Promovieren im Ausland: Suche Pferdemetzger, biete Know-how

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In Deutschland forschen? Nein, danke. Sechs Doktoranden trieb es für ihre Dissertation in die Ferne. Sie erzählen, wie sie in Indonesien Kakaowälder durchstreifen, Flüchtlinge in ghanaischen Lagern befragen und Pferdeorgane am Kap sezieren - und warum sie im Ausland einfach besser lernen und leben.

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Doktoranden im Ausland: Besseres Wetter, spannendere Leute
Natürlich kann man die Schädlingsbekämpfungs-Studie im Öko-Landbau anhand von Specht und Marienkäfer im Hunsrück erledigen. Viel spannender kann es aber sein, für die Dissertation im Ausland zu forschen - etwa zu ergründen, wie Fledermäuse in Indonesien beim biologisch korrekten Kakaoanbau helfen.

Oft findet man im Ausland ein interessanteres Dissertationsthema oder eine Uni, die genau auf das eigene Fachgebiet spezialisiert ist und deshalb beste Bedingungen bietet. Und wie oft bietet sich die Gelegenheit, eine Region der Welt, ihre Menschen und ihre Sprache Monate oder gar jahrelang intensiv kennenzulernen?

Zwei Wege führen zu einer Auslandspromotion: Den ganzen Doktor an einer ausländischen Uni machen. Oder ein Thema finden, dass sich gut im Ausland erforschen lässt. Variante eins birgt dabei manche Tücke: Man muss einen Doktorvater finden, sich oft auf ein anderes Promotionssystem einstellen und häufig auch Studiengebühren bezahlen - doch dabei helfen Kontakte, ein wenig Mut und eine ganze Reihe von Promotionsstipendien, etwa vom Deutsche Akademische Austauschdienst, Branchenverbände oder die Studienstiftung des Deutschen Volkes.

Sechs Doktoranden aus Deutschland haben sich ins Abenteuer Auslands-Dissertation gestürzt: Jonas Ecke forscht in einem ghanaischen Flüchtlingslager; Ben Weinberg studiert in Kuala Lumpur den Fußball Asiens; Vetärenärin Ruth Ströhle profitiert von Pferdeschlachthöfen in Pretoria; Konstatin Klein besucht Ausgrabungen im heiligen Land; Pierre Gras beobachtet Fledermäuse und auf indonesischen Kakaoplantagen und Katharina Limbach folgte ihrem Doktorvaters ins neuseeländische Auckland.

