Neues Ranking: Diese 25 US-Unis sollte man sich sparen

Ich zahle fürs Studium, verschulde mich, aber dafür winkt später die große Kohle? Auf diese Gleichung verlassen sich viele US-Studenten und schreiben sich an teuren Hochschulen ein. Ein Ranking zeigt nun, dass das an manchen Unis gar keine gute Idee ist.

Uni-Ranking: Diese US-Unis kommen richtig teuer Fotos
REUTERS

Welches Fach passt zu mir? Mit welchem Studium finde ich später einen Job? Und: Wo kann ich mir den Luxus Hochschulbildung in den USA überhaupt leisten?

Jedes Jahr stellen sich amerikanische Schulabgänger solche Fragen und unzählige Rankings versuchen, Antworten zu geben. Jetzt ist ein neues erschienen: Das amerikanische Nachrichtenmagazin "Newsweek" listet auf, welche amerikanische Uni Studenten am teuersten zu stehen kommt.

Den wenig schmeichelhaften ersten Platz in der Rangliste der "least affordable schools" belegt dabei die katholische Sacred Heart University in Fairfield, Connecticut. Auf Platz zwei landet das private Nazareth College in Rochester, New York, und auf Platz drei die ebenfalls private Ashland University in Ashland, Ohio. Die private Hawaii Pacific University in Honolulu belegte den fünften Platz. (Die komplette Liste auf der Webseite von "The Daily Beast")

Für ihr Studium müssen amerikanische Studenten generell sehr viel zahlen, durchschnittlich belaufen sich ihre Schulden nach Ende der Ausbildung auf 24.000 Dollar. Das Magazin hat aber nicht nur die Höhe der Studiengebühren verglichen, sondern hat auch nachgesehen, wie viele Absolventen die Uni mit Schulden verlassen, wie hoch sie durchschnittlich verschuldet sind und wie viele Studenten wie viel finanzielle Unterstützung bekommen.

Klare Kosten-Nutzen-Rechnung: Was kostet es, was wirft es ab?

Zudem hat "Newsweek" in das Ranking einbezogen, wie viel Absolventen der jeweiligen Uni zu Beginn und im späteren Verlauf ihrer Berufslaufbahn verdienen. Das Magazin nutzte dazu Daten von College InSight, einer Initiative der gemeinnützigen Organisation Institute for College Access & Sucess, sowie Daten von PayScale, einer Webseite für Gehaltsvergleiche.

Wer sich für ein Studium an der Sacred Heart University entscheidet, ist sehr wahrscheinlich als Absolvent hoch verschuldet: Nach Angaben von "Newsweek" verlassen 99 Prozent die Uni mit Schulden, im Durchschnitt betragen sie 40.865 Dollar (etwa 32.650 Euro). Im ersten Job verdienen die Absolventen dieser Uni meist um die 44.800 Dollar (etwa 35.780 Euro) im Jahr.

Auf dem 25. Platz der "least affordable colleges" landet die private Saint Joseph's University in Philadelphia, Pennsylvania. Zwar hat auch sie schlechte Werte, aber immerhin haben es Absolventen hier etwas besser als an der Sacred Heart: Nur zwei Drittel verlassen Saint-Joseph's mit Schulden, im Schnitt betragen die allerdings 45.530 Dollar (etwa 36.380 Euro). Dank eines etwas höheren Einstiegsgehalts ihrer Absolventen und der geringeren Verschuldungsquote liegt die Uni trotzdem 24 Plätze hinter der Erstplatzierten und damit kostspieligsten Uni.

Neben den teuren, weniger erfolgversprechenden Unis hat "Newsweek" die Unis mit der besten Rendite der USA gekürt. Das sind, wenig überraschend, die Hochschulen mit den großen Namen: Auf Platz eins liegt das Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge. Zwar kostet das Studium gute 55.000 Dollar, die Kaderschmiede verfügt aber offenbar über besonders solventen Studenten und gute Stipendien: "Nur" 44 Prozent der Absolventen haben anschließend Schulden, die sich auf gut 15.000 Dollar belaufen.

