Von Bernhard Mittermaier
Bund und Länder haben 2005 die Exzellenzinitiative gestartet, um "den Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig zu stärken, seine internationale Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und Spitzen im Universitäts- und Wissenschaftsbereich sichtbarer zu machen". So steht es in der Präambel der Exzellenzvereinbarung. Zwischen 2006 und 2011 standen dafür 1,9 Milliarden Euro und damit eine Summe bereit, die größer ist als der Jahresetat der gesamten Max-Planck-Gesellschaft. Sind die Exzellenzmilliarden in den vergangenen Jahren gut angelegt worden?
Dieser Frage sollte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) nachgehen und gemeinsam mit dem Wissenschaftsrat einen Bericht über die nach diesem Programm durchgeführten Vorhaben erstellen. Der 2008 vorgelegte Bericht trägt klar den Charakter einer Zwischenbilanz, in dem vor allem das Auswahl und Entscheidungsverfahren sowie die angestoßenen Initiativen und Prozesse dargestellt werden.
Der Bericht gibt Empfehlungen für die Weiterentwicklung der Exzellenzinitiative, ist aber nur in Ansätzen in der Lage, die tatsächlichen Auswirkungen der Förderung quantitativ zu erfassen. Wie könnte das erfolgen? In Interviews mit den Sprecherinnen und Sprechern der Exzellenzcluster sind die Zahl der Publikationen, Drittmitteleinnahmen und die Verstetigung der geschaffenen Strukturen als Erfolgsindikatoren identifiziert. Für die Förderlinie "Zukunftskonzepte" sind derartige Kennwerte nicht benannt und erst recht nicht erhoben und ausgewertet worden.
Elite-Unis können nicht auf Bestandsschutz hoffen
Insgesamt neun Universitäten sind in den bisherigen zwei Entscheidungsrunden in diese Förderlinie aufgenommen worden: Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH), die Freie Universität Berlin, die Universitäten in Freiburg, Göttingen, Heidelberg, Karlsruhe, Konstanz sowie die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und die Technische Universität München können sich derzeit mit dem Titel Exzellenzuniversität schmücken. Ob das auch nach den im Juni 2012 anstehenden Entscheidungen zur Exzellenzinitiative der Fall sein wird, ist ungewiss. Neben den bestehenden neun Exzellenzuniversitäten können sieben weitere Universitäten auf die Millionen aus der Eliteförderung rechnen, die sich zwischen 2012 und 2017 auf jährlich 142 Millionen Euro belaufen. Maximal zwölf Universitäten werden am Ende über die Förderlinie Geld erhalten. Es gibt also keinen "Bestandsschutz".
Gerade für die dritte Förderlinie, die in besonderem Maße dem Ziel der Sichtbarmachung von Spitzenforschung verpflichtet ist, bietet sich die Zahl der Publikationen als ein möglicher Erfolgsindikator an. Die Erhebung von Publikationen hat sich weltweit als Kriterium für erfolgreiche wissenschaftliche Arbeit durchgesetzt. Zu beachten ist dabei allerdings, dass die Zahl der Publikationen stets nur ein Indikator unter mehreren sein sollte. Dennoch bildet deren Erhebung zumindest den Einstieg in die quantitative Evaluation.
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