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27.06.2001
 

Rugby

Die Regeln beim Kampf der Giganten

Von Stefan Hauck

Seine immense Dynamik verdankt Rugby den seltsamen Regeln. Neulinge brauchen eine Weile, bevor sich die Verwirrung legt und sie begreifen, worum es bei der Sportart eigentlich geht.

Rugby ist ein offensiver Mannschaftssport. In der klassischen Spielvariante wird Rugby mit 15 Spielern pro Mannschaft gespielt. Im Siebener-Rugby dagegen treten sieben Spieler pro Mannschaft in zwei Halbzeiten je sieben Minuten gegeneinander an. Gespielt wird auch das Siebener-Rugby auf einem Feld etwa von der Größe eines normalen Fußballplatzes (nicht mehr als 100 Meter lang und nicht breiter als 69 Meter).

Argentinische Leichtgewichte: Mauritzio Manarin (links) und Gustavo Prado
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Argentinische Leichtgewichte: Mauritzio Manarin (links) und Gustavo Prado

Um sich eine genauere Vorstellung zu machen, hilft es, wenn man sich ein Fußballfeld mit 14 statt 22 Spielern vorstellt. Ein ziemlich einsamer Anblick. Durch die geringe Spielerzahl entsteht viel freier, bespielbarer Raum. Damit werden die Spielzüge schneller, und das Spiel bekommt eine immense Dynamik, vergleichbar mit dem Eishockey. Gefragt sind schnelle, wendige und konditionsstarke Spieler - große und massige Sturmspieler sieht man seltener.

Nicht nur das Spielgerät sieht anders aus als der gewohnte runde Ball, auch die Punktezählung wirkt ein wenig exotisch. Das Hauptziel: Das Rugby-Ei wird von einem Spieler in die fünf Meter breite gegnerische Endzone (Malfeld) getragen und dort abgelegt. Das Ganze nennt man dann einen "Versuch". Hineinlaufen langt nicht - nur wenn der Ball auch wirklich abgelegt wird, gibt es fünf Punkte.

Nach einem Versuch kann ein Kicker der angreifenden Mannschaft noch versuchen, das Ei so zu kicken, dass es zwischen den beiden Stangen durchfliegt. Diese "Erhöhung" bringt weitere zwei Punkte.

Außerdem gibt es zwei weitere Möglichkeiten, Punkte zu erzielen. Sollte es ein Kicker schaffen, nach einem Straftritt das Rugby-Ei zwischen die Stangen zu platzieren, zählt das drei Punkte ("Field Goal"). Ebenfalls drei Punkte bringt ein "Drop-Kick": Ein Spieler lässt den Ball kurz auf dem Boden aufspringen und versucht dann, ihn zwischen den Stangen durchzuschießen.

In 14 Minuten Gesamtspielzeit wird gerannt. Immer wieder vor und zurück, vor und zurück. Da nur nach hinten gepasst werden darf, müssen sich die Spieler der angreifenden Mannschaften jedes Mal hinter dem Ballträger einordnen. Mitunter läuft man vor einem erfolgreichen Versuch mehr in Richtung des eigenen Malfeldes als in Richtung des gegnerischen Malfeldes.

Im ersten Teil: Start frei zu den Hochschulmeisterschaften

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