Studienanfänger-Tagebuch: Gott, Mama, Asta

3. Teil: Larissa und die Eltern: Wie vermeide ich jeden Tag einen ziemlich guten Rat?

Larissa (rechts) mit Mitbewohnerin Lena: Von Eltern mit Tipps und Putzmitteln versorgt Zur Großansicht
Sandra Bauer

Larissa (rechts) mit Mitbewohnerin Lena: Von Eltern mit Tipps und Putzmitteln versorgt

Elternbesuch ist meist sehr schön - und oft auch anstrengend. Nun hatten sich bei mir aber nicht nur meine Eltern zum Besuch angekündigt, sondern auch meine Schwiegereltern in spe. Zwei Mütter, zwei Väter und mein Freund zur gleichen Zeit in Tübingen. Zum ersten Mal alle zusammen auf Tour.

Ich musste die Küche wischen, mein Zimmer saugen, meinen Blätterstapel in meiner Kommode verstecken und mit roten Weihnachtskugeln die Küche schmücken. Aber das größte Problem: Mein Vater wollte essen gehen. Immerhin hat er mir diesen Wunsch schon vier Wochen vorher verkündet, er weiß schließlich, dass wir komplett unterschiedliche Meinungen von gutem Essen haben.

Während ich gern Neues ausprobiere, gern exotisch, isst er gern Fleisch, Beilage und Gemüse, deftig eben. Aber ist ihm auch bewusst, dass ich bisher nur in der Mensa und der Studentenpizzeria am Eck gegessen habe? Dass ich keine Idee habe, wo ich in Tübingen Eltern und Schwiegereltern in spe zum Essen ausführen kann?

Die Angebote im Internet überforderten mich, und den meisten Kommilitonen fiel bei der Frage nach einem elterntauglichen Restaurant auch nichts ein. Meine Freundin Patricia hatte ihren ersten Familienbesuch schon hinter sich, sie empfahl mir schließlich einen Mexikaner.

Care-Pakete von den Eltern: Kekse und Obst, Spüli und Klopapier

Am Sonntagmorgen rückte die Kolonne aus der Pfalz an - mit Akkubohrer, Obstkorb, zehn verschiedenen Sorten Gebäck und Geschenk. Sie lobten unsere saubere Küche und mein Zimmer. Boden putzen und Uni-Sachen verstecken, hat sich also gelohnt.

Später inspizierten sie unser Bad und stellten alle nacheinander fest, dass darin das Fenster fehlt. Die Väter klopften nebenbei ab und zu an die Wände und fachsimpelten über den Putz. Ich nickte nur und fragte mich, was daran interessant ist. Dann packte mein zukünftiger Schwiegervater die Bohrmaschine aus, um unsere neuen Lampen anzubringen. Danach schlenderten wir zum Mexikaner. Meinem Vater schmeckte es. Zum Glück.

Aber ich wollte den Müttern und Vätern natürlich mehr bieten. Ich wollte ihnen Tübingen präsentieren - samt Schloss, Uni-Bibliothek und Tübinger Schokomarkt, "Deutschlands größtes Schokoladen-Festival" in der Innenstadt. Der gehört zum Tübinger Vorweihnachtsprogramm dazu.

Mein Vater kannte die Sehenswürdigkeiten schon und begann, Geschichten über den ersten Besuch im Sommer zu erzählen. Meine Mutter war begeistert vom Bibliotheksflair und "all den Studenten". Meine Schwiegereltern in spe sagten gar nichts, und mein Freund googelte die Sehenswürdigkeiten auf seinem Handy.

Bei unserer Tour war ich nicht mehr die kleine Tochter, schließlich habe ich jetzt ein neues eigenes Zuhause, in dem ich mich auskenne, meine Eltern nicht. Trotzdem können sie nicht aufhören, zu bemuttern: Später in meiner WG, bei Kaffee und Gebäck, gaben sie wieder gute Ratschläge - wie lagere ich Bananen am besten? Bloß nicht im Kühlschrank, sondern auf dem Balkon! Aber es ist auch schön, hin und wieder Kind zu sein.

Erholen konnte ich mich vom Elternbesuch nicht. Denn drei Tage später hatten sich die Mütter meiner Mitbewohnerinnen angekündigt. Statt Obst und Plätzchen gab es diesmal Toilettenpapier, Spülmittel und Tipps zur Verwendung von Spülschwämmen. Als hätten sich unsere Eltern abgesprochen.

