Opposition gegen Auweter-Kurtz: "Wir möchten Taten sehen"

Per Unterschriftenliste fordern etliche Hamburger Professoren den Rücktritt von Uni-Präsidentin Monika Auweter-Kurtz - und lassen sich nicht beschwichtigen: Gesprächsangebote seien "nicht mehr als eine PR-Aktion", antworten drei Professoren auf eine Einladung. SPIEGEL ONLINE dokumentiert ihren Brief vom Mittwoch, 24. Juni 2009.

24. Juni 2009

Sehr geehrte Frau Präsidentin,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 16. Juni 2009 und die darin enthaltene Terminbestätigung (...). Wir werden Ihre Einladung zu einem Gespräch mit dem Präsidium Ihrem Wunsch gemäß an alle Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer, die unseren Aufruf unterzeichnet haben, weiterleiten.

Monika Auweter-Kurtz:"Nicht mehr als eine PR-Aktion"
DDP

Monika Auweter-Kurtz:"Nicht mehr als eine PR-Aktion"

Überrascht sind wir allerdings vom Inhalt Ihres Schreibens, in dem Sie nicht auf den zentralen Punkt unseres Briefes eingehen, auf die Frage nach Sinn und Intention des Gesprächs. Die Monita sind hinlänglich bekannt und im sog. Dekanebrief noch viel deutlicher als von uns artikuliert. Sie selbst haben in Ihrem "offenen Brief" an die Universitätsmitglieder zahlreiche der Kritikpunkte aufgegriffen. Wir können daher nicht erkennen, was ein erneutes Vortragen der bekannten Kritik für einen Gewinn verspräche. Im übrigen glauben wir, wie viele Kolleginnen und Kollegen, nach zweieinhalb Jahren und mehreren nicht verwirklichten Ankündigungen eines Sinneswandels Ihrerseits (Klagen der Fakultäten!) schlicht nicht daran, dass die aktuellen Bekundungen mehr sind als eine PR-Aktion. Um es deutlicher zu sagen: Wir möchten Taten sehen und nicht ständig wiederholte Bedauernsaussagen hören.

Überrascht sind wir weiterhin von Ihrem Vorschlag einer Gesprächsmoderation durch den Kollegen Redlich, sind doch seine Bedingungen gänzlich andere als die von Ihnen genannten. Der Kollege Redlich schlägt in einem E-Mail drei je dreistündige Runden in kleinem Kreise vor, also genau das Gegenteil von dem, was Sie uns genannt haben, als Sie alle Unterzeichner zum Gespräch baten. So sehr wir den Einsatz des Kollegen Redlich würdigen, so unannehmbar ist für uns doch der Vorschlag, im Semesterendspurt mehrstündige Gesprächsrunden in Kleingruppen zu veranstalten, nicht zuletzt auch deshalb, weil damit der falsche Eindruck erweckt wird, die gegenwärtige Situation sei ein persönlicher Konflikt zwischen Ihnen und den Initiatoren des Aufrufs und könne in einer Kleingruppe "geschlichtet" werden.

Wir sind auf Ihr Angebot zum Gespräch eingegangen, weil wir Ihnen die Gelegenheit geben wollten, uns durch Taten zu überzeugen. Ihre Aktivitäten der vergangenen Wochen deuten allerdings eher darauf hin, dass unter dem Stichwort "Komunikationsverbesserung" sich an der Sache nichts, an der Form immerhin ein wenig ändern soll. Das reicht nicht. Das Vertrauensverhältnis ist irreparabel gestört, und selbst wenn nicht der Ruf der Universität Hamburg bereits schwer beschädigt wäre, sollte ersteres hinreichen, um aus Bedauern Einsicht reifen zu lassen. Mit Ihrem Rücktritt können Sie deutlich machen, dass Ihnen die Universität am Herzen liegt - und nicht die Abwendung Ihrer Abwahl am 9. Juli 2009.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. Michael Friedrich
Prof. Dr. Hans-Werner Goetz
Prof. Dr. Bruno Reudenbach

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