Geld fürs Studium: Bafög-Studenten bekommen im Schnitt 448 Euro

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Money, Money, Money: So viel Geld bekommen viele Studenten nicht

Schüler haben im Schnitt etwas mehr, Studenten etwas weniger Bafög bekommen. Neue Zahlen des Statistischen Bundesamts zeigen: Die Zahl derer, die den Höchstsatz bekommen, ging leicht zurück.

Knapp eine Million Schüler und Studenten erhalten in Deutschland Leistungen nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, kurz Bafög. Im Jahr 2012 waren es 17.000 Menschen beziehungsweise 1,7 Prozent mehr als 2011, wie das Statistische Bundesamt jetzt mitteilte.

Gefördert wurden 308.000 Schüler (3,4 Prozent weniger) und 671.000 Studenten (4,3 Prozent mehr). Im Durchschnitt erhielten Schüler monatlich 401 Euro (16 Euro mehr) und geförderte Studenten 448 Euro (vier Euro weniger). Bund und Länder gaben dafür im vergangenen Jahr knapp 3,3 Milliarden Euro aus. Das waren 98 Millionen Euro oder 3,1 Prozent mehr als im Vorjahr.

Knapp die Hälfte der Bafög-Empfänger erhielt den maximalen Förderbetrag, der abhängig ist von der Art der Ausbildungsstätte und der Unterbringung. Die Zahl der Vollgeförderten ging minimal um 0,2 Prozent zurück, die Zahl der Teilgeförderten erhöhte sich um 3,4 Prozent. Etwa jeder vierte Geförderte wohnte noch bei den Eltern.

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) sagte, die Bundesregierung spreche mit den Ländern über die strukturelle Weiterentwicklung des Bafög. Die Förderung müsse flexibler werden. "Die einen steigen später ein, andere setzen mal aus, bekommen Kinder, studieren Teilzeit. Darauf müssen Bund und Länder bei der nächsten Bafög-Novelle achten."

Die Opposition hingegen wirft ihr und der schwarz-gelben Koalition eine "bewusste Anti-Bafög-Politik" vor, wie es Swen Schulz sagt, hochschulpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion. "Durch das Einfrieren der Einkommensgrenzen wurde die Zahl der Bafög-Empfänger gedrückt, und für das alles wird auch noch den Ländern die Schuld in die Schuhe geschoben", so Schulz. Bis heute liege dem Bundestag kein Vorschlag der Bundesregierung für eine aus seiner Sicht längst notwendige Bafög-Anpassung vor.

Ein aktuelles Urteil des Europäischen Gerichtshofs in Luxemburg wird die Bundesregierung allerdings dazu zwingen, das Bundesausbildungsförderungsgesetz in einem anderen Punkt abzuändern: Das Gericht gab am Donnerstag zwei Studenten recht, denen eine Förderung mit Auslandsbafög verwehrt worden war. Bislang steht im Gesetz, dass nur Auslandsbafög erhält, wer mindestens drei Jahre in Deutschland gelebt hat. Diese Wohnsitzregel verstößt jedoch gegen das Recht auf Freizügigkeit in der EU, urteilten die Luxemburger Richter.

Die meisten Studenten, etwa 87 Prozent, finanzieren sich über das Geld ihrer Eltern oder beziehen Bafög. Der Durchschnittsstudent verfügt laut Sozialerhebung über 864 Euro im Monat. 87 Prozent gaben an, von den Eltern mit durchschnittlich 476 Euro unterstützt zu werden. Knapp zwei Drittel arbeiten neben dem Studium und verdienen damit durchschnittlich 323 Euro im Monat.

