Rangliste beliebtester Unis: Berlin, Berlin, wir wollen nach Berlin

In Hochschul-Rankings zogen die Münchner oft an den Berliner Unis vorbei - nicht so in diesem: Eine neue Rangliste der Humboldt-Stiftung zeigt, dass Gastwissenschaftler am liebsten in der Hauptstadt forschen. Grämen müssen sich die Bayern trotzdem nicht.

Rangliste: Die beliebtesten deutschen Hochschulen
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dpa

Gefühlt gibt es so viele Hochschul-Rankings wie Unis. Berliner Universitäten landen dabei nicht unbedingt auf Spitzenplätzen, umso mehr dürfte sie eine neue Rangliste der Alexander von Humboldt-Stiftung freuen, über die das manager magazin in seiner neuen Ausgabe exklusiv berichtet. Demnach sind die Berliner Unis bei ausländischen Top-Wissenschaftlern am beliebtesten.

Ein Ranking ist nur so aussagekräftig wie die Frage, die dahinter steckt. Einige vergleichen, wie viel Drittmittel die Unis einsammeln. Andere fragen: Wie viel publizieren die Wissenschaftler einer Uni? Was denken Arbeitgeber über die Absolventen? Was Studenten über ihre Professoren?

Die Humboldt-Stiftung analysierte nun, welche deutsche Uni in den vergangenen Jahren die meisten Gastwissenschaftler angezogen hat. Auf dem ersten Platz landet die Freie Universität (FU) Berlin, auf dem zweiten die Humboldt-Universität (HU) Berlin und auf dem dritten die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München. Dabei entschieden sich - gemessen an der Größe der Uni - fast doppelt so viele ausländische Wissenschaftler für Berliner wie für Münchner Hochschulen. Ein Ergebnis, das überrascht - schließlich werden die Münchner Elite-Hochschulen oft gerühmt.

Die unabhängige Humboldt-Stiftung vergibt jährlich Stipendien an ausländische Wissenschaftler, die in Deutschland forschen wollen. Zwischen 2007 und 2011 kam es so zu rund 6000 Forschungsaufenthalten. Für die Rangliste wertete die Stiftung nur jene aus, die mindestens einen Monat dauerten, wenn ein Wissenschaftler mehrmals am gleichen Ort forschte, rechnete sie es als einen Aufenthalt.

Welchen Gastgeber ein Stipendiat wählt, bleibt ihm überlassen. Möglich, dass sich die Wissenschaftler allein wegen der hippen Hauptstadt für HU und FU entschieden haben. Wahrscheinlich ist aber, dass die hochqualifizierten Stipendiaten bei ihrer Wahl auch genau abwägen, welche Forschungseinrichtung sie in ihrer wissenschaftlichen Karriere voranbringt. Demnach lässt ihre Wahl auch Rückschlüsse auf die Attraktivität deutscher Hochschulen im Ausland zu.

Die Humboldt-Stiftung wertete neben der Gesamt-Rangliste auch die einzelnen Wissenschaftsbereiche aus: Bei den Geistes- und Sozialwissenschaften belegte die FU Berlin den ersten Platz, die HU Berlin den zweiten und die Uni Freiburg den dritten Platz. Im Bereich Lebenswissenschaften, Medizin und Biologie beispielsweise, führt ebenfalls die FU Berlin die Rangliste an, gefolgt von der Uni Potsdam und der TU Kaiserslautern. Bei den Naturwissenschaften liegt die Uni Regensburg vorn, gefolgt von der Uni München und der Uni Bielefeld. Bei der Ingenieurwissenschaften belegte die Uni Göttingen Platz eins, die Uni Münster Platz zwei und die HU Berlin immerhin Platz drei.

Auch die Gastaufenthalte in außeruniversitären Einrichtungen und sonstigen Hochschulen wertete die Stiftung aus. Dabei genießen die Max-Planck-Gesellschaften (MPG) den besten Ruf: Das Berliner Fritz-Haber-Institut der MPG führt dieses Ranking an, gefolgt vom Max-Planck-Institut (MPI) für ausländisches Recht und Völkerrecht in Heidelberg sowie dem MPI für Kolloid- und Grenzflächenforschung in Potsdam.

