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Krankenkasse für Studenten: Bundessozialgericht erlaubt verbilligten Schutz bis 37

Vorlesung: Versicherungsschutz bis Semester 14 oder bis zum 30. - in Ausnahmen aber auch länger Zur Großansicht
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Vorlesung: Versicherungsschutz bis Semester 14 oder bis zum 30. - in Ausnahmen aber auch länger

Günstig versichert bis zum 37. Geburtstag: In Ausnahmefällen dürfen Studenten sehr lange den verbilligten Krankenkassentarif zahlen, entschied das Bundessozialgericht. Grundsätzlich ist nach 14 Fachsemestern Schluss.

Kino, Bahn und Fitnessstudios - vieles ist für Studenten günstiger. Auch die Krankenversicherung, gesetzliche Kassen haben für angehende Akademiker stark reduzierte Tarife. Doch der Schutz währt nicht ewig: Mit 30 Jahren, spätestens jedoch mit 37, verlieren Studenten die günstige Versicherung.

Das hat das Bundessozialgericht (BSG) am Mittwoch in Kassel klargestellt. Ein Student hatte sich dagegen gewehrt, dass ihm seine Krankenkasse nach seinem 37. Geburtstag die Studenten-Versicherung gekündigt hatte. Die Klage blieb erfolglos.

Vielmehr befanden die Sozialrichter: Normalerweise endet die studentische Krankenversicherung spätestens mit dem 30. Geburtstag oder nach 14 Fachsemestern Studium. Eine Verlängerung kommt demnach nur infrage, wenn Studenten wegen "bedeutender Gründe", zum Beispiel einer Erkrankung oder einer Behinderung, das Studium nicht beenden können.

Allerdings würde sich die Versicherungspflicht auch in diesen Fällen nicht unbegrenzt verlängern: Im Falle von Hinderungsgründen endet die Versicherungspflicht als Student in der gesetzlichen Krankenversicherung demnach spätestens mit dem 37. Geburtstag.

Einen Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot behinderter Menschen sehen die Richter darin nicht. Es bestünden demnach "keine Ansprüche auf eine bestimmte Art der Durchführung der Gesundheitsversorgung, insbesondere nicht darauf, die kostengünstig ausgestaltete Versicherungspflicht als Student zeitlich unbegrenzt zur Verfügung gestellt zu erhalten", teilte das Gericht mit.

(Az.: B 12 KR 17/12 R)

lgr/dpa

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1.
davornestehtneampel 15.10.2014
Völlig an der Realität vorbei. Und dabei wird ständig von "lebenslang lernen gefaselt". Was ist, wenn ich mich erst spät für ein Studium entscheide? In der Zeit des Studiums ist das Geld für einen 39jährigen genauso knapp wie für einen 19jährigen (ja, danke an die alten Herren der Fraktion "also ich hab früher auch gearbeitet" - einfach mal aktuelle Studienordungen lesen, kurz überschlagen, wo da noch wieviel Zeit für Nebenjobs bleibt, überlegen, welcher Arbeitgeber einen in den knappen Zeitfenstern überhaupt einstellt und dann still sein...). Warum werden Dauerstudenten mit älteren ernsthaften Studierenden über einen Kamm geschoren? Der Versicherungstarif sollte für jeden ernsthaft Studierenden gelten, was sich anhand der ach so tollen Creditpoints mittlerweile sogar einfach mathematisch prüfen lässt.
2. Diskriminierung
Liebeskasper 15.10.2014
Wenn ein belibiges Lebensalter herangezogen wird um einen Anspruch zu verwehren kann es sich doch nur um Altersdiskriminierung handeln.
3. Das Urteil ist ungerecht
global48 16.10.2014
Das ist Altersdiskriminierung. Student ist Student, und das in jedem Alter.
4. falsche Entscheidung
der_seher59 16.10.2014
soziale Wohltaten müssen von allen Beitragszahlern aufgebracht werden - bis zum 37. Lj ist eindeutig zu lang
5. Danke, Bundessozialgericht!
jojack 16.10.2014
Mit 37 Jahren noch auf Staatskosten zu studieren, ist schon eine Frechheit. Nach dem Entfall der Wehrpflicht und Abitur nach 12 Jahren kann jeder Student Anfang bis Mitte 20 seinen Bachelor in der Tasche haben. Da ist sogar noch ein Auslandspraktikum drin. Sich danach auch noch die Krankenversicherung auf Kosten der Allgemeinheit finanzieren lassen zu wollen, ist schlicht dreist. Gut, dass die Richter das genauso gesehen haben.
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