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insgesamt 28 Beiträge
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1. Zeit für wirkliche Studiengebühren
elmex67 15.12.2011
Zitat von sysopAber hier forschen? Nein, danke. Sechs Doktoranden trieb es für ihre Disseration in die Ferne. Sie erzählen, wie sie in Indoneisen Kakaowälder durchstreifen, Flüchtlinge in ghanaischen Lagern befragen und Pferdeorgane am Kap sezieren - und warum sie im Ausland einfach besser lernen und leben. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,803274,00.html
Die gemeinschaft der deutschen (d.h. aller hier lebenden deutschen, türkischen, griechischen, serbischen etc.) Steuerzahler hat dem akademischen Nachwuchs den Studienplatz und das studentische Leben (Bafög) (mit-)finanziert. Nun hat der Steuerzahler-Mohr seine Schuldigkeit getan und der fertig ausgebildete Akademiker veruftet ins Ausland statt hier zu bleiben und nun selbst als Steuerzahler seinen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Das sind die Akademiker, die mit hippen Nacktdemos auf ihre angespannte soziale Lage aufmerksam machen - natürlich wird der Demotermin via internetfähigem iPhone getwittert - kost' ja nix. Rückgrat wäre, wenn sie bereits zum ersten Semester das Weite suchen und in Johannesburg, Ulan Bator etc. die im Vergleich zum schlimmen Deutschland v-i-e-l bessern Bedingungen nutzen würden - inklusive der abzudrückenden teils fünfstelligen Semesterbeiträge. Aber da bleibt man doch lieber im grauenhaften Deutschland. Und die südliche Sonne von Bali bis Johannesburg ist umso strahlender, je mehr der DAAD an deutschen Geld rund um die Welt verbläst. Es wird höchste Zeit für wirklich ernsthafte, d.h. komplett kostenabbildende Studiengebühren, damit die Wohllebe ein Ende hat und die jungen High-Potentials mal die raue Lebenswirklichkeit des steuerzahlenden türkischen Gemüsehändlers, griechischen Wirts oder polnischen Bauarbeiters oder deutschen Dachdeckers kennenlernen.
2. .
cokommentator 15.12.2011
Ich würde von Frau Ströhle gerne wissen, was sie von einem Leben in Deutschland unter den gleichen Voraussetzungen wie in Südafrika halten würde.
3. Ich glaub' ich spinne
strayboy 15.12.2011
Zitat von elmex67Die gemeinschaft der deutschen (d.h. aller hier lebenden deutschen, türkischen, griechischen, serbischen etc.) Steuerzahler hat dem akademischen Nachwuchs den Studienplatz und das studentische Leben (Bafög) (mit-)finanziert. Nun hat der Steuerzahler-Mohr seine Schuldigkeit getan und der fertig ausgebildete Akademiker veruftet ins Ausland statt hier zu bleiben und nun selbst als Steuerzahler seinen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Das sind die Akademiker, die mit hippen Nacktdemos auf ihre angespannte soziale Lage aufmerksam machen - natürlich wird der Demotermin via internetfähigem iPhone getwittert - kost' ja nix. Rückgrat wäre, wenn sie bereits zum ersten Semester das Weite suchen und in Johannesburg, Ulan Bator etc. die im Vergleich zum schlimmen Deutschland v-i-e-l bessern Bedingungen nutzen würden - inklusive der abzudrückenden teils fünfstelligen Semesterbeiträge. Aber da bleibt man doch lieber im grauenhaften Deutschland. Und die südliche Sonne von Bali bis Johannesburg ist umso strahlender, je mehr der DAAD an deutschen Geld rund um die Welt verbläst. Es wird höchste Zeit für wirklich ernsthafte, d.h. komplett kostenabbildende Studiengebühren, damit die Wohllebe ein Ende hat und die jungen High-Potentials mal die raue Lebenswirklichkeit des steuerzahlenden türkischen Gemüsehändlers, griechischen Wirts oder polnischen Bauarbeiters oder deutschen Dachdeckers kennenlernen.
Meine Guete, sie sind eine Knallcharge... Ist das Neid? Sie haben wohl nie eine Uni von innen gesehen, oder gar die Wissenschaft als Karriere gewaehlt. Von Wohlleben zu reden ist ja reiner Sarkasmus. Enormer Leistungsdruck (publish or perish), sehr bescheidene Gehaelter, kaum Aussichten auf Dauerstellen - tja, ein hoechst privilegiertes Leben. Wenn es die Forschenden so gut haben, warum wechselt der deutsche Dachdecker oder polnische Bauarbeiter nicht die Beschaeftigung. Und bitte auch nicht vergessen: wer jahrelang von Stipendien etc. lebt, erwirbt auch keine oder nur vernachlaessigbare Rechte auf Sozialleistungen wenn es mal schiefgeht. Ein Realitaetscheck ist eher bei ihnen angebracht...
4. Setzen...Sechs!
anthu 15.12.2011