Die Rankings im Überblick

Deutschlands international renommierteste Unis
Top 20 der wissenschaftlichen Hochschulen
Rang Einrichtung Gesamtzahl Gastwissenschaftler Gewichtete Zahl der Gastwissenschaftler*
1 Freie Universität Berlin 286 140,2
2 Humboldt-Universität Berlin 263 109,13
3 Universität München 276 77,31
4 Universität Bonn 188 65,28
5 Technische Universität München 174 59,79
6 Universität Heidelberg 191 58,95
7 Universität Freiburg 158 58,74
8 Technische Universität Berlin 124 57,14
9 Universität Göttingen 140 55,34
10 Universität Bayreuth 72 54,96
11 Universität Bielefeld 82 50,62
12 Technische Universität Darmstadt 85 49,13
13 Universität Potsdam 61 48,03
14 Technische Hochschule Aachen 121 46,9
15 Universität Köln 123 46,07
16 Universität Würzburg 92 45,1
17 Universität Bochum 111 44,4
18 Universität Regensburg 75 44,38
19 Universität Konstanz 57 43,18
20 Karlsruher Institut für Technologie (KIT) 110 43,14
* Zahl der ausländischen Gastwissenschaftler je 100 Lehrstühle an der gastgebenden Uni

Quelle: Humboldt-Stiftung

fln

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insgesamt 38 Beiträge
Dieter D. 21.04.2012
Also dieses Ranking vermittlet nun den Eindruck, als wenn die Spitzenuniversitäten für bspw. Ingenieurswesen Göttingen, Münster, HU Berlin usw. sind. Rechnet man mal zurück reden wir hier von: Göttingen, 4 Lehrstühlen, Platz [...]
Also dieses Ranking vermittlet nun den Eindruck, als wenn die Spitzenuniversitäten für bspw. Ingenieurswesen Göttingen, Münster, HU Berlin usw. sind. Rechnet man mal zurück reden wir hier von: Göttingen, 4 Lehrstühlen, Platz 1 TU München, 109 Lehrstühlen, Platz 20 RWTH Aachen, ? Lehrstühlen, nicht im Ranking. Also ich weiß ja nicht, aber selbst wenn man Rankings kritisch betrachten kann wie man will, so ist dies hier sicherlich das mit Abstand unsinnigste. Vielleicht kommt ja demnächst ein Ranking welche Universität die meisten Grashalme im Umland stehen hat :-)
g.hensel 21.04.2012
Ich vermute Sie meinen die TU Berlin. Ingenieurwissenschaften werden nach wie vor an Technischen Universitaet in Berlin angeboten. Die Qualitaet der Studienangebote und der Forschung an der TU Berlin ist und war schon immer sehr [...]
Ich vermute Sie meinen die TU Berlin. Ingenieurwissenschaften werden nach wie vor an Technischen Universitaet in Berlin angeboten. Die Qualitaet der Studienangebote und der Forschung an der TU Berlin ist und war schon immer sehr hoch. Die Innovationsfreudigkeit und Ausstattung der TU zogen schon immer Wissenschaftler aus der ganzen Welt an.
apira 21.04.2012
Diese Umfrage gibt im Prinzip nichts anderes wieder als das, was man im Gespräch mit Wissenschaftlern und Unternehmern immer wieder hört. Man muss sich ja erstmal fragen, wer in Asien oder in den USA Orte wie München oder Hamburg [...]
Diese Umfrage gibt im Prinzip nichts anderes wieder als das, was man im Gespräch mit Wissenschaftlern und Unternehmern immer wieder hört. Man muss sich ja erstmal fragen, wer in Asien oder in den USA Orte wie München oder Hamburg überhaupt kennt. Ich kenne Geschäftsführer, die sagen, sie könnten in Deutschland nirgendwo anders ihren Sitz haben als in Berlin, man sei ein international ausgerichtetes Unternehmen, und da könne man potentiellen Mitarbeitern ja nun schlecht erzählen, sie sollten nach Bayern ziehen. Versuchen Sie mal, einen amerikanischen Dozenten für einen Vortrag nach Hamburg zu bekommen. Oder fragen Sie mal Venture-Capital-Geber, wo die überwiegend investieren. Wer sich aussuchen kann, wo er arbeiten möchte, der geht in Deutschland nunmal allenfalls nach Berlin.
