Campusmaut in Europa: Was kostet die Studienwelt?

Teures England, günstiges Skandinavien: Ein neuer Bericht der EU-Kommission zeigt, wie viel das Studium in Europa kostet. Wer einen Master machen will, muss in vielen Ländern mehr zahlen als für den Bachelor - in Deutschland allerdings meist nicht.

Demonstrant gegen Studiengebühren in London: Heftige Campusmaut in England Zur Großansicht
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Demonstrant gegen Studiengebühren in London: Heftige Campusmaut in England

Bald geht das Semester wieder los, die Bewerbungen um Studienplätze sind längst geschrieben. Und viele Studenten wissen auch schon, wo es hingehen wird. Aber viele werden irgendwann auch ins Ausland wollen - oder vielleicht noch einmal das Fach oder die Uni wechseln. Ein neuer Bericht der EU-Kommission zeigt nun, wo es sich am günstigsten studieren lässt - und wo es besonders teuer ist, eine Hochschule zu besuchen.

Demnach ist England das teuerste Studienland in Europa. Bis zu 11.500 Euro bezahlen Studenten dort pro Jahr an Gebühren. Am günstigsten ist das Studium laut EU-Kommission in den Ländern Nordeuropas, allerdings haben nach Dänemark jüngst auch Finnland und Schweden Studiengebühren für ausländische Studenten eingeführt.

Wer in Deutschland studieren möchte, muss laut Bericht pro Jahr 200 bis 1000 Euro zahlen, dies umfasst vor allem Verwaltungskosten. Das Studienjahr kostet hier im ersten Studienabschnitt genauso viel wie im zweiten. In vielen EU-Ländern ist hingegen ein Jahr im Masterstudium teurer als im Bachelorstudium, häufig aufgrund höherer Gebühren. Studenten aus Nicht-EU-Ländern müssen in Europa in der Regel höhere Beträge zahlen als einheimische.

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Ländervergleich: Wo ist Studieren erschwinglich?
Alle EU-Länder bieten zumindest einigen ihrer Studenten Zuschüsse wie Darlehen, Familienbeihilfen, Steuervergünstigungen oder Stipendien an. In Deutschland nimmt rund ein Viertel der Studenten finanzielle Unterstützung in Anspruch. Diese beträgt je nach persönlichem Bedarf und nach Förderungsquelle zwischen 120 und 9000 Euro im Jahr, der Großteil davon dürfte auf das Bafög entfallen.

Wo das Studium nichts kostet

Dass das Studieren in England so teuer ist, hat vor allem mit den drastisch erhöhten Gebühren zu tun. Die Maßnahme ist heftig umstritten, die Studenten protestierten, es gab Krawalle. Die konservativ-liberale Regierung hat sich dennoch durchgesetzt - mit Folgen: Die Bewerberzahlen an den Unis gehen zurück.

Der Bericht listet neun Länder auf, in denen einheimische Studenten - zum Teil auch nur Bachelor-Studenten - keinerlei Gebühren zahlen müssen, das sind neben Dänemark, Finnland und Schweden auch Griechenland, Malta, Norwegen, Österreich, Schottland und Zypern.

In Deutschland sind Studiengebühren mittlerweile ein Auslaufmodell, auch wenn sich Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) kürzlich noch einmal gegen das Ende des Bezahlstudiums stemmte. Nur Niedersachsen und Bayern kassieren von ihren Studenten noch 500 Euro pro Semester.

Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Bildung, sagte: "Dass es jetzt leichter ist für Studenten, die Kosten eines Studiums in verschiedenen Ländern zu vergleichen, wird hoffentlich die Mobilität der Studenten erhöhen."

Weltweiter Spitzenreiter bei Studiengebühren sind weiterhin die USA, hatten kanadische Hochschulforscher im März ermittelt. Die Campusmaut war dort binnen eines Jahres im Mittel um fünf Prozent gestiegen - und damit doppelt so stark wie im Durschnitt der 40 Vergleichsländer. US-Absolventen starten mit durchschnittlich 24.000 Dollar Schulden ins Berufsleben.

Was regt euch auf?
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otr/dpa

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insgesamt 2 Beiträge
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1. Lücken
sprücheklopferklopfer 11.09.2012
Naja, der Artikel ist ein bisschen vereinfacht und schlecht recherchiert: "Am günstigsten ist das Studium laut EU-Kommission in den Ländern Nordeuropas, allerdings haben nach Dänemark jüngst auch Finnland und Schweden Studiengebühren für ausländische Studenten eingeführt. " Welche Ausländischen? Denn diese Unternehmung machte Österreich bereits und ist damit am EuGH und dessen Gleichberechtigungsrichtlinie gescheitert, warum sollte es da den Skandinaviern anders gehen? (Für Klugscheißer: Norwegen ist im Artikel nicht mal erwähnt!)! Und kleine Randbemerkung: Österreich hat Kosten - für EU Bürger ca. 17€ pro Semester ;) Ist nicht viel, aber nichts ist es auch nicht. Und Nicht-EU Ausländer zahlen auch dort!
2. Keine Studiengebühren für EU-Bürger in Dänemark, Schweden und Finnland
EU-Bürgerin 12.09.2012
Dänemark, Schweden und Finnland haben Studiengebühren für Bürger aus Drittstaaten (nicht EU) eingeführt. EU-Bürger (plus Schweizer, Isländer und Norweger) studieren umsonst! Das ist ein wichtiger Unterschied. Der Artikel sollte dementsprechend geändert werden. In der EU zahlt jeder die Studiengebühren, die auch von einem Bürger aus dem jeweiligen Staaten gezahlt werden müssen. Etwa in Dänemark zahlt ein Deutscher für einen Master of Science an der Copenhagen Business School nichts. Ein Inder hingegen muss 12.500 Euro pro Jahr bezahlen. In England zahlt ein Deutscher die Studiengebühren die ein Engländer zahlen muss und nicht die noch höheren für Drittstaatler (Oversea-Bürger)! Hier die Gebühren an der London School of Economics gestaffelt nach EU UK Bürger und Overseas: http://www2.lse.ac.uk/intranet/students/moneyMatters/tableOfFees/2012-13.aspx Hier die Gebühren (bzw. keine) an der Copenhagen Business School: http://www.cbs.dk/en/Degree-Programmes/CBS-Graduate/Admissions-fees/Menu/Group-B/Menu/Tuition-fee
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