punkte meiner Schullaufbahn. 3. Gerade Medizin ist im naturwissenschaftlichen Bereich von "wirklich anspruchsvoll" doch recht weit entfernt. Was man aber braucht, ist Biss, um die ungeheure Stofffülle zu bewältigen. Da kann die Abiturnote schon ein guter Ansatzpunkt sein. 4. Die meisten anderen MINT-Fächer (außer Biologie/Psychologie), sind häufig nicht zulassungsbeschränkt oder die nötige Abiturnote ist nicht sonderlich gut.
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