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29. Dezember 2012, 16:01 Uhr

Dauerüberwachung

US-Studentin hält Eltern gerichtlich auf Abstand

Sie schauten ihr via Skype beim Schlafen zu, standen immer wieder plötzlich vor der Tür: Die Eltern einer US-Studentin überwachten ihre Tochter rund um die Uhr. Nun zog die 21-Jährige vor Gericht - und bekam recht. Mom und Dad dürfen ihr nicht mehr näher als 150 Meter kommen.

Eltern, die am liebsten mit auf den Campus ziehen und jeden Schritt ihrer erwachsenen Kinder begleiten, nerven manche Studenten. Einer 21-Jährigen in den USA wurde es nun zu bunt: Sie wehrte sich gerichtlich gegen ihre Eltern.

Ein Gericht in der Nähe der University of Cincinnati, wo Aubrey Ireland Theater studiert, verfügte: Ihre Mutter und ihr Vater dürfen sich ihr nur noch auf höchstens 500 Fuß - umgerechnet 150 Meter - nähern und bis September 2013 keinen Kontakt mehr zu ihr aufnehmen. Das berichtet unter anderem die Zeitung "The Times".

"Sie dachten, dass sie meinen Alltag komplett kontrollieren können, weil sie meine Studiengebühren und meinen Lebensunterhalt bezahlen", sagte die Studentin dem Sender ABC News. Sie hätten Überwachungssoftware auf ihrem Computer und Handy installiert und seien fast tausend Kilometer von ihrem Zuhause in Kansas für unangemeldete Besuche nach Cincinnati in Ohio gefahren - auch um mit Aubreys Fakultätsleiter zu sprechen.

"Wir stören sie nicht"

Dem hätten sie erzählt, dass ihre Tochter psychisch gestört sei und behandelt werden müsse. Sie könne das zwar gut überspielen, aber es gebe in der Familie mehrere Fälle von psychischen Erkrankungen. Außerdem sollen die Eltern behauptet haben, dass ihre Tochter sexuelle Freizügigkeit praktiziere und Drogen nehme.

Die Universität stellte sich offenbar auf die Seite der Studentin. Die Verwaltung stellte Sicherheitsleute ein, um Mutter und Vater von Auftritten der Theaterstudentin fernzuhalten. Außerdem erhielt Aubrey ein Stipendium der Universität, als die Eltern ihr nichts mehr zahlen wollten.

Ihre Mutter habe schon immer übermäßig viel Anteil genommen, sagt Aubrey. "In manchen Nächten musste ich Skype die ganze Nacht anlassen und meine Mutter schaute mir praktisch beim Schlafen zu." Der Gang vors Gericht sei ihr letzter Ausweg gewesen, um wieder selbstbestimmt leben zu können.

ABC News zitiert die Mutter lediglich mit zwei Sätzen aus dem Gerichtssaal: "Wir stören sie nicht, wir stellen kein Problem dar."

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