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insgesamt 5 Beiträge
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1. also wenn...
martyorleo 23.12.2011
es ein studiengang gibt der total überflüssig ist, dann theologie!
2. freies Ur/heiden-christentum vom Grundrecht der Religionsfreiheit ausgeschlossen
kalumeth 23.12.2011
Zitat von sysopWas zählt im Studium? Fabienne kommen Zweifel, ob sie das*unter Theologen herausfinden*wird. Für Larissa ist die zentrale Aufgabe erst einmal das Elternmanagement und Marc diskutiert*über Frauen-Quoten auf Redelisten.*Die Erstsemester-Kolumnisten*im UniSPIEGEL*zeigen: Jeder findet seinen Weg. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,804830,00.html
solange kirchenchristlicher Glaube einerseits immer noch durch frühkindlich-UNBEWUSSTE Zwangstaufe durch Eltern verbreitet, und später dann bischöflicherseits durch Androhung von Gehaltseinbussen auch evangelischen Pfarrern eine freigeistige Spiritualität verboten wird, leben wir immer noch -nur unwesentlich weichgespülter- in Zeiten der Inquisition. Wahren heidnisch-christlichen Urglauben findet man hingegen in den Sternen von Bethlehem und Leonardo da Vincis 12 astrologischen Abendmahlsprinzipien google61e1160cf001c8a0.html Ein Weg entsteht indem man ihn geht - Hildeg.v.Bingen, 13.Jhdt (http://pathfinder.oyla14.de)Solches kulturelles Wissen verschweigen die theologischen Fakultäten immer noch "wieder besseren (verlorengegangenen) Wissens".
3. .....
ichbinsdiesusi 23.12.2011
Zitat von sysopWas zählt im Studium? Fabienne kommen Zweifel, ob sie das*unter Theologen herausfinden*wird. Für Larissa ist die zentrale Aufgabe erst einmal das Elternmanagement und Marc diskutiert*über Frauen-Quoten auf Redelisten.*Die Erstsemester-Kolumnisten*im UniSPIEGEL*zeigen: Jeder findet seinen Weg. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,804830,00.html
ich kenne linke studentenvertretungen und fachschaften noch als ansammlung von dreiundzwanzigstsemestern, die ihr studium mit protest gegen die missstände verbracht haben und ob der misstände schon mal gar nicht mehr weiterstudiert haben... gehandelt wurde selten, gemeckert dafür mehr.... studierendenvertretungen waren nie ansprechpartner für probleme, so denn man eine lösung erwartet hat. vielmehr wurden probleme gleich zum politikum gemacht, was dazu führte, dass man die wahl hatte, sich entweder mitzuengagieren und ich in den kreis der 23.-semester einzuordnen oder einen anderen schnellen weg zu finden..... anständig angezogen mit gepflegtem äußeren und mit netten worten ist man als einzelner studi bei höheren ordnungen komischerweise schnell zum ziel gekommen. platz im seminar nicht bekommen? hin zum dekan, fall vorgetragen und schon saß man drin. fachschaften sind erstaunlicherweise auch nur noch partyorganisierer. meine letzten sammelmails, die ich als studi vom fachschaftsrat bekommen habe, beinhalteten folgende angaben: filmabend: knabberzeug besorgen wir, booze müsst ihr selber besorgen. pubcrawl: wenn ihr bei uns 2 euro hinterlegt, bekommt ihr den ganzen abend shots für 50 cent. weihnachtsfeier: booze-wichteln --> packt eine flasche hochprozentigen alkohol eurer wahl in ein paket und dann wird ausgelost. sommerfeier: als studi bekommt ihr shots zum halben preis, so wird die stimmung auch bei regen sommerlich warm.
4.
Andreas Rolfes 23.12.2011
Zitat von ichbinsdiesusiich kenne linke studentenvertretungen und fachschaften noch als ansammlung von dreiundzwanzigstsemestern, die ihr studium mit protest gegen die missstände verbracht haben und ob der misstände schon mal gar nicht mehr weiterstudiert haben... gehandelt wurde selten, gemeckert dafür mehr.... studierendenvertretungen waren nie ansprechpartner für probleme, so denn man eine lösung erwartet hat. vielmehr wurden probleme gleich zum politikum gemacht, was dazu führte, dass man die wahl hatte, sich entweder mitzuengagieren und ich in den kreis der 23.-semester einzuordnen oder einen anderen schnellen weg zu finden..... anständig angezogen mit gepflegtem äußeren und mit netten worten ist man als einzelner studi bei höheren ordnungen komischerweise schnell zum ziel gekommen. platz im seminar nicht bekommen? hin zum dekan, fall vorgetragen und schon saß man drin. fachschaften sind erstaunlicherweise auch nur noch partyorganisierer. meine letzten sammelmails, die ich als studi vom fachschaftsrat bekommen habe, beinhalteten folgende angaben: filmabend: knabberzeug besorgen wir, booze müsst ihr selber besorgen. pubcrawl: wenn ihr bei uns 2 euro hinterlegt, bekommt ihr den ganzen abend shots für 50 cent. weihnachtsfeier: booze-wichteln --> packt eine flasche hochprozentigen alkohol eurer wahl in ein paket und dann wird ausgelost. sommerfeier: als studi bekommt ihr shots zum halben preis, so wird die stimmung auch bei regen sommerlich warm.
Jaja, "studentische Selbstverwaltung" = "Selbstbereichung kleiner Gruppen von Weltverbesserern". Flachschaft und Hasta-la-vista-AStA braucht keiner!
5. Nicht meckern...
nbwDocSnyder 23.12.2011
Zitat von Andreas RolfesJaja, "studentische Selbstverwaltung" = "Selbstbereichung kleiner Gruppen von Weltverbesserern". Flachschaft und Hasta-la-vista-AStA braucht keiner!
...selber machen! Unsere Fachschaft z.B. setzt sich seit Jahren aktiv für ihre Studenten ein, indem sie an der Entwicklung der Studiengänge mitwirkt, Betreuung/Nachhilfe anbietet und auch sonstige Dienste bereit stellt - ohne das die Leute die das tun dafür bezahlt werden (außer für die Nachhilfestunden). Es stimmt schon, dass sich gewisse (linke und rechte) Gruppen gerne mal über die Maßen an studentischen Geldern bedienen. Aber dagegen hilft es nicht, nur zu meckern und gleich die Abschaffung jeglicher Selbstverwaltung zu fordern. Da muss man sich halt mal selbst mit einbringen und über den Tellerrand gucken. Ist ja eigentlich gefragt heute, aber den meisten Studis ist es schon zuviel Aufwand, ein Mal im Jahr wählen zu gehen...
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