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Steuererklärung im Studium: Wie Studenten Geld sparen könnten

Eine Steuererklärung nervt, für Studenten könnte sie sich aber lohnen. Denn das Bundesverfassungsgericht muss entscheiden, ob die derzeitigen Regeln verfassungsgemäß sind. Was Studenten jetzt tun sollten.

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DPA

Steuererklärung: Studenten sollten Werbungskosten geltend machen

Studienkosten können möglicherweise bald besser steuerlich geltend gemacht werden. Dass die Ausgaben für ein Studium nicht als Werbungskosten abgesetzt werden dürfen, sei verfassungswidrig, entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem am Mittwoch bekanntgegebenen Urteil. Deshalb legten die Richter diese Frage nun dem Bundesverfassungsgericht zur Entscheidung vor.

"Studenten sollten ihre Kosten des Erststudiums auf jeden Fall als Werbungskosten geltend machen", empfiehlt Isabell Klocke vom Bund der Steuerzahler. Antworten auf wichtige Fragen:

Worum geht es?

Es geht um die Frage, wie Ausbildungskosten steuerlich berücksichtigt werden sollen. "Nach geltender Rechtslage können die Kosten für ein Erststudium oder die erste Ausbildung lediglich als Sonderausgaben abgezogen werden", erklärt Klocke. Maximal 6000 Euro pro Jahr kann so bei der Einkommensteuer angesetzt werden.

Erfolgt die Ausbildung aber im Rahmen eines Dienstverhältnisses oder bei Studenten an Berufsakademien, in dualen Studiengängen oder mit Studium bei der Bundeswehr, gilt der Werbungskostenabzug. Das gelte auch bei Studenten, die bereits eine Ausbildung oder ein Studium abgeschlossen haben, sagt Klocke. So sind zum Beispiel bei einem Masterstudium die Kosten in voller Höhe als Werbungskosten abziehbar.

Der Bundesfinanzhof ist nun der Ansicht, dass diese bestehende Regelung gegen das Grundgesetz verstößt.

Was ist der Vorteil des Werbungskostenabzugs?

Sonderausgaben können immer nur im Jahr ihres Entstehens berücksichtigt werden. Das nütze Studenten oder Auszubildenden oft nichts, weil sie oft nur wenig oder nichts verdienen, sagt Klocke. Bei Werbungskosten ist das anders: "Übersteigen die Ausgaben für die Berufsausbildung die Einnahmen, ist eine Verlustfeststellung möglich", sagt sie. Die Verluste könnten in den ersten Berufsjahren steuermindernd genutzt werden.

Was sollten Betroffene jetzt tun?

Studenten und Auszubildende können eine Einkommensteuererklärung machen und die Kosten als Werbungskosten geltend machen. Vor allem bei hohen Ausgaben zum Beispiel für ein Auslandssemester oder ein Repetitorium könne sich das auszahlen, sagt Klocke. Das Finanzamt werde die Kosten mit Hinweis auf die geltende Rechtslage zunächst nicht akzeptieren. Betroffene sollten dann gegen den Steuerbescheid Einspruch einlegen und auf den Vorlagebeschluss des Bundesfinanzhofs hingeweisen. Bis zu einer abschließenden Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts bleibt der Steuerfall dann offen.

Welche Kosten können steuerlich geltend gemacht werden?

Alle Kosten, die im Zusammenhang mit dem Studium oder der Ausbildung entstehen, können geltend gemacht werden. Dazu gehören laut Klocke unter anderem: Ausgaben für die Fahrwege zwischen Wohnung und Studienort, für Fachliteratur und sonstige Arbeitsmittel, für Auslandssemester, für das Drucken und Binden von Studienarbeiten, für Repetitorien sowie Materialkosten für Baumodelle etwa bei Architekturstudenten.

Aktenzeichen: VI R 8/12

Falk Zielke/dpa/fln

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