Von Jonas Leppin und Oliver Trenkamp
Am Studium ist nichts so furchtbar wie schlechte Referate. Da stottern und schwitzen die Nervösen, da produzieren sich Selbstdarsteller, da nerven die Pedanten, da langweilen die Lustlosen. In kaum einer Situation an der Uni verdichtet sich alles Furchtbare so wie in den Vorträgen von Studenten, die übermotiviert oder unfähig sind, aufgeregt oder ahnungslos.
Die Zeit dehnt sich, wie man das nur aus dem Chemie-Unterricht der zehnten Klasse kannte, vor allem wenn vorne jemand steht, der mit monotoner Stimme vom Blatt abliest. Weniger zur Gedulds- als zur Toleranzprobe wird der Vortrag hingegen, wenn vorne niemand steht, sondern auf- und abläuft, wild gestikuliert und sich für den akademischen Wiedergänger von Stefan Raab hält. Dem, was er für ein Pointen-Feuerwerk hält, lässt sich nicht entkommen.
Man erlebt solche Kommilitonen in allen Fachrichtungen und an allen Instituten, wenn auch in unterschiedlicher Häufung. Zwar gibt es an vielen Unis und Hochschulen mittlerweile Präsentationskurse, doch weit herumgesprochen scheint es sich oft noch nicht zu haben. Selbst elementare Rhetorik-Regeln kennen oder beherrschen viele Referenten nicht - und so leiden allzu oft beide: Vortragende und Zuhörer.
Für Dozenten jedoch ist das Referat ein beliebtes Mittel, eigene Aufgaben abzuwälzen oder zumindest auf das Nötigste zu reduzieren. Während sich vorn ein Student durch seine Gliederung quält, lässt sich ja der Fachaufsatz des Forschungskollegen lesen oder eigenen genialen Gedanken nachhängen.
Es wird also auch künftig kaum ein Student den Vorträgen entkommen, die sich anfühlen wie die Vorhölle.
Eine Typologie der wichtigsten Referenten: Wie bereiten sie sich vor? Was sind ihre typischen Sätze? Wie lange muss man durchhalten? Klicken Sie zum Weiterlesen auf die Überschriften:
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