Dienstag: Qi Gong mit Trainer Frank in der Uni-Turnhalle
Was ist das? Qi Gong (ausgesprochen ch'i-kung) gilt als Jahrtausendealter Schatz der chinesischen Kultur. Die Bewegungslehre wird in China staatlich gefördert und in der traditionellen Chinesischen Medizin angewandt. Das "Qi" steht für die Lebensenergie, "Gong" bedeutet beständiges Üben. Erste Formen wurden in alten daoistischen Schriften erwähnt. Auch andere Religionen wie Buddhismus und Konfuzianismus, prägten die Qi-Gong-Bewegungslehre. Die fernöstliche Lehre geht von einer Lebensenergie im Körper aus. Ein Grundsatz im Qi Gong ist "Wuwei": nichts wollen, keine Absichten verfolgen. Denn das Leben ist wie ein Fluss, nicht planbar, ein Kommen und Gehen.
Darum sollen Blockierungen sich durch langsame fließende Bewegungen auflösen. Qi Gong wurde später vor allem in den Klöstern durch die Mönche überliefert und lebt von den asiatischen Tugenden: Ruhe und Fleiß. Es übt sich am besten im Freien und an einem mittelalten Baum, denn die sollen eine heilende Wirkung haben.
Wie geht das? Wir üben in der Halle, der Kurs beginnt im Sinne asiatischer Disziplin um 7.30 Uhr früh. Außer mir sind drei weitere Frauen im Kurs, deren Studium schon länger zurück liegt, etwas später kommt noch ein junger Mann. Wir begrüßen uns mit einer leichten Verbeugung, jeder formt mit beiden Händen Schalen legt sie ineinander und verschränkt sie vor der Brust.
Danach kommen Bewegungsabfolgen, bedächtig und langsam. Die Bewegungen, kann ich kaum voneinander unterscheiden, nur die Namen bleiben hängen: "Stehen wie ein Baum", "Der Affe präsentiert den Pfirsich", "Den Mond anschauen", "Das Wasser schieben, um der Welle zu helfen". Zwischendurch - ich schiebe gerade das Wasser mit den Händen - erzählt Lehrer Frank von den Wurzeln der Qi-Gong-Bewegungen, vor allem: Kreise! Die Bewegungen sind sehr klein und einfach nachzumachen, aber für das ungeschulte Auge sehen komisch aus, wie die Sportschau in Zeitlupe oder Pantomime auf der Straße.
Wie war das? Nach anderthalb Stunden habe ich nicht das Gefühl viel gemacht zu haben, aber ich fühle mich gut, ruhig, gelassen. Die Wirkung von Qi Gong entfaltet sich, wie schon im Namen enthalten, erst bei regelmäßigem Üben. Qi Gong braucht ein bisschen Konzentration und Geduld und eignet sich für Leute, die Ruhe suchen und Bäumen gern haben. Für Zappelige ist es nichts. Außer einer Gymnastikmatte braucht es vor allem Phantasie - zum Mond-, Affen- und Pfirsiche vorstellen.
Bester Satz: "Das brauche ich für mein Herz-Qi"
Fachrichtungen: Forstwissenschaften, Sinologie, Erlebnispädagogik
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