Referenten-Typologie: Die Gruppe - Höchststrafe für alle

Von und

Wer macht's? Darum wollte der andere sich kümmern Zur Großansicht
Corbis

Wer macht's? Darum wollte der andere sich kümmern

Gruppenreferate funktionieren meist nach dem Prinzip: Wir haben uns gequält, jetzt quälen wir unsere Zuhörer. Dumm nur, dass ein Referat in der Gruppe normalerweise die absolute Mindestanforderung ist, wenn man nichts tun will, aber trotzdem den Schein oder die Creditpoints braucht. Meistens versucht die zufällig zusammengewürfelte Gruppe, einen gemeinsamen Termin zum Vorbereitungstreffen zu finden, bevor sich darauf geeinigt wird, dann doch alles per Mail abzustimmen.

Dabei ist die Referat-Truppe gruppenpsychologisch aufgebaut wie das A-Team: Einer ist der Chef und hat einen Plan, einer kann das Auditorium blenden, einer ist verrückt und den letzten lässt man lieber in Ruhe, damit es keinen Ärger gibt.

So haben sie die Semesterferien verbracht: Urlaub, Arbeit, Party, Lernen. So in die Richtung.

So sieht das Handout aus: Sechs Seiten, sechs verschiedene Schriftarten, eine Seite doppelt sich, weil Bernd und Jochen denselben Aspekt bearbeitet haben.

So etwas sagen sie gern: "Wer wollte sich noch mal um Punkt 5 kümmern?" und "Da müsst ihr euch an Bernd oder Jochen wenden, die sind aber leider krank."

So lange dauert es: Bis jeder dran war.

So reagiert der Professor: "Kommen Sie bitte langsam zum Schluss."

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insgesamt 11 Beiträge
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1. optional
galabber 16.11.2012
Warum bitte sind alle Typen männlich und nur "Die Aufgeregte" weiblich? Das regt mich nun tatsächlich ziemlich auf!
2. ---
runzel 16.11.2012
"Dabei ist die Referat-Truppe gruppenpsychologisch aufgebaut wie das A-Team: Einer ist der Chef und hat einen Plan, einer kann das Auditorium blenden, einer ist verrückt und den letzten lässt man lieber in Ruhe, damit es keinen Ärger gibt." Die, die gerne Chef sein wollten, waren spätestens bei dem zweiten Treffen formal zwar noch Teil der Referatsgruppe, haben auch noch ihre Anteile gemacht, an der Gestaltung und Treffen aber selber nicht mitgewirkt - sind also nie Teil der Gruppe geworden.
3.
Desobediencia_Civil 16.11.2012
Zitat von galabberWarum bitte sind alle Typen männlich und nur "Die Aufgeregte" weiblich? Das regt mich nun tatsächlich ziemlich auf!
Ich liebe Leute wie Sie und beglückwünsche Sie, keine wichtigeren Probleme zu haben. Ihr Leben muss großartig sein. :-) In dem Artikel konnte ich mich mehrmals selbst erkennen, aber leider nicht eindeutig zuordnen. Egal, Spaß gemacht hat das Lesen trotzdem.
4.
fmhummel 16.11.2012
Zitat von sysop 
Ich habe sie alle erlebt und war wohl auch ein oder zwei davon - außer dem Nerd, denn dieses Klischee kann ich mir so nur in anderen Studienfächern vorstellen. Vermutlich wurde der Begriff zu eng gefasst. Von allen Referaten, die ich an der Uni gehalten und gehört habe, war vermutlich nur ein winzige Bruchteil keine Folter.
5. ...
achim68 16.11.2012
Zitat von runzel"Dabei ist die Referat-Truppe gruppenpsychologisch aufgebaut wie das A-Team: Einer ist der Chef und hat einen Plan, einer kann das Auditorium blenden, einer ist verrückt und den letzten lässt man lieber in Ruhe, damit es keinen Ärger gibt." Die, die gerne Chef sein wollten, waren spätestens bei dem zweiten Treffen formal zwar noch Teil der Referatsgruppe, haben auch noch ihre Anteile gemacht, an der Gestaltung und Treffen aber selber nicht mitgewirkt - sind also nie Teil der Gruppe geworden.
Jepp... ich war immer der, den man lieber in Ruhe lässt ;-) War ganz angenehm... *gg
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