Studenten in Hessen: Wenig Geld, viel Arbeit

Knapp bei Kasse und schwer beschäftigt: Gut jeder dritte Student in Hessen hat weniger als 500 Euro im Monat zur Verfügung, zeigt eine Umfrage. Ihre wöchentliche Arbeitszeit für Studium und Nebenjob schätzen die Studenten auf 45 Stunden.

Studentin mit Kleingeldsorgen: Wie sollen die vielen Münzen nur in das kleine Schwein? Zur Großansicht
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Studentin mit Kleingeldsorgen: Wie sollen die vielen Münzen nur in das kleine Schwein?

Vier von zehn hessischen Studenten müssen mit weniger als 500 Euro im Monat haushalten. Die meisten kommen damit allerdings zurecht, wie eine Umfrage der Sparda-Bank Hessen und der Akademie für Management und Kommunikation (AMK) ergab. Drei Viertel der befragten Studenten kamen demnach gut oder sehr gut mit dem Geld aus, das sie im Monat zur Verfügung hatten.

Die Eltern spielen die Hauptrolle bei der Finanzierung des Studiums: Drei Viertel der Studenten bekommen mindestens einen Zuschuss, fast die Hälfte verließ sich ganz auf die Eltern. Jeder Fünfte bekommt hingegen überhaupt kein Geld von zu Hause, heißt es in der repräsentativen Umfrage "Studierende und Geld". Dafür wurden im vergangenen Juli und August 1000 an hessischen Hochschulen eingeschriebene Studenten online, am Telefon oder vor Ort befragt.

Die Studenten kommen nach eigenen Angaben durchschnittlich auf eine Arbeitswoche von etwa 45 Stunden. "Das auf Bachelor und Master umgestellte System erfordert mehr Aufwand für das Studium", schreiben die Macher der Umfrage. 35 Stunden verbringen die Studenten mit dem eigentlichen Studieren, drei mit anderen studentischen Tätigkeiten wie Praktika oder einem Job als Tutor oder studentischer Hilfskraft. Nebenjobs, mit denen viele Studenten Geld verdienen, nehmen im Schnitt sechs Stunden pro Woche in Anspruch.

Das Deutsche Studentenwerk kam in seiner jüngsten Sozialerhebung 2010 auf eine ähnlich hohe Arbeitszeit. Andere Studien widerlegen allerdings das Bild des stets fleißigen Studenten: Ein Hamburger Bildungsforscher kam ebenfalls vor drei Jahren zu dem Schluss, dass Studenten im Schnitt nur 26 Stunden in der Woche arbeiten.

Obwohl sie ihre Zeit knapp bemessen finden, engagieren sich sechs von zehn Studenten in studentischen Vereinigungen, Sportvereinen oder sonstigen Freizeit- und Hobbygruppen. Die meisten Studenten in Hessen - nämlich mehr als 80 Prozent - sind zufrieden mit ihren Studienbedingungen. Allerdings wünscht sich jeder zweite mehr Praxisbezug. Mehr als die Hälfte wäre gern zeitlich flexibler, um nebenbei auch fachfremde Veranstaltungen zu besuchen.

