Referenten-Typologie: Der Angeber - Das Referat bin ich
Für den Angeber ist ein Referat wie eine große Samstagabendshow im ZDF. Er ist bemüht, sich etwas aus der grauen Kommilitonenmasse hervorzuheben. Stets modisch gekleidet, kommt er gerade vom Flughafen, vom Uni-Präsidenten oder aus dem Bett einer schönen Frau. Jedenfalls erzählt er das.
Wie viel Arbeit in seinem Vortrag steckt, ist schwer zu sagen, er gibt sich jedenfalls immer viel Mühe, alles so leicht wirken zu lassen, als hätte er gerade das Vordiplom geschafft. Ach, wo wir gerade davon sprechen, hat er ja auch.
So hat er die Semesterferien verbracht: Nach einem Praktikum bei der EU hat er noch eine Studienreise nach Istanbul unternommen, weil die Stadt so viel zu bieten hat, kulturell, historisch, politisch. Und weil seine Masche bei den Erasmus-Studentinnen in den Bars so gut ankommt.
So sieht sein Handout aus: Minimalistisch, maximal eine Seite, kurze Schlagworte, gedruckt auf leichtem Kartonpapier mit Wasserzeichen einer Galerie / des Deutschen Konsulats in New York / der US-Uni Berkeley.
So etwas sagt er gern: "Das erinnert, wie Sie sicher wissen, an eine Passage aus Habermas' 'Strukturwandel der Öffentlichkeit' / an Kants 'Kritik der reinen Vernunft' / an das Verhalten von Primzahlen im Unendlichen. Ich sprach da neulich auch mit Joachim (Gauck) drüber, bevor ich meinen Vater in New York besucht habe, der ist dort Galerist / Konsul / Professor."
So lange dauert es: Unterschiedlich, aber immer geht es während eines Zehntels der Zeit ums Thema und den Rest der Zeit um ihn.
So reagiert der Professor: "Danke Martin, grüß deinen Vater von mir."
- Teil I: Willkommen in der Vortrags-Vorhölle
- Teil II: Die Aufgeregte - Mir ist ein bisschen schwummerig
- Teil III: Der Beseelte - Lasst uns das bitte ausdiskutieren
- Teil IV: Der Überflieger - Da ist doch nichts dabei
- Teil V: Der Verpeilte - Bin ich hier richtig?
- Teil VI: Der Abgeklärte - Das schaffen wir schon
- Teil VII: Der Nerd - Darf ich um Ihre Aufmerksamkeit bitten?
- Teil VIII: Die Gruppe - Höchststrafe für alle
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- Freitag, 16.11.2012 – 12:29 Uhr
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- Professor Oliver Vornberger, 61, lehrt seit rund 25 Jahren Informatik an der Uni Osnabrück. Er gehörte zu den ersten Professoren Deutschlands, die ihre Vorlesungen aufzeichneten und die Aufnahmen ins Netz stellten. Für seine Lehre hat er mehrere Preise bekommen.
SPIEGEL ONLINEIn einer zehnteiligen Reihe gibt er einen Uni-Crashkurs und beantwortet die wichtigsten Fragen zum Studium - natürlich vor der Kamera.
- Teil I: Was soll ich studieren?
- Teil II: Wie teuer ist ein Studium?
- Teil III: Wie wähle ich den Studienort?
- Teil IV: Wie organisiere ich meinen Stundenplan?
- Teil V: Wie verhalte ich mich in der Vorlesung?
- Teil VI: Wie schreibe ich eine E-Mail?
- Teil VIII: Wie bereite ich mich auf eine Klausur vor?
- Teil IX: Wie überstehe ich eine mündliche Prüfung?
- Teil X: Wie mache ich Politik?
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