Reaktion auf Boston-Anschlag: US-Zoll soll ausländische Studenten besser überprüfen

Mutmaßliche Helfer Dias K. und Azamat T.: Aktuelle Daten für die Behörden Zur Großansicht
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Mutmaßliche Helfer Dias K. und Azamat T.: Aktuelle Daten für die Behörden

US-amerikanische Zollbeamte sollen künftig sicherstellen, dass ausländische Studenten ein gültiges Visum haben. Das gilt für jeden Hochschüler, der einreist. Damit reagiert Washington auf die Bombenanschläge von Boston.

Washington - Ausländische Studenten, die mit einem Studentenvisum in die USA einreisen, soll es künftig intensiver überprüft werden. Das meldet die Nachrichtenagentur AP unter Berufung auf die amerikanische Zollbehörde. Demnach sollen Zollbeamte "mit sofortiger Wirkung" sicherstellen, dass jeder ausländische Student, der in die USA einreist, ein gültiges Studentenvisum hat.

Auch der Nachrichtensender NBC-News berichtet auf seiner Internetseite unter Berufung auf die US-Heimatschutzbehörde von entsprechenden Plänen. Demnach geht es darum, den Zollbehörden aktuelle Visa-Informationen von Studenten zur Verfügung zu stellen.

Damit reagiert die US-Regierung auf die Bombenanschläge vom 15. April in Boston. Drei Menschen kamen dabei ums Leben, 264 wurden verletzt. Die mutmaßlichen Attentäter, die Geschwister Tamerlan und Dschochar Zarnajew, stammen aus einer muslimischen Familie aus Tschetschenien. Beide lebten seit Jahren in den USA, hatten in dem Land studiert. Tamerlan wurde auf der Flucht getötet, Dschochar schwer verletzt gefasst. Ihm droht bei einem Prozess vor einem Bundesgericht die Todesstrafe.

Drei Freunde von Dschochar Zarnajew sollen - zumindest indirekt - in den Bombenanschlag verwickelt gewesen sein. Das Trio wurden festgenommen und einer Haftrichterin vorgeführt. Sie streiten die Vorwürfe ab. Zwei der drei Freunde kommen aus Kasachstan und leben mit einem Studentenvisum in den USA. Die beiden Kasachen studierten an der gleichen Universität wie der mutmaßliche Bombenleger Dschochar Zarnajew.

Laut NBC-News soll einer der Kasachen, Azamat T., im Januar mit einem ungültigen Visum in die USA gereist sein. Die Genehmigung lief aus, nachdem T. die Teilnahme am Unterricht an der University of Massachusetts-Dartmouth versäumt hatte. Diese Informationen wurden offenbar nicht an die Zollbehörden weitergeleitet.

Nach Angaben von NBC-News müssen ausländische Studenten in den USA ein sogenanntes F-1-Visum vorweisen. Nach jüngsten Erhebungen aus dem Jahr 2010 wurden davon 385.000 erteilt. In 154.000 Fällen verweigerten die Behörden die Einreisegenehmigung.

Unterdessen bestätigten US-Behörden, dass die Leiche des Attentäters Tamerlan für das Begräbnis freigegeben wurde. Am Donnerstag sei der Leichnam an ein Bestattungsinstitut übergeben worden, das auch die Vorbereitungen für eine muslimische Beerdigungszeremonie treffen werde.

fln/AP

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insgesamt 37 Beiträge
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1. Hysteriker
derbochumerjunge 03.05.2013
Eine Freundin (übrigens Deutsche) von mir, die in Boston studiert, hat bereits die neuesten Maßnahmen dieser Hysteriker erleben dürfen.
2. Was fuer Nieten
gweihir 03.05.2013
Und nein, ich meine nicht die Origkeiten dort. Die setzen einfach Dinge duurch, die sie schon lange machen wollten auf dem Weg zum Polizeistaat. Die Niteten sind die US Buerger, die nicht merken, dass diese "Massnahmen" keinerlei Einfluss auf das Terror-Problem haben, bzw. es verstaerken.
3. Fehlfunktion
derbochumerjunge 03.05.2013
Zitat von gweihirUnd nein, ich meine nicht die Origkeiten dort. Die setzen einfach Dinge duurch, die sie schon lange machen wollten auf dem Weg zum Polizeistaat. Die Niteten sind die US Buerger, die nicht merken, dass diese "Massnahmen" keinerlei Einfluss auf das Terror-Problem haben, bzw. es verstaerken.
Zumal diese "Sicherheitsmaßnahmen" - siehe Boston - im Endeffekt ja doch nicht funktionieren.
4. ...
tomblu 03.05.2013
Naja von Hysterie sprechen wuerde ich jetzt nicht, aber das das als "Reaktion" auf die Bombenanschlaege beworben wird, ist schon laecherlich. Sie schliessen lediglich eine kleine Luecke in der Umsetzung eines Gesetzes, das schon seit Ewigkeiten existiert. Lt. Gesetz wurde sein Visum ungueltig und er haette mit diesem Visum nicht mehr einreisen duerfen koennen, in der Praxis hat das wohl aber trotzdem geklappt. Diese Luecke soll nun geschlossen werden. Wird allerdings wohl kaum solche Anschlaege verhindern...
5. ...
Nekromant 03.05.2013
Zitat von sysopUS-amerikanische Zollbeamte sollen künftig sicherstellen, dass ausländische Studenten ein gültiges Visum haben. Das gilt für jeden Hochschüler, der einreist. Damit reagiert Washington auf die Bombenanschläge von Boston. USA: Verschärfte Einreisebedingungen für ausländische Studenten - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/usa-verschaerfte-einreisebedingungen-fuer-auslaendische-studenten-a-898022.html)
Man muss halt dazu übergehen, in der EU auch die Amis stärker zu überprüfen. Könnten alles Mitglieder von CIA oder FBI sein, die sicher nichts anderes als neue Verbrechen im Sinn haben, und diese über Drittländer vertuschen wollen. In israel wird dies gern so gemacht, um Attentate anderen Ländern in die Schuhe zu schieben, deshalb auch damals die gefälschten Auslandspässe mit denen sie erwischt wurden.
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