alfredjosef 21.04.2012
Also, wenn ich Gastwissenschaftler wäre, würde ich dahin gehern, wo ich mir eine ordentliche Wohnung leisten kann. Und München ist das nicht, bei den schmalen Gehältern, die Wissenschaftler bekommen.
Also, wenn ich Gastwissenschaftler wäre, würde ich dahin gehern, wo ich mir eine ordentliche Wohnung leisten kann. Und München ist das nicht, bei den schmalen Gehältern, die Wissenschaftler bekommen.
mimi_kry 21.04.2012
Und weil sich so viele "Geschäftsführer" in Ihrem Bekanntenkreis für Berlin entscheiden, boomt dort die Wirtschaft ... genau. Das mag für die Wissenschaft vielleicht noch gelten, Wirtschaftsunternehmen ziehen sich [...]
Zitat von apiraDiese Umfrage gibt im Prinzip nichts anderes wieder als das, was man im Gespräch mit Wissenschaftlern und Unternehmern immer wieder hört. Man muss sich ja erstmal fragen, wer in Asien oder in den USA Orte wie München oder Hamburg überhaupt kennt. Ich kenne Geschäftsführer, die sagen, sie könnten in Deutschland nirgendwo anders ihren Sitz haben als in Berlin, man sei ein international ausgerichtetes Unternehmen, und da könne man potentiellen Mitarbeitern ja nun schlecht erzählen, sie sollten nach Bayern ziehen. Versuchen Sie mal, einen amerikanischen Dozenten für einen Vortrag nach Hamburg zu bekommen. Oder fragen Sie mal Venture-Capital-Geber, wo die überwiegend investieren. Wer sich aussuchen kann, wo er arbeiten möchte, der geht in Deutschland nunmal allenfalls nach Berlin.
Und weil sich so viele "Geschäftsführer" in Ihrem Bekanntenkreis für Berlin entscheiden, boomt dort die Wirtschaft ... genau. Das mag für die Wissenschaft vielleicht noch gelten, Wirtschaftsunternehmen ziehen sich zurück - bzw. siedeln gar nicht erst in Berlin an. Ihrem Beitrag entnehme ich außerdem, dass Sie Asien, die USA und andere Länder nicht selbst besucht haben? Denn wenn Sie dort - ebenso übrigens wie in Australien mit einem Aboriginee (eigene Erfahrung) - über München sprechen, ist die Stadt dort ausgesprochen bekannt. Beginnt beim Hofbräuhaus und dem Oktoberfest in USA, Asien und Australien ... und endet in Asien mit dem FC Bayern, der sich dort großer Beliebtheit erfreut ... das aber nur nebenbei. Ansonsten sollten Sie mir mal erklären, wohin Berlin das viele viele Geld "schafft", das es mit der sich permanent und ausschließlichen Ansiedlung von Unternehmen so verdient. Und wie die hohe Arbeitslosigkeit zustande kommt ... Sehr verwirrend, denn folgt man Ihren Ausführungen, dann müsste die Arbeitslosigkeit quasi gegen 0 gehen. Ach so - laut des Manager-Magazins verteilen sich Deutschlands 1000 Weltmarktführer wie folgt auf ... Hitliste: Deutschlands 1000 Weltmarktführer - manager magazin - Unternehmen (http://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/0,2828,718850,00.html) Hm. Berlin sehe ich da nicht ganz so häufig.
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  • Samstag, 21.04.2012 – 10:36 Uhr
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Die wichtigsten Rankings im Überblick
Das Times Higher Education Ranking erscheint in der Londoner Zeitung "Times Higher Education Supplement". Das Ranking basiert auf dem Ansehen von Hochschulen in der Fachwelt und bei Arbeitgebern. Auch spielen Zitationsraten, Betreuungsverhältnis von Lehrenden und Studierenden und der Anteil ausländischer Studierender und Dozenten eine Rolle.

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