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insgesamt 48 Beiträge
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1.
marthaimschnee 14.03.2013
Von wegen Umstellung auf Bachelor und Master! Ich hab Ende der 90er mein Diplom gemacht und hatte an der FH auch im Schnitt 7 Stunden Vorlesung und Praktika am Tag. Dazu noch ein bis zwei Stunden in der Bibliothek und schon war man auch weit über 40 Stunden, ohne Nebenjob!
2. Zu blöd zum Rechnen
Mr_Weed 14.03.2013
Abgesehen davon, dass die Überschrift natürlich irreführend ist, weil die Studenten ja angeblich doch mit ihrem Geld auskommen... > Drei Viertel der Studenten bekommen mindestens einen Zuschuss [...] Jeder Fünfte bekommt hingegen überhaupt kein Geld von zu Hause, heißt es in der repräsentativen Umfrage "Studierende und Geld". Ahja, 1 - 3/4 = 1/5 > [...] durchschnittlich auf eine Arbeitswoche von etwa 45 Stunden.[...] 35 Stunden verbringen die Studenten mit dem eigentlichen Studieren, drei mit anderen studentischen Tätigkeiten [...] nehmen im Schnitt sechs Stunden pro Woche in Anspruch. und 45 = 35 3 6 Also die Qualität hier wird immer miserabliger, anders kann ichs nicht sagen
3.
Narn 14.03.2013
Hö, de Hesse zahle ja auch keine Studiengebühren!
4.
der_stille_beobachter 14.03.2013
Zitat von Mr_WeedAbgesehen davon, dass die Überschrift natürlich irreführend ist, weil die Studenten ja angeblich doch mit ihrem Geld auskommen... > Drei Viertel der Studenten bekommen mindestens einen Zuschuss [...] Jeder Fünfte bekommt hingegen überhaupt kein Geld von zu Hause, heißt es in der repräsentativen Umfrage "Studierende und Geld". Ahja, 1 - 3/4 = 1/5 > [...] durchschnittlich auf eine Arbeitswoche von etwa 45 Stunden.[...] 35 Stunden verbringen die Studenten mit dem eigentlichen Studieren, drei mit anderen studentischen Tätigkeiten [...] nehmen im Schnitt sechs Stunden pro Woche in Anspruch. und 45 = 35 3 6 Also die Qualität hier wird immer miserabliger, anders kann ichs nicht sagen
Ich würde eher sagen, dass die Qualität Ihres Kommentars "miserablig" ist. 1. 35 + 3 + 6 können durchaus 45 sein, z.B. durch Rundung. Die Zahlen sind direkt von der Seite der Studie übernommen. 2. 1 - 3/4 ist tatsächlich ein Fünftel, da hier zum einen auch gerundet wurde und zum anderen ein gewisser Teil keine Angabe gemacht hat. Hätten Sie sich die Mühe gemacht, die Studie einfach mal durchzublättern anstatt loszukrakeelen, hätten Sie sich Ihren Kommentar auch sparen können.
5.
Stäffelesrutscher 14.03.2013
Zitat von Mr_WeedAbgesehen davon, dass die Überschrift natürlich irreführend ist, weil die Studenten ja angeblich doch mit ihrem Geld auskommen... > Drei Viertel der Studenten bekommen mindestens einen Zuschuss [...] Jeder Fünfte bekommt hingegen überhaupt kein Geld von zu Hause, heißt es in der repräsentativen Umfrage "Studierende und Geld". Ahja, 1 - 3/4 = 1/5 > [...] durchschnittlich auf eine Arbeitswoche von etwa 45 Stunden.[...] 35 Stunden verbringen die Studenten mit dem eigentlichen Studieren, drei mit anderen studentischen Tätigkeiten [...] nehmen im Schnitt sechs Stunden pro Woche in Anspruch. und 45 = 35 3 6 Also die Qualität hier wird immer miserabliger, anders kann ichs nicht sagen
Ihnen fehlt der Standardsatz: »Abweichungen von 100 % können sich durch Rundungsdifferenzen oder durch Personen ergeben, die keine Angaben gemacht haben.« Aus der über den Link erreichbaren Studie: Vollfinanzierung durch Eltern: 45 % Teilfinanzierung durch Eltern: 32 % macht 77 % und damit gerundet »drei Viertel« Keine Finanzierung durch Eltern: 21 % macht gerundet »ein Fünftel« keine Angaben: 2 % 77 + 21 + 2 = 100 Die Arbeitswoche: Eigentliches Studium 34,6 h andere stud. Tätigkeiten 3,2 h (stud. Hilfskraft, Tutor, Praktika) Erwerbstätigkeit 5,9 h SPON hat nicht erwähnt: Betreuung der eigenen Kinder 1,4 h Summe: 45,1 h In der Befragung fehlt: Wegezeiten zwischen Uni-Instituten (im Norden kann das durchaus mal eine Bahnfahrt von Hamburg nach Kiel sein!)
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