Uni-Chaos 2011: Umfahren Sie den Hörsaal-Stau

Von Markus Flohr und Sebastian Hofer

Die Reifeprüfung ist bestanden, die Uni lockt - doch Doppel-Abi und Wehrpflichtende machen das Gedränge an den Hochschulen dieses Jahr besonders groß. SPIEGEL ONLINE stellt Strategien vor, mit denen Studenten der Flut im Hörsaal entgehen können.

Massen-Uni? Muss nicht: Strategien gegen die Studentenwelle Fotos
dapd

Deutschlands Unis sind nervös: Hilfe, im Herbst kommen die Studenten! Man sollte meinen, dass die Hochschulen den Anblick von wissbegierigen jungen Menschen unterschiedlichster Couleur gewöhnt sind. Aber vor diesem Wintersemester haben sie Angst. Denn die Studenten werden in Scharen kommen.

In Bayern und Niedersachsen haben wegen der Abiturzeitverkürzung in diesem Jahr zwei Jahrgänge ihr Abitur gemacht und wollen jetzt studieren. Und dann setzte auch noch die Regierung die Wehrpflicht aus und 59.000 orientierungslose Jungs um die 20 bewerben sich vermutlich noch heute aus Versehen für BWL und Jura in zehn verschiedenen Städten.

Eine halbe Million Erstsemester, die lärmend Einlass in die Hörsäle verlangen. Davon handeln die Alpträume der Universitätspräsidenten in diesem Jahr. Bis zu 60.000 Anfänger mehr als im letzten Jahr erwarten die Unis. Wie viele es tatsächlich werden, weiß keiner. Und das ist auch erst der Anfang. Bis 2016 fluten weitere Doppel-Abiturjahrgänge aus acht Bundesländern die Einführungsseminare.

Von dem Gedränge im Herbst künden schon die ersten Bewerberzahlen an den Hochschulen. Die Uni Hamburg meldet bereits 20 Prozent mehr Bewerber als sonst, 54.000 Bewerber kommen auf 8500 Plätze. An der Hochschule Bremen seien es sogar 250 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Die TU Berlin spricht von zehn Prozent mehr. Allein für den Bachelor-Studiengang Maschinenbau hätten sich dort auf die 200 Plätze laut Asta 1200 Bewerber gemeldet.

Dabei ist es jetzt schon eng an den Unis. Rund 2,2 Millionen Menschen studieren derzeit an deutschen Universitäten und Fachhochschulen- offiziell gibt es aber nur circa 1,1 Millionen Studienplätze.

Und es ist ja auch nicht so, dass der Sturm auf die Fakultäten vollkommen überrascht. Seit Jahren ist bekannt, dass die Doppeljahrgänge kommen. Und Bund und Länder haben mit dem Hochschulpakt die Finanzierung von neuen Studienplätzen in Angriff genommen. Doch die Maßnahmen kommen nicht schnell genug in Schwung. Und gerade hat das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) errechnet, dass die Studentenzahl-Prognosen der Politik deutlich zu niedrig sind.

Die Uni-Präsidenten raufen sich derzeit die Haare. Wie sollen sie kurzfristig ausreichend Platz und Lehrangebot für die vielen Neuen schaffen? Mitunter greifen sie zu etwas hilflos anmutenden Methoden. Aber auch als Student kann man etwas tun, um in der Masse nicht unterzugehen.

SPIEGEL ONLINE stellt zehn Strategien vor, mit denen sich die Unis vorbereiten - und mit denen Studenten selbst der Hörsaal-Flut entgehen können: Lesen Sie hier weiter...

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insgesamt 39 Beiträge
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1. lach laut
janne2109 30.08.2011
sehr hilfreich der Artikel, lach laut
2. Unterirdischer Artikel
fabian03 30.08.2011
Zitat von sysopDie Reifeprüfung ist bestanden, die Uni lockt - doch Doppel-Abi und Wehrpflicht-Ende machen das Gedränge an den Hochschulen dieses Jahr besonders groß. SPIEGEL ONLINE stellt Strategien vor, mit denen Studenten der Flut im Hörsaal entgehen können. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,778104,00.html
Es hätte dem Autor gut zu Gesicht gestanden wenn er sich vor dem Schreiben mal mit den Realitäten befaßt hätte. In ganz Deutschland sind noch ca. 28.000 Studienplätze frei. http://studieren.de/ in einzelnen Bundesländen teilweise mehrere tausend. http://studieren.de/freie-studienplaetze.0.html Es ist sicherlich wahr, das es einzelne Studiengänge gibt, die überlaufen sind, für die Masse trifft das aber keineswegs zu. Es stimmt auch, das sich die Uni- und HS Präsidenten die Haare raufen, aber nicht weil es zuviele sondern zu wenige Studenten gibt.
3. Tipp "Bleibt zu Hause"
bz-mof 30.08.2011
klappt nicht, hier ist überall Anwesenheitspflicht...
4. Ganz ehrlich?
ScOuRgE_ 30.08.2011
Also ich lache mich immer kringelig, wenn ich bei uns diese hoffnungslos überfüllten BWL und Deutsch (Lehramt) Hörsäle sehe, wo dann selbst noch Studenten vor der offenen Tür versuchen mitzuschreiben. Dann geh ich doch lieber in meine E-Technik Veranstaltungen mit 10-30 Teilnehmern, da bekomme ich praktisch staatlich bezahlten Privatunterricht vom Prof. Das Problem ist nicht unbedingt, dass heute fast 50% aller Schulabgänger auch studieren können, sondern dass viele davon sich in völlig überlaufene Fächer einschreiben und es in anderen Studienrichtungen einen erheblichen Mangel an Studenten gibt. Die deutsche Jugend von heute ist halt einfach zu blöd und gleichgeschaltet.
5. 28000?
kalumeth 30.08.2011
Zitat von fabian03Es hätte dem Autor gut zu Gesicht gestanden wenn er sich vor dem Schreiben mal mit den Realitäten befaßt hätte. In ganz Deutschland sind noch ca. 28.000 Studienplätze frei. http://studieren.de/ in einzelnen Bundesländen teilweise mehrere tausend. http://studieren.de/freie-studienplaetze.0.html Es ist sicherlich wahr, das es einzelne Studiengänge gibt, die überlaufen sind, für die Masse trifft das aber keineswegs zu. Es stimmt auch, das sich die Uni- und HS Präsidenten die Haare raufen, aber nicht weil es zuviele sondern zu wenige Studenten gibt.
aber nur, wenn Sie Mauerblümchenfächer ohne gute Berufsaussichten wie Ägyptologie, oder aber Fernstudiengänge dazunehmen. Die meisten freien Studienplätze melden die Ost-Unis.
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