"Es wird höchste Zeit für wirklich ernsthafte, d.h. komplett kostenabbildende Studiengebühren, damit die Wohllebe ein Ende hat und die jungen High-Potentials mal die raue Lebenswirklichkeit des steuerzahlenden türkischen Gemüsehändlers, griechischen Wirts oder polnischen Bauarbeiters oder deutschen Dachdeckers kennenlernen.[/QUOTE]" So einen gequirlten Stumpfsinn/populistische Hetze bei gleichzeitig wenig bis garkeiner Ahnung vom Thema liest man selten. Keine Ahnung, auf welches Beispiel Sie sich beziehen, oder was man Ihnen im Leben angetan hat, das Sie so schreiben. Sie hetzen hier über DOKTORANDEN. Erstens zahlt von denen ein Hauptteil Steuern, da sie oftmals ein (absolut minimales) aber existenzsicherndes Einkommen beziehen, und zweitens haben (je nach Fach) viele Doktoranden viel bessere bzw in manchen Fällen ÜBERHAUPT erst Chancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt, wenn sie in bestimmten Fachgebieten oder im Ausland promovieren und dann nach Deutschland ZURÜCKKEHREN um hier weiterzuarbeiten und um IHRE Rente zu finanzieren (Leider auch Ihre). Die raue Lebenswirklichkeit und absolut ungesicherte Verhältnisse kennen viele Doktoranden mit absoluter Sicherheit besser als Sie.
5. Geht's noch gehässiger?
kfp 15.12.2011
Zitat von elmex67Die gemeinschaft der deutschen (d.h. aller hier lebenden deutschen, türkischen, griechischen, serbischen etc.) Steuerzahler hat dem akademischen Nachwuchs den Studienplatz und das studentische Leben (Bafög) (mit-)finanziert. Nun hat der Steuerzahler-Mohr seine Schuldigkeit getan und der fertig ausgebildete Akademiker veruftet ins Ausland statt hier zu bleiben und nun selbst als Steuerzahler seinen Beitrag zur Gesellschaft zu leisten. Das sind die Akademiker, die mit hippen Nacktdemos auf ihre angespannte soziale Lage aufmerksam machen - natürlich wird der Demotermin via internetfähigem iPhone getwittert - kost' ja nix. Rückgrat wäre, wenn sie bereits zum ersten Semester das Weite suchen und in Johannesburg, Ulan Bator etc. die im Vergleich zum schlimmen Deutschland v-i-e-l bessern Bedingungen nutzen würden - inklusive der abzudrückenden teils fünfstelligen Semesterbeiträge. Aber da bleibt man doch lieber im grauenhaften Deutschland. Und die südliche Sonne von Bali bis Johannesburg ist umso strahlender, je mehr der DAAD an deutschen Geld rund um die Welt verbläst. Es wird höchste Zeit für wirklich ernsthafte, d.h. komplett kostenabbildende Studiengebühren, damit die Wohllebe ein Ende hat und die jungen High-Potentials mal die raue Lebenswirklichkeit des steuerzahlenden türkischen Gemüsehändlers, griechischen Wirts oder polnischen Bauarbeiters oder deutschen Dachdeckers kennenlernen.
Wenn ich solche verbitterten, verbissenen und unqualifizierten Kommentare lese, dann will ich D doch gleich wieder den Rücken kehren, statt mich hier wieder aufs Steuerzahlen bis zum Umfallen und Bitte-keinen-Spaß-am-Leben-haben (wir anderen haben es schließlich auch nicht, wo kämen wir denn da hin) gleichschalten zu lassen, während ich anderswo fast immer deutlich bessere Lebensbedingungen hatte. (Wenn die Familie doch nur so einfach mit um die Welt ziehen könnte...) Glauben Sie's oder nicht, man kann auch in anderen Ländern der Welt leben. Dort hat man vielleicht ein paar der dt. Probleme nicht, dafür aber dann die dortigen (wie in diesen Beispielen Studiengebühren zahlen bzw. sich rechtzeitig um Stipendium ggf.s auch vor Ort, Forschungs- oder Tutoren-Stelle bemühen, weniger Komfort, andere Arbeitszeiten, weniger Sicherheit usw. in Kauf nehmen usf.)... Wenn man ein paar Jahre dort war, hat man sich so daran gewöhnt wie Sie sich an den Alltag in D. Ich kann mir insofern nicht vorstellen, dass es für Frau Ströhle einen Unterschied macht, ob sie 2-3 Jahre im Ausland so lebt, wie sie es gerade tut, oder das dann ihr ganzes Leben lang fortsetzt - was sie jetzt im Alltag nicht hat, wird sie auch spätestens in einigen Jahren Umgewöhnungszeit nicht mehr vermissen, spätestens dann kann ihr D sicher gerne gestohlen bleiben... Ich wünsche den Doktoranden viel Glück und Spaß im Ausland. Und kann ihnen leider nur raten, es sich gründlichst zu überlegen, ob sie danach wieder nach D zurückwollen, denn hier wird ihnen niemand gönnen, dass sie eben nicht den stromlinienförmigen Lustlos-Abracker-Weg (mit neidischem Blick, ob es jemand anderem besser ergehen könnte) gegangen sind wie alle anderen...
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