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Hirnforschung: Elektrogeschockte Studenten rechnen schneller

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Hirn unter Strom: Hilft das beim Rechnen?

Bitte nicht während einer verzweifelten Nacht am Schreibtisch nachmachen: Forscher haben Studenten elektromagnetische Impulse durch den Kopf gejagt und sie knifflige Mathe-Aufgaben lösen lassen. Der Turboboost fürs Hirn scheint tatsächlich zu funktionieren.

Schon wieder Probleme beim Dividieren? Keine Ahnung, wie man eine Gleichung mit zwei Unbekannten lösen soll? Angst vor der nächsten Statistikklausur? Dann könnte ein ordentlicher Elektroschock helfen.

Psychologen der Oxford University in Großbritannien jagten bei einem Experiment mehreren Studenten elektromagnetische Impulse durch den Kopf.

Hinterher konnten die geschockten Hochschüler knifflige Matheaufgaben um ein Drittel schneller lösen als ihre Kommilitonen, die ohne elektronische Therapie an die Rechenarbeit gegangen waren. Die Wissenschaftler glauben, dass die schmerzlose Therapie einen besseren Informationsaustausch der Gehirnzellen ermöglicht.

"Wenn diese Behandlung in der Lage ist, die Gehirnleistung bei komplexen Rechenoperationen zu verbessern, dann wird das auch für einfachere kognitive Prozesse möglich sein", sagt Cohen Kadosh, Leiter der Oxford-Studie.

Von dem Versuch, das logische Denkvermögen zu Hause schon mal mittels Stromkasten, Steckdosen, präparierter Lampenkabel und Schaltern zu erhöhen, raten die Forscher und der UniSPIEGEL allerdings dringend ab.


WIE SCHLAU SIND SIE OHNE ELEKTROSCHOCKS?

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insgesamt 20 Beiträge
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1.
jierdan 19.07.2013
selten etwas unwissenschaftlicheres zum Thema gelesen. wie wäre es mit HintergrundInformation warum man das tut, wie es funktioniert und was die Risiken sein können?
2. optional
HomoSimplicus 19.07.2013
Ich schließe mich jierdan uneingeschränkt an... handelt es sich um Strom? Oder um Magnetismus, der einen Strom induziert (TMS)? Wenn man grundlegende Fragen in seinem Artikel schon außer Acht lässt, wäre wenigstens ein Verweis auf die Quelle schön, so dass Interessierte nachlesen können, was es denn wirklich damit auf sich hat.
3.
CancunMM 19.07.2013
Zitat von sysopCorbisBitte nicht während einer verzweifelten Nacht am Schreibtisch nachmachen: Forscher haben Studenten elektromagnetische Impulse durch den Kopf gejagt und sie knifflige Mathe-Aufgaben lösen lassen. Der Turboboost fürs Hirn scheint tatsächlich zu funktionieren. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/oxford-elektroschocks-fuer-studenten-a-910355.html
Ich glaube auch Galerensklaven sind schneller gerudert, wenn man sie mit der Peitsche angetrieben hat.
4. optional
rational_bleiben 19.07.2013
Hat man auch an eine Kontrollgruppe gedacht? Also eine dritte Gruppe, die zwar Elektroden angeschlossen und gesagt bekam, man würde Stromstöße durch ihr Hirn jagen, obwohl man das nicht tat? Ansonsten unbrauchbar. Punkt.
5.
nsa 19.07.2013
Zitat von rational_bleibenHat man auch an eine Kontrollgruppe gedacht? Also eine dritte Gruppe, die zwar Elektroden angeschlossen und gesagt bekam, man würde Stromstöße durch ihr Hirn jagen, obwohl man das nicht tat? Ansonsten unbrauchbar. Punkt.
Hier der Original-Artikel wer sich für Details interessiert: https://www.cell.com/current-biology/retrieve/pii/S0960982213004867 Schon klar, dass der Placebo-Effekt Schmerzen reduziert, aber dass man davon auch schneller rechnen kann ist mir neu...
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© UniSPIEGEL 4/2013
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Heft 4/2013 Ein Android unterrichtet Studenten in Dänemark

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