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Bei den Gehältern allerdings räumen die MITler ab: Im Schnitt starten sie mit Jahresgehältern von knapp 70.000 Dollar, später verdienen sie im Mittel 115.000 Dollar. Auf Platz zwei der lohnenden Unis liegt Princeton in New Jersey, auf Platz drei das California Institute of Technology (Caltech) und auf den Rängen vier und fünf die Baylor University in Waco, Texas, und die Harvard University in Cambridge.

fln

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insgesamt 40 Beiträge
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1. Bildung gibt es dort nur für Reiche
heinz.mann 29.08.2012
oder oder es werden Schulden aufgenommen, die man fast sein halbes Leben mit sich herumträgt, was wiederum zu Alterarmut führt. Tolles System.
2. Ausgangslage?
Lankoron 29.08.2012
Hat man auch die Ausgangslage der Studierenden eingeschlossen? Gerade bei den genannten "TOP"- unis Princeton, Harvard und Baylor würde mich das schon interessieren. Das sind die Unis, wo sich weniger Studenten einen kopf um ihren Unterhalt machen müssen, weil die Eltern ein hohes Einkommen haben. Weniger bemittelte Studenten werden dort gar nicht in dem Ausmass angenommen wie an anderen Unis.
3.
kehman 29.08.2012
Zitat von heinz.mannoder oder es werden Schulden aufgenommen, die man fast sein halbes Leben mit sich herumträgt, was wiederum zu Alterarmut führt. Tolles System.
Und das ist in Deutschland besser? Hier kriegt man "tolle" Studentenkredite, man nimmt 50.000€ auf um das Medizinstudium zu absolvieren und zahlt am Ende 75.000€ zurück. So etwas nennt man dann Bildungskredite und wenn man dann fertig ist verdient man als Assistenz Arzt mit Glück 2.500€ Brutto ...
4. Recherchieren geht über lamentieren.
zazzel 29.08.2012
Zitat von LankoronHat man auch die Ausgangslage der Studierenden eingeschlossen? Gerade bei den genannten "TOP"- unis Princeton, Harvard und Baylor würde mich das schon interessieren. Das sind die Unis, wo sich weniger Studenten einen kopf um ihren Unterhalt machen müssen, weil die Eltern ein hohes Einkommen haben. Weniger bemittelte Studenten werden dort gar nicht in dem Ausmass angenommen wie an anderen Unis.
Ich zitiere: "What does "need-blind" mean? "Need-blind" means that Princeton accepts students regardless of their ability to pay the cost of attendance and meets their full demonstrated need with a "no loan" aid package. There is no disadvantage of any kind in the admission process for financial aid applicants." Das bezieht sich gleichermaßen auf Harvard wie Princeton. Meine Uni in NYC hatte das auch. Akzeptierten Bewerbern wurde das Studium da immer ermöglicht. Im Bewerbungsprozess spielte Geld keine Rolle.
5. Bull
sir.viver 29.08.2012
Zitat von heinz.mannoder oder es werden Schulden aufgenommen, die man fast sein halbes Leben mit sich herumträgt, was wiederum zu Alterarmut führt. Tolles System.
Blödsinn, sehr viele Studenten haben auch Stipendien. Wer gute Noten hat, der wird gefördert! Es ist halt nicht wie in D, wo etliche an der Uni sind um Zeit abzuhängen, kostet ja (fast ) nichts. Ein anderer Effekt ist die Motivation. Was nichts kostet - ist nichts wert, Studenten sind in den USA in vergleichbaren Fächern immer schneller mit dem Studium fertig. Mir ist noch kein ewiger Student begegnet, der zum x-ten mal sich "neu orientiert hat" und das x-te Studium begonnen hat, mit dem Ziel, dann irgendwann mit 40 als Aushilfe im Bioladen zu jobben... Außerdem werden im Bericht Unis mit Colleges durcheinander geworfen.
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