"Zukunftspakt" für Hochschulen: Wissenschaftsrat verlangt Milliarden von Bund und Ländern

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Zusammengeraffte Geldscheine: Das wird nicht reichen für die Hochschulen

Ein "Zukunftspakt" soll alle bestehenden Bund-Länder-Kooperationen ablösen: Der Wissenschaftsrat fordert das milliardenschwere Bündnis für Forschung und Lehre. So sollen die Hochschulen mehr Geld bekommen.

Schon im nächsten Jahr soll es losgehen: Bund und Länder sollen einen milliardenschweren "Zukunftspakt" für Forschung und Lehre bis 2025 schließen. Das fordert der Wissenschaftsrat, das wichtigste Beratungsgremium von Bund und Ländern in der Hochschul- und Forschungspolitik, nach seiner Sommersitzung.

Der neue "Zukunftspakt" soll die bestehenden Bund-Länder-Kooperationen ablösen, also den Hochschulpakt, den Pakt für Forschung und Innovation sowie die Exzellenzinitiative. Die bisherigen Pakte laufen in den nächsten Jahren aus.

Die Empfehlungen zur Weiterentwicklung des deutschen Wissenschaftssystems hat der Rat am Freitag in Braunschweig beschlossen. Das Gremium verlangt nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa vor allem, die Hochschulen besser auszustatten und mit ausreichenden Grundmitteln zu versorgen. Am Montag will der Wissenschaftsrat seine kompletten Empfehlungen in Berlin vorstellen.

Dem Beratungsgremium gehören Wissenschaftler sowie Wissenschaftsminister beider Seiten an. Der Verabschiedung der "Perspektiven für das deutsche Wissenschaftssystem" seien intensive Beratungen vorausgegangen, hieß es.

Förderung für weibliche Profs, die zweite

Ein weiteres wichtiges Gremium beschloss am Freitag ebenfalls ein Zukunftsprogramm für die Hochschulen: Wie die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) in Bonn bekannt gab, soll das Programm zur Förderung von Professorinnen an Hochschulen in eine zweite Runde gehen. 96 Hochschulen hätten sich mit ihren Gleichstellungskonzepten dafür qualifiziert, teilte die GWK mit. Das Gremium koordiniert die Wissenschaftsförderung von Bund und Ländern.

Diese Hochschulen könnten nun maximal drei Professorinnen berufen, deren unbefristete Stellen in den ersten fünf Jahren jeweils eine Anschubfinanzierung von bis zu 150.000 Euro jährlich erhielten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die beteiligen Länder stellen für das Programm erneut 150 Millionen Euro zur Verfügung. In der 2008 gestarteten ersten Runde wurden 260 Professorinnen berufen.

Die Kompetenzen hoch qualifizierter Frauen würden in der Wissenschaft dringend gebraucht, hieß es in einer Erklärung von Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU). Mit dem Programm sei es gelungen, den Anteil der Frauen in Führungspositionen zu steigern und das Bewusstsein für eine stärkere Frauenförderung an den Hochschulen zu verankern.

Erst am Donnerstag war bekannt geworden, dass sich die Zahl der Professorinnen zwischen 2002 und 2012 fast verdoppelt hat. Allerdings waren von den 43.800 Professoren und Professorinnen, die Ende vergangenen Jahres an deutschen Unis und Hochschulen lehrten, knapp 35.000 männlich - der Frauenanteil liegt somit nur bei rund 20 Prozent.

Uni Potsdam passt auf
DPA

Uni Potsdam passt auf


Herr Professorin?

Noch immer gibt es weitaus weniger weibliche als männliche Profs. Doch zumindest in ihren Grundordnungen setzen einige Unis auf Geschlechtergerechtigkeit: In Potsdam und Leipzig heißt es darin jetzt "Präsidentin" und "Professorin" - gemeint sind damit Männer und Frauen. Das gefällt jedoch nicht allen.


