Uni-Crashkurs bei Professor Multimedia: Wie baue ich meinen Stundenplan?

In der Schule gaben die Lehrer ihn vor, in der Uni müssen Studenten selbst ran - und ihren Stundenplan organisieren. Oliver Vornberger, seit 25 Jahren Professor, rät in seiner SPIEGEL-ONLINE-Sprechstunde allzu ehrgeizigen Studenten: Überfordert euch nicht!

SPIEGEL ONLINE

Nach den großen Ferien war der erste Schultag immer besonders spannend: Wie wird der neue Stundenplan aussehen? Montagmorgens eine Doppelstunde Latein? Das wäre tödlich!

An der Uni dürfen sich Studenten ihren Stundenplan selbst zusammenbauen. Klingt gut, ist aber - gerade am Anfang - oft auch ziemlich anstrengend.

Oliver Vornberger hat sich vor vier Jahrzehnten ebenfalls seine Stundenpläne gebastelt, damals studierte er Informatik an der Uni Dortmund. Heute ist er 61 Jahre alt, lehrt seit rund 25 Jahren als Professor Informatik an der Uni Osnabrück - er hat für seine herausragende Lehre mehrere Preise bekommen - und arbeitet an der Uni als Studienberater. Er weiß, was Professoren freut und was Studenten ärgert.

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Virtuelle Vorlesungen: "Die Studenten sind fasziniert"

In einem zehnteiligen Uni-Crashkurs gibt er Tipps für ein erfolgreiches Studium. Er hat mit den Grundlagen angefangen: Was soll ich studieren, hat er in der ersten Folge beantwortet. Wie teuer ist ein Studium, in der zweiten. Wie wähle ich den Studienort, in der dritten. Jetzt folgt: Wie organisiere ich meinen Stundenplan?

Vornberger gehörte zu den ersten Professoren in Deutschland, die ihre Vorlesung aufzeichneten und ins Netz stellten. Als E-Learning-Pionier beantwortet er die Fragen natürlich vor der Kamera. Hier geht es zum Video.

