Bald geht das Semester wieder los, die Bewerbungen um Studienplätze sind längst geschrieben. Und viele Studenten wissen auch schon, wo es hingehen wird. Aber viele werden irgendwann auch ins Ausland wollen - oder vielleicht noch einmal das Fach oder die Uni wechseln. Ein neuer Bericht der EU-Kommission zeigt nun, wo es sich am günstigsten studieren lässt - und wo es besonders teuer ist, eine Hochschule zu besuchen.
Demnach ist England das teuerste Studienland in Europa. Bis zu 11.500 Euro bezahlen Studenten dort pro Jahr an Gebühren. Am günstigsten ist das Studium laut EU-Kommission in den Ländern Nordeuropas, allerdings haben nach Dänemark jüngst auch Finnland und Schweden Studiengebühren für ausländische Studenten eingeführt.
Wer in Deutschland studieren möchte, muss laut Bericht pro Jahr 200 bis 1000 Euro zahlen, dies umfasst vor allem Verwaltungskosten. Das Studienjahr kostet hier im ersten Studienabschnitt genauso viel wie im zweiten. In vielen EU-Ländern ist hingegen ein Jahr im Masterstudium teurer als im Bachelorstudium, häufig aufgrund höherer Gebühren. Studenten aus Nicht-EU-Ländern müssen in Europa in der Regel höhere Beträge zahlen als einheimische.
Wo das Studium nichts kostet
Dass das Studieren in England so teuer ist, hat vor allem mit den drastisch erhöhten Gebühren zu tun. Die Maßnahme ist heftig umstritten, die Studenten protestierten, es gab Krawalle. Die konservativ-liberale Regierung hat sich dennoch durchgesetzt - mit Folgen: Die Bewerberzahlen an den Unis gehen zurück.
Der Bericht listet neun Länder auf, in denen einheimische Studenten - zum Teil auch nur Bachelor-Studenten - keinerlei Gebühren zahlen müssen, das sind neben Dänemark, Finnland und Schweden auch Griechenland, Malta, Norwegen, Österreich, Schottland und Zypern.
In Deutschland sind Studiengebühren mittlerweile ein Auslaufmodell, auch wenn sich Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) kürzlich noch einmal gegen das Ende des Bezahlstudiums stemmte. Nur Niedersachsen und Bayern kassieren von ihren Studenten noch 500 Euro pro Semester.
Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, sagte: "Dass es jetzt leichter ist für Studenten, die Kosten eines Studiums in verschiedenen Ländern zu vergleichen, wird hoffentlich die Mobilität der Studenten erhöhen."
Weltweiter Spitzenreiter bei Studiengebühren sind weiterhin die USA, hatten kanadische Hochschulforscher im März ermittelt. Die Campusmaut war dort binnen eines Jahres im Mittel um fünf Prozent gestiegen - und damit doppelt so stark wie im Durschnitt der 40 Vergleichsländer. US-Absolventen starten mit durchschnittlich 24.000 Dollar Schulden ins Berufsleben.

otr/dpa
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