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Gegen den Trend: Uni Köln eröffnet einen Gebetsraum

Von Yannic Rehm

Besucher eines Gebetsraums Zur Großansicht
DPA

Besucher eines Gebetsraums

Mehrere deutsche Unis haben Gebetsräume geschlossen - einige wegen Konflikten, andere berufen sich auf ihre Neutralität. In Köln passiert das Gegenteil: Dort eröffnet bald einen "Raum der Stille". Warum?

Die Universität Köln baut bis Herbst 2016 eine freie Fläche in ihrem Hauptgebäude zu einem "Raum der Stille" um - und verhält sich damit gegen den Trend. Andere Hochschulen haben in jüngster Zeit ihre Gebetsräume geschlossen. In Essen, Bochum und Dortmund waren Konflikte der Grund. Die TU Berlin hat ebenfalls das Aus für die Räume beschlossen, ohne dass es dort Zwischenfälle gegeben hätte.

An der Uni Köln heißt es nun: "Der Raum ist neutral und steht allen offen." Laut Patrick Honecker, Sprecher der staatlichen Universität, sollen muslimische Studenten dort beten können, religiöse Symbole dürften sie aber nicht anbringen.

Um nach Geschlechtern getrennt zu beten, hatten muslimische Studenten den Raum in Dortmund durch eine Wand geteilt. Die Sprecherin der dortigen TU erklärte das Experiment des konfessionsneutralen "Raums der Stille" daraufhin für gescheitert.

Vorfälle wie die in Dortmund wollen die Kölner mit einer Nutzungsordnung vermeiden, die Diskriminierung verbietet. Im Notfall plane die Universität, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Menschen des Raumes zu verweisen, so Sprecher Honecker.

Mit dem Spannungsverhältnis zwischen Staat und Religion habe sich die Uni Köln auseinandergesetzt - mit dem Ergebnis, dass die Universität durchaus einen neutralen Raum zum Gebet anbieten dürfe.

Vor allem in Berlin wollen sich viele Studenten nicht mit der Entscheidung ihrer Universitätsleitung in Sachen Gebetsraum abfinden: Rund 500 haben eine Gegenpetition unterschrieben, seit TU-Präsident Christian Thomsen angekündigt hatte, ab 14. März alle entsprechenden Einrichtungen der Universität zu schließen. Sie wundern sich über den Beschluss. Denn muslimische Studenten müssten künftig zur nächsten Moschee gehen oder in den Treppenhäusern und Fluren der Universität beten. Bisher konnten sie neben dem Gebetsraum auch eine Turnhalle der TU nutzen. Beides soll in Zukunft nicht mehr möglich sein.

Thomsen hatte in seinem Beschluss damit argumentiert, dass die TU eine staatliche Einrichtung sei: "Wir wollen Neutralität und die Trennung von Staat und Kirche auf unserem Campus." Für Donnerstag hat er die Organisatoren der Petition zu einem Gespräch eingeladen.

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