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Was kostet die Welt? Buenos Aires, schnell und charmant

Radfahren ist in Buenos Aires kein guter Plan, und fürs Taxi braucht man einen robusten Magen. Aber sonst hat die Stadt viel zu bieten - und das für relativ wenig Geld. Benjamin Loy weiß, wie man als Gaststudent in der Hauptstadt des Tango über die Runden kommt.

Buenos Aires ist eine Stadt mit vielen Gesichtern. Trotz der unglaublichen Hektik, mit der die im Großraum knapp 13 Millionen Einwohner täglich durch die Straßen hetzen, hat sich die argentinische Hauptstadt ihren ganz besonderen Charme erhalten. Schöne, alte Gebäude aus der Gründerzeit und die Bandoneonspieler auf den Straßen erzählen von besseren, von vergangenen Zeiten.

Dabei hat das Buenos Aires von heute gerade für Studenten ziemlich viel zu bieten - und das für relativ wenig Geld. Obwohl das Preisniveau seit der Wirtschaftskrise 2001 mittlerweile wieder etwas angezogen hat, lässt es sich als Student, auch dank des günstigen Eurokurses, in der Metropole am Río de la Plata immer noch gut und günstig leben.

Schöner Wohnen: Besuch kostet extra

Wer als Student eine Wohnung sucht, der kann was erleben. Da es praktisch keine Wohnheimplätze gibt, ist die Suche nach einem Zimmer in Buenos Aires nicht gerade einfach. Und hat man dann eines gefunden, kommen die Vermieter bei zahlungskräftigen Europäern manchmal auf originelle Ideen: So ist es schon vorgekommen, dass der Vermieter auswärtigen Besuchern für eine Übernachtung in der Studentenbude des Freundes pro Nacht 15 Euro abknöpfen wollte. Auch ist es nicht ungewöhnlich, dass ausländische Studenten in Wohngemeinschaften einen höheren Mietanteil zahlen als ihre argentinischen Mitbewohner.

Generell hängen die Preise sehr vom Wohnviertel ab: Im Microcentro, dem Stadtzentrum, zahlt man für ein nettes Zimmer inklusive Nebenkosten um die 900 Pesos (180 Euro). Teurer wird es in den nobleren Vierteln wie Palermo, wo man bis zu 1400 Pesos (280 Euro) blechen muss.

Carne, Carne und noch mehr Carne

Argentiniens Exportschlager beherrscht auch die einheimische Küche: Carne (Fleisch). So preiswert und gut wie in Buenos Aires bekommt man es wohl nirgendwo auf der Welt. Im Restaurant bezahlt man für ein großes Steak mit Beilage und Wein etwa zehn Euro, zum Beispiel im La Cabrera oder bei Desnivel. Billiger kauft man natürlich in den zahlreichen carnicerías (Metzgereien), um die Fleischberge anschließend beim gemeinsamen asado (Grillen) mit Freunden zu verzehren. Außerdem trinken die Argentinier zu jeder Tageszeit ihren geliebten mate, einen bitteren Tee, den man mit einer Art Metallstrohhalm (bombilla) aus einem runden Trinkbecher zu sich nimmt.

Das Mensa-Essen in Argentinien ist eher durchschnittlich und nicht sehr preiswert (Menü etwa drei Euro). Günstiger und besser isst man da an den vielen Ständen im Zentrum. Empanadas (gefüllte Teigtaschen mit Käse oder Hack) und Panchos (Hotdogs, oft mit Kartoffelsticks) gibt es für zwei bis vier Pesos (50 Cent bis ein Euro) an jeder Straßenecke. Auch Pizza ist überall gut und günstig, besonders bei der Pizzakette Romario.

Ansonsten kann man in Buenos Aires fast jedes erdenkliche Essen bei den Deliverys nach Hause bestellen. Sogar Eis bringen die flinken Motorradkuriere. Lebensmittel sind aber oft kaum billiger als in Deutschland, besonders bei den großen Ketten wie Jumbo zahlt man oft mehr als bei den kleinen chinesischen Supermärkten, die überall zu finden sind.

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