lgr/dpa

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insgesamt 8 Beiträge
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1. Zurück zu Studiengebühren
Palmstroem 12.07.2013
Zitat von sysopCorbisEin "Zukunftspakt" soll alle bestehenden Bund-Länder-Kooperationen ablösen: Der Wissenschaftsrat fordert das milliardenschwere Bündnis für Forschung und Lehre. So sollen die Hochschulen mehr Geld bekommen. http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/wissenschaftsrat-fordert-zukunftspakt-fuer-hochschulen-a-910831.html
... man hätte halt nicht die Studiengebühren abschaffen sollen, denn Akademiker verdienen ein Vielfaches davon mehr! Dass nun etwa in NRW die Uni´s 15% weniger zur Verfügung haben, war doch zu erwarten. RotGrün redet zwar immer viel von Bildung, macht aber nichts! "Akademiker verdienen 67 Prozent mehr Bildung ist gut fürs Konto: Angestellte mit Hochschulabschluss bekommen im Laufe ihres Lebens bis zu 300 000 Dollar mehr Bruttogehalt als Kollegen ohne Studium."(FOCUS)
2.
gog-magog 12.07.2013
Zitat von Palmstroem... man hätte halt nicht die Studiengebühren abschaffen sollen, denn Akademiker verdienen ein Vielfaches davon mehr! Dass nun etwa in NRW die Uni´s 15% weniger zur Verfügung haben, war doch zu erwarten. RotGrün redet zwar immer viel von Bildung, macht aber nichts! "Akademiker verdienen 67 Prozent mehr Bildung ist gut fürs Konto: Angestellte mit Hochschulabschluss bekommen im Laufe ihres Lebens bis zu 300 000 Dollar mehr Bruttogehalt als Kollegen ohne Studium."(FOCUS)
Das ist ein immer wieder gern aufgewärmtes Ammenmärchen. Faktisch verdienen Akademiker im Schnitt deutlich weniger, als ein Handwerksmeister, oder gar ein Bankster. Ein W3-Lehrstuhlinhaber geht heute mit 5000 Euro brutto nach Hause. Da lacht sein Bankberater nur drüber.
3. Milchmädchen
ogs 12.07.2013
Zitat von Palmstroem... man hätte halt nicht die Studiengebühren abschaffen sollen, denn Akademiker verdienen ein Vielfaches davon mehr! Dass nun etwa in NRW die Uni´s 15% weniger zur Verfügung haben, war doch zu erwarten. RotGrün redet zwar immer viel von Bildung, macht aber nichts! "Akademiker verdienen 67 Prozent mehr Bildung ist gut fürs Konto: Angestellte mit Hochschulabschluss bekommen im Laufe ihres Lebens bis zu 300 000 Dollar mehr Bruttogehalt als Kollegen ohne Studium."(FOCUS)
[QUOTE=Palmstroem;13206937]... man hätte halt nicht die Studiengebühren abschaffen sollen, denn Akademiker verdienen ein Vielfaches davon mehr! Dass nun etwa in NRW die Uni´s 15% weniger zur Verfügung haben, war doch zu erwarten. RotGrün redet zwar immer viel von Bildung, macht aber nichts! Die Unis in NRW haben ohne Studiengebühren 15% weniger? Wie kann das sein? Die Studiengebühren sollten zusätzliche Einnahmen generieren. Übrigens: Nicht jeder Abiturient der in die Uni reingeht, kommt hinterher als Akademiker wieder raus. Der "Schwund" ist immens ...
4.
redwed11 12.07.2013
Zitat von Palmstroem... man hätte halt nicht die Studiengebühren abschaffen sollen, denn Akademiker verdienen ein Vielfaches davon mehr! Dass nun etwa in NRW die Uni´s 15% weniger zur Verfügung haben, war doch zu erwarten. RotGrün redet zwar immer viel von Bildung, macht aber nichts! "Akademiker verdienen 67 Prozent mehr Bildung ist gut fürs Konto: Angestellte mit Hochschulabschluss bekommen im Laufe ihres Lebens bis zu 300 000 Dollar mehr Bruttogehalt als Kollegen ohne Studium."(FOCUS)
Sie können den Studiengebühren noch so nachtrauern. Wo als letzter Seehofer diese unsinnige Gebühr abgeschafft hat, wird diese auch niemals wiederkommen. Ja, ja immer diese Sozis, wie z.B. Seehofer, schaffen einfach die Studiengebühren ab.
5. Am Geld liegt es gar nicht so sehr.
Miere 13.07.2013
Mehr Geld in ein marodes System zu pumpen bringt nicht viel. Das Problem ist die schlechte Organisation, die sinnlose Verteilung auf die diversen Töpfe. Eine wuchernde Bürokratie, die viel davon versickern lässt und einen sinnvollen Einsatz des Geldes verhindert. Beispiel? Angenommen, ein Lehrstuhl der Chemie hat ein Gerät übrig, das etwas abgenutzt ist oder nicht mehr gebraucht wird, aber noch gut genug wäre für ein Anfängerpraktikum der Biologen oder Mediziner. Dieses Gerät darf NICHT an die Biologie oder Medizin weitergegeben werden. Solange es nicht mit Beleg verschrottet ist, darf der betreffende Chemie-Lehrstuhl kein neues statt dessen kaufen. Und es gibt einen Verwaltungsbeamten, der damit beschäftigt ist, zu kontrollieren, dass das auch so eingehalten wird. Da bleibt das Geld. Es wird nicht sinnvoll in größerem Zusammenhang organisiert.
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