Die Universität Jena gründet ein Kompetenzzentrum gegen Rechtsextremismus. Damit reagiert die Hochschule auch auf die Verbrechen der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU), auf deren Konto mindestens zehn Morde gehen. Die drei NSU-Mitglieder Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe stammen aus Jena.
Das Kompetenzzentrum wird am 1. Juli eröffnet und soll die Forschung unterschiedlicher Fakultäten bündeln, Wissensstände dokumentieren und Studien zum Thema anstoßen; neue Stellen werden dafür allerdings nicht geschaffen. Mit vereinter Kraft sollen vor allem Politikwissenschaftler, Psychologen und Soziologen bei der Beantwortung noch offener Fragen helfen, sagt Uni-Rektor Klaus Dicke.
Erste Aufgabe für das Netzwerk sei die Erstellung eines "Aktionsplans Demokratiebildung". Der soll unter anderem die Prävention in Schulen und Jugendheimen unterstützen. Die Extremismusforschung habe wiederholt festgestellt, so Dicke, dass Menschen umso weniger zu extremistischen Einstellungen neigen, je besser sie politisch gebildet sind.
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