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1. Sommerloch-Zeitungsente
Meerkönig 18.07.2013
Zitat von sysopSchüler haben im Schnitt etwas mehr, Studenten etwas weniger Bafög bekommen. Neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen: Die Zahl derer, die den Höchstsatz bekommen, ging leicht zurück. Zahl der Bafög-Empfänger steigt - Im Schnitt gut 400 Euro - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/zahl-der-bafoeg-empfaenger-steigt-im-schnitt-gut-400-euro-a-911781.html)
Halte es für ein Gerücht, dass im Schnitt 448,- Euro Bafög gezahlt wird. Dieses Gerücht ist gleichzusetzten mit den immer wieder veröffentliche Zeitungsenten: Jeder Deutsche hat im Schnitt 46.000,- Euro auf dem Spar-Konto oder 2500,- Arbeitslose oder Wohlstand in Deutschland für alle usw.. Alles Mitteilungen um die CDUFDPCSU- Merkeltruppe für das Normalbürgertum fälschlicher Weise zur erfolgreichen Regierung hochzujubeln. Beispiel: Student Ende 3. Semester, Eltern-Familieneinkommen brutto 43 000,- Euro, zu versteuern 25.000,-Euro . Bafög für das einzigste Kind ,nämlich dieser Student: 187,- Euro! Diesen Betrag, von dem 50% zurückgezahlt werden müssen, gibt es nur, weil der Student sein Wohnung bei den Eltern abgemeldet hat und sich unter der Adresse seiner Großmutter angemeldet hat. Dafür gibt es Mietbeihilfe, max. 240,- Euro Miete im Monat werden anerkannt. Ansonsten : Nothing! Das ist die Realität in Deutschland
2.
token black 18.07.2013
also ich bekomme schon "viel" bafög, eindeutig aber weniger als die benannten 448€. alle anderen bafög-bezieherinnen die ich so kenne, bekommen sogar noch deutlich weniger als ich und sind tw. auf den kfw-kredit angewiesen. dieses "mehr" an geld hätten die wohl sogar nötiger als ich. scheint mir oft etwas ungleich verteilt wer wieviel bafög bekommt.
3.
jstawl 18.07.2013
Zitat von MeerkönigHalte es für ein Gerücht, dass im Schnitt 448,- Euro Bafög gezahlt wird. Dieses Gerücht ist gleichzusetzten mit den immer wieder veröffentliche Zeitungsenten: Jeder Deutsche hat im Schnitt 46.000,- Euro auf dem Spar-Konto oder 2500,- Arbeitslose oder Wohlstand in Deutschland für alle usw.. Alles Mitteilungen um die CDUFDPCSU- Merkeltruppe für das Normalbürgertum fälschlicher Weise zur erfolgreichen Regierung hochzujubeln. Beispiel: Student Ende 3. Semester, Eltern-Familieneinkommen brutto 43 000,- Euro, zu versteuern 25.000,-Euro . Bafög für das einzigste Kind ,nämlich dieser Student: 187,- Euro! Diesen Betrag, von dem 50% zurückgezahlt werden müssen, gibt es nur, weil der Student sein Wohnung bei den Eltern abgemeldet hat und sich unter der Adresse seiner Großmutter angemeldet hat. Dafür gibt es Mietbeihilfe, max. 240,- Euro Miete im Monat werden anerkannt. Ansonsten : Nothing! Das ist die Realität in Deutschland
Die 20. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks kam vor ein paar Wochen auf einen Durchschnittsbetrag von 443 Euro, also nur knapp 5 Euro weniger als die offizielle Zahl. Und das DSW steht nicht unbedingt politisch auf der Position, die Zahl "schönzurechnen", das würde ihren Interessen widersprechen. Zudem sind das die Zahlen aus einer Umfrage unter Studenten. Auch die stehen nicht unbedingt im Verdacht, höhere Angaben zu machen, wenn dies ohnehin nix nützen würde. Man muss nicht unbedingt von sich oder Beispielen auf alle schließen. Es gibt 2 Studenten, die ich kenne, deren Eltern in Rente sind bzw. arbeitslos aktuell und die außerhalb des Elternhauses wohnen und entsprechend den Höchstsatz kriegen. Am Ende des Tages steht auf jeden Fall ein leichter Rückgang zum Vorjahr von knapp 1 %, während die Inflation offiziell knapp 2 % betrug. Also ein Real-Bafög-Verlust von 3 % für den Durchschnitts-Studenten, der Bafög erhält. Das ist die Erkenntnis aus den Ergebnissen.
4.
renee gelduin 19.07.2013
Die Frage ist ob der Median oder allgemein die Verteilung nicht sinnvoller gewesen wäre, so sie denn mit "Durchschnitt" nicht gemeint ist. Allgemein hatte und habe ich das Gefühl, dass Nichtbefögberechtigte massiv benachteiligt werden. Ist das Elternhaus knapp über dem Schnitt oder der Student hat durch Arbeit/ Bund/ Altersvorsorge "zuviel" Geld, dann gibt es nämlich nicht nur kein Bafög, sondern die Eltern und der Student dürfen auch für das Bafög anderer löhnen. Diverse Befreiungen oder Ermäßigungen wie zB von der GEZ gibt es faktisch auch nur bei Vorlage einer Bafögberechtigung. Ich kannte mehrere Studenten die sich einen Bunten mit dem Baföggeld gemacht haben, während andere hart arbeiten mussten - neben dem Studium wohlgemerkt - und sich dann im Prüfungsamt auch noch sagen lassen mussten dass man sich schon zwischen Studium und Nebenjob entscheiden müsse. Beides ginge ja nun nicht. Bafög ist ja nichtmal ein Kredit, sondern ein halbes bis dreiviertel Geldgeschenk, finanziert von Leuten die arbeiten. So zeigt der Staat früh genug, dass arbeiten gehen nicht lohnt, aber "arm sein" und nichts dran ändern schon. Damit wir uns nciht falsch verstehen. Ich hätte auch Bafög beantragt und ich kann es absolut nachvollziehen dass es andere tun. Das System an sich ist schwachsinnig. Meinen Respekt denjenigen, die vor´m Studium eine Ausbildung machen, oder arbeiten gehen.
5.
anstand 22.07.2013
@rene:Ob man hier nun den Median oder das arithmetische Mittel hernimmt,wird keinen großen Unterschied machen.Da es ja einen Höchstsatz und somit auch keine ausreisser nach oben gibt werden beide verteilungsmaße ziemlich dient sein...Dieses mal ist also nicht die böse böse Statistik schuld ;)
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