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Student auf Marsmission: Astronaut werden er muss

Ein Interview von 

Student mit Weltraum-Faible: Für immer weg Fotos
Robert Schröder

Mehr "Star Wars"-Fan geht kaum: Robert Schröder, 27, studiert Elektrotechnik und liebt den Weltraum. Deshalb will er auf den Mars reisen, ohne Rückflugticket. Schuld daran ist der Krieg der Sterne.

Diese Reise soll die Mission seines Lebens sein. Der Darmstädter Student Robert Schröder möchte als einer von 24 Frauen und Männern im Jahr 2025 den Mars besiedeln und nie wieder zurückkehren.

Seit mehr als 20 Jahren ist Schröder riesiger "Star Wars"-Fan. Als er von der privaten Raumfahrtmission Mars One hörte, war klar: Er würde sich bewerben. Gegen knapp 200.000 Mitbewerber hat sich Schröder bereits durchgesetzt und gehört nun zu den letzten 100 Kandidaten.

Ab Ende 2016 sollen sich dann sechs vierköpfige Crews in einem mehrere Jahre dauernden Training auf das Marsleben bei einer Durchschnittstemperatur von minus 55 Grad vorbereiten. Finanziert werden soll das Ganze durch die Vermarktung der TV-Rechte. Der Abflug und die Vorbereitung sollen live übertragen werden.

Im Interview erzählt Schröder, wie Luke Skywalker ihn davon überzeugte, den Rest seines Lebens auf dem Mars zu verbringen.

SPIEGEL ONLINE: Sie haben sich für die Weltraummission Mars One beworben. Wann wussten Sie, dass Sie Astronaut werden wollen?

Schröder: Da war ich ungefähr sechs Jahre alt. Damals habe ich mit meinem Vater "Das Imperium schlägt zurück" geschaut. Ich kann mich erinnern, dass mein Vater auf dem Sofa saß, ich auf dem Boden davor, und die Rebellen kämpften in der Eiswüste Hoth gegen das Imperium. Ich habe zwar nicht alles verstanden, was im Film passierte. Aber die Leidenschaft war geweckt. Ich begann, mit Lego die "Star Wars"-Raumschiffe nachzubauen.

SPIEGEL ONLINE: Und mit der Szene auf dem Eisplaneten stand für Sie alles fest?

Schröder: Ich war damals nicht sofort ein Hardcore-Fan. Wichtig war für mich aber dann ein paar Jahre später die Episode 1, "Die dunkle Bedrohung". Alles beginnt auf dem idyllischen grünen Planeten Naboo, der unserer Erde sehr ähnlich ist.

SPIEGEL ONLINE: Aber Naboo wird dann bedroht.

Schröder: Eben. Man kann sich ja gut vorstellen, dass auch das Leben auf unserer Erde bedroht wird, vielleicht durch eine Naturkatastrophe oder Asteroiden, oder die Sonne in ferner Zukunft nicht mehr so hell scheint. Dann müssten die Menschen auf andere Planeten umsiedeln, in andere Systeme reisen. Das ist der Kerngedanke von "Star Wars" und der Mission Mars One, für die ich mich bewerbe: Wie kommen wir auf andere Planeten, wie überleben wir hier, wie können wir in entfernter Zukunft in andere Systeme weiterreisen?

SPIEGEL ONLINE: Welcher "Star Wars"-Charakter steht ihnen am nahesten?

Schröder: Luke Skywalker hat mich natürlich sehr beeinflusst. Ich bin sehr gespannt, wie er sich im siebten Teil entwickeln wird. Bisher war er ja ein sehr positiver Charakter. Ob das so bleibt? Aber nicht Luke allein hat mich zur Raumfahrt gebracht. Es war eher das ganze "Star Wars"-Feeling: mit dem Millennium Falken zwischen Planeten hin und her zu fliegen, sie zu besiedeln.

SPIEGEL ONLINE: Werden Sie auf Marsmission einen C-3PO an ihrer Seite haben?

Schröder: Wir werden sicherlich Situationen haben, in denen uns Roboter unterstützen. Auch in einer Form, die fast menschliche Züge hat, etwa indem sie Dinge abfragen, uns an etwas erinnern oder Befehle entgegen nehmen. Automatisierte Prozesse wird es viele geben, dass ein Roboter aber eigenständig Dinge macht, halte ich für unwahrscheinlich.

SPIEGEL ONLINE: Wie geht es jetzt weiter mit ihrer Raumfahrt-Bewerbung?

Schröder: Im September geht es mit der Auswahl weiter: Wir letzten 100 Kandidaten werden körperlich und geistig geprüft und müssen uns in Teams beweisen. Auch einige Tage in der Marssiedlung werden simuliert um zu schauen, wie wir auf Probleme reagieren: Was machen wir, wenn das System vom Klo ausfällt? Die Kommunikation mit der Erde ist so verzögert, dass man durchaus mal 45 Minuten auf eine Antwort warten muss.

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