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insgesamt 5 Beiträge
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1. Zeitmanagement
lafrench 30.10.2012
Dann kann ja gleich mal ein Studi im Sinne des Zeitmanagements ein Exzerpt von dem Video erstellen und uns die Zusammenfassung hier einstellen. Neue Lehre im Netz in aller Ehre aber das Schöne an der Schriftkultur ist Schnelligkeit der Informationsaufnahme: was ich mündlich in 30 Minuten im Video mühsam erkläre, kann ich in 5 Minuten gelesen haben.
2.
markusob 30.10.2012
Wenn man für jede Semesterwochenstunde etwa eine Stunde zu Hause nacharbeiten muss, dann heißt das ja, dass die Uni-Bespaßung vor Ort praktisch für die Katze ist und man das alles sowieso zu Hause selbst lernen muss. Dann ist man ja besser dran, wenn man gleich ein Fernstudium macht, wenn die Fachrichtung sich dafür eignet.
3.
pency 31.10.2012
Zitat von markusobWenn man für jede Semesterwochenstunde etwa eine Stunde zu Hause nacharbeiten muss, dann heißt das ja, dass die Uni-Bespaßung vor Ort praktisch für die Katze ist und man das alles sowieso zu Hause selbst lernen muss. Dann ist man ja besser dran, wenn man gleich ein Fernstudium macht, wenn die Fachrichtung sich dafür eignet.
Die Zeit beim Selbststudium umfasst auch die Vorbereitung in Form vom Lesen und Verstehen von Lektüren für Seminare bzw. die Nacharbeitung auch die Zusammenfassung des Stoffes und das Lernen für die Klausur. Insofern Ist es nicht so, dass man alles "doppelt" macht.
4. herrlich
richman2 31.10.2012
@markusob "dann heißt das ja, dass die Uni-Bespaßung vor Ort praktisch für die Katze ist und man das alles sowieso zu Hause selbst lernen muss" Ganz genau und häufig ist das auch so. Der Witz an einem Studium ist ja, dass man eigenverantwortlich entscheidet wo es für einen persönlich tatsächlich für die Katz ist (abends Party, morgens ausschlafen) und wo man es einfach nicht alleine auf die Reihe bekommt (Hörsaal statt Schwimmbad). Aber durch Bologna und gestiegenen(auch sozialen) Druck (lernen! Praktika! Ausland! Noten für den Master! Semesterhöchstgrenze von 8 Semestern!) hat sich das in einigen Fällen (Wirtschaftswissenschaften an vielen Unis) ohnehin erledigt. Da gibt es einfach Stundenpläne und gut is. Die Freiheit sich einfach mal selbst zu überschätzen und am Ende des Semesters zu merken "ähm das war wohl nix...woran lags, was muss ich ändern, war ich wohl selbst schuld" ist eine ungemein wichtige Lebenserfahrung, aber Charakterbildung und Fähigkeit zur Reflektion ist bei "Akademikern" nicht mehr gewollt. In manchen Fachbereichen an manchen Unis (man muss es tatsächlich so differenziert sehen -- von wegen Einheitlichkeit..tzz) ist das Studium eher eine Berufsausbildung. Das gilt vor allem und insbesondere für die Fächer, für deren Absolventen es tatsächlich Arbeitsplätze außerhalb des Elfenbeinturms gibt. Die Elfenbeintürmler, aka Geisteswissenschaftler, tun einem ohnehin leid. Nach 4 Semestern Philosophie und 2 Semestern Soziologie habe ich eine vage Ahnung was Philosophie ist - nicht mehr. Aber ich hab einen Bachelor. Das ist ein Witz. Gleiches gilt für einen Volkswirt. Der versteht mit 21 nach 6 Semestern (wovon u.U. 2-3 BWL waren) zwar was in der FAZ steht, aber fundiert Stellung beziehen kann er nicht. Ich habe alle angesprochenen Studiengänge studiert (auf Diplom respektive Bachelor) und die Umstellung aktiv begleitet, weiß also wovon ich (für meine Uni!) rede. Ich weiß auch, dass es an anderen Unis anders (=besser) aufgebaut ist. An den hier dargestellten Problemen ändert es etwas, aber unterm Strich doch nur wenig.
5. Nicht nur Geisteswissenschaftler,...
bardeaustinte 02.11.2012
Zitat von richman2Die Elfenbeintürmler, aka Geisteswissenschaftler, tun einem ohnehin leid. Nach 4 Semestern Philosophie und 2 Semestern Soziologie habe ich eine vage Ahnung was Philosophie ist - nicht mehr. Aber ich hab einen Bachelor. Das ist ein Witz. Gleiches gilt für einen Volkswirt. Der versteht mit 21 nach 6 Semestern (wovon u.U. 2-3 BWL waren) zwar was in der FAZ steht, aber fundiert Stellung beziehen kann er nicht.
...sondern auch Naturwissenschaftler haben solche "Probleme". Mit dem Bachelor in Physik habe ich zwar einen sog. berufsqualifizierenden Abschluss in der Tasche, aber wirklich arbeiten könnte ich mit dem bis dahin erworbenen Wissen noch nicht. Zum Glück war es in diesem Fachbereich kein Problem, einen Masterplatz zu bekommen - Formular ausfüllen, Begründung schreiben, fertig. Das Problem mag zum Teil darin begründet liegen, dass - so wurde mir erzählt - der Diplom-Studiengang einfach in die neue Form gepresst wurde; insbesondere also ist das Studium auf den Master-Abschluss ausgelegt. Persönlich sehe ich das als sinnvoll an, denn wir schon geschrieben: Man braucht einfach die Zeit und die Vertiefung des Stoffs. Aber damit wird die Idee, der Wirtschaft frühzeitig "billige" Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen (darum geht es ja eigentlich), ad absurdum geführt, obwohl Physiker ja häufig außerhalb der Uni unterkommen. Wobei man ehrlicherweise annehmen muss, dass man dann nicht "als Physiker" arbeitet, also nicht sein Fachwissen einsetzt, sondern seine Fähigkeit zur Problemlösung - das dürfte sich anderswo, gerade auch bei Philosophen, ähnlich gestalten. Man lernt halt nicht mehr für den einen Bereich; Quereinsteigen und Neuorientieren sind die Regel. Einen Vorteil hat das neue System: Nach dem Bachelor kann man, freie Plätze vorausgesetzt, sehr leicht an eine andere Uni wechseln. Er stellt einen klaren Einschnitt im Studium dar, das komplizierte Fachanrechnenlassen entfällt.
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