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IS-Propaganda-Video: TU Darmstadt trennt sich von syrischem Doktoranden

Ausschnitt aus dem Video, in dem der Promotionsstudent für die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) wirbt Zur Großansicht
DPA

Ausschnitt aus dem Video, in dem der Promotionsstudent für die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) wirbt

Ein Student der TU Darmstadt hatte in einem Video für den "Islamischen Staat" geworben. Nun entschied die Hochschule: Seinen Doktor darf der Syrer dort keinesfalls zu Ende machen.

Am Dienstagabend war er festgenommen worden, jetzt gab die Uni bekannt: Der Student, der in einem Video für die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) geworben hatte, darf nicht länger an der TU Darmstadt promovieren.

Der Promotionsausschuss des Fachbereichs Mathematik beschloss, die Annahme des Promotionsvorhabens fristlos zu widerrufen. "Die TU Darmstadt wird nun die Exmatrikulation zum 31. März, dem Ende des laufenden Wintersemesters, betreiben", teilte die Uni mit.

Die Polizei hatte den Student am Dienstagabend festgenommen. Gegen den 35-Jährigen wird ermittelt.

Laut einer Übersetzung des Middle East Media Research Institutes spricht der Syrer, der an der TU Darmstadt seit 2007 als Promotionsstudent eingeschrieben war, in dem Propagandavideo auf Arabisch darüber, warum er den IS unterstütze und verteidige. Es handle sich um "dschihadistisches Propagandamaterial", sagte eine Sprecherin des Landesamts für Verfassungsschutz.

Kollegen am Fachbereich Mathematik hatten den Mann in dem Video erkannt, wie TU-Sprecher Jörg Feuck sagte. Der Doktorand sei "als Kollege geschätzt" gewesen. Es habe vorher keine Anzeichen dafür gegeben, dass er den IS unterstützte.

Wie hr-info berichtet, hat der Student selbst zugegeben, das Video gedreht und online gestellt zu haben. In einem hr-Interview hatte der Student seine in dem Video verbreiteten Thesen vor der Festnahme noch verteidigt.

lov

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Finanzrat Medienrat Geheimrat Militärrat Hilfsrat für Kämpfer Sicherheitsrat Rechtsrat Schurarat

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Führungsrat:

Das Gremium trifft alle wichtigen Entscheidungen im "Islamischen Staat". Alle Beschlüsse des Führungsrats müssen von IS-Chef Baghdadi abgesegnet werden. Zumindest theoretisch können die Mitglieder des Führungsrats den "Kalifen" absetzen.

Schura-Rat:

Besteht aus neun Männern, die in islamischem Recht bewandert sind. Sie beraten den Führungsrat in allen wichtigen militärischen und religiösen Fragen.

Geheimdienstrat:

Sammelt Informationen über innere und äußere Gegner des IS.

Finanzrat:

Ist das Finanzministerium des IS und verfügt über Hunderte Millionen US-Dollar. Der Rat koordiniert den Verkauf von Erdöl und fädelt Waffengeschäfte ein.

Militärrat:

Ist so etwas wie das Verteidigungsministerium des "Islamischen Staats". Der Rat koordiniert den militärischen Vormarsch und die Sicherung des eroberten Territoriums.

Hilfsrat für Kämpfer:

Organisiert die Schleusung ausländischer Kämpfer in den "Islamischen Staat". Der Rat unterstützt die ausländischen Dschihadisten, hilft ihnen unter anderem dabei, Unterkünfte zu finden.

Rechtsrat:

Regelt Familienstreitigkeiten und Verletzungen des islamischen Rechts. Das Gremium entscheidet auch über die Tötung von Geiseln.

Medienrat:

Gibt die offiziellen Mitteilungen des IS heraus. Koordiniert die Propagandakampagnen in den sozialen Netzwerken.

Sicherheitsrat:

Koordiniert die Kontrolle über die eroberten Gebiete, entscheidet über die Errichtung von Checkpoints. Mitglieder des Rats sind auch an der Tötung von Geiseln beteiligt.