Von Jonas Leppin und Oliver Trenkamp
Kaum etwas ist anstrengender als der Vortrag eines Nerds. Selbst in dieser Typologie hat sich der ewige Quälgeist aufgedrängt, weil ohne ihn irgendetwas fehlen würde. Dabei ist der typische Nerd heute nicht mehr an einem Aktenkoffer, Krawatte oder Club Mate zu erkennen: Der Nerd von Welt versteckt sich hinter Bandwurmsätzen, einem zweifelhaften Verständnis von Humor und der absoluten Unfähigkeit, auch mal etwas für andere zu tun.
Optisch ist er im Idealfall dann doch an einer gewissen Ähnlichkeit mit Steve Urkel aus "Family Matters" zu erkennen. Aber keine Garantie: Auch Ihr Nachbar, der schon die ganze Zeit an seinem Handy herumspielt, könnte gleich aufstehen und den nerdigsten Vortrag der Welt halten.
So hat er die Semesterferien verbracht: Er hat "Halo 4" durchgezockt und sich auf linux.org die neuesten Commits angesehen und auf Fehler überprüft.
So etwas sagt er gern: "Darf ich meine geschätzten Kommilitonen in der dritten Reihe mal um Aufmerksamkeit bitten? Hallo!? Na gut, mir egal, ich höre Ihnen auch nicht mehr zu, wenn Sie Probleme mit dem nächsten Software-Update haben."
So sieht sein Handout aus: Als E-Paper, als Download, als Google-Dokument, in das jeder sein Feedback schreiben kann. Print ist für ihn schon lange tot. ;-) OAO. ROTFL.
So lange dauert es: Genau 45 Minuten. Oder 2700 Sekunden. Oder 27.000 Zehntelsekunden. Das kann man auch gerne mit dem Handy mitstoppen.
So reagiert der Professor: Schlägt in seinem eigenen Standardwerk einige provokante Thesen nach, die er angeblich gesagt haben soll.
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