Der Familienname Coldewey ist in Deutschland (Telefon-CD) 259mal belegt. Seine Verbreitung lässt erkennen, dass er vor allem in Bremen und im Unterwesergebiet vorkommt. Das spricht für einen so genannten Herkunftsnamen, das heißt, der erste Namensträger trägt den Namen eines Ortes, eines Dorfes, einer Flurbezeichnung o.ä. Die Suche nach einem Ortsnamen ist erfolgreich.In Frage kommen aus Niedersachsen Coldewei, Ortsteil von Wilhelmshaven, und Coldewey bei Sulingen und Brake.
Diese Namen enthalten im ersten Teil mittelniederdeutsch kold, kolt "kalt" und im zweiten -wey, das wohl wie bei Kaltenweide (Kreis Hannover) zu erklären ist. Dessen alte Belege finden sich bei U. Ohainski, J. Udolph, Die Ortsnamen des Landkreises und der Stadt Hannover, Bielefeld 1998, S. 248, darunter etwa 1400 van der Koldenweye, um 1430 Coldeweyde. Dort wird folgende Erklärung geboten: "Die ältesten Belege ... weisen ... auf mnd. kold/kolt "kalt" und im Grundwort auf mnd. weide "Weide".
Es fragt sich aber, was unter der Verbindung kalt + Weide zu verstehen ist. Als Lösung bietet sich eine Bemerkung bei U. Scheuermann, Flurnamenforschung, Melle 1995, S. 132 an: kolt bedeutet entweder konkret "kaltgründig" (von schwerem, lehmigem Boden) oder aber übertragen "abgelegen, minderwertig, wertlos". Somit darf in Kaltenweide ein Hinweis auf eine abgelegene, wertlose Weide vermutet werden". Diese Erklärung darf wohl für Coldewei, Coldewey übernommen werden.
Antwort von Jürgen Udolph:
In Deutschland tragen nach einer Telephon-CD von 1998 102 Personen diesen Namen. Es gibt auch die Variante Matala, 7mal belegt.
Die Streuung des Namens ist typisch für eine Zuwanderung aus dem Osten: lockere Verbreitung mit einigen Häufungen, im vorliegenden Fall in Sachsen-Anhalt und im Ruhrgebiet (Konzentrationen in diesem Gebiet täuschen jedoch oft, weil die hohe Bevölkerungsdichte eine Häufung vortäuscht, die objektiv nicht gegeben ist).
Wenn man sich mit slavischen Sprachen auskennt - und es spricht allein die Lautform für eine Verbindung zum Polnischen, Sorbischen oder Tschechischen - so weiß man, dass diese gern mit unterschiedlichen Endungen (Suffixen) operieren. Daher kann man neben Matala, Matalla auch Matula (140mal in Deutschland belegt) und Matulla (142 Einträge) stellen.
Vor einer Deutung empfiehlt sich der Blick nach Polen. Hier gibt es ein exzellentes Hilfsmittel in Form einer CD: K. Rymut, Slownik nazwisk uzywanych w Polsce na poczatku XXI wieku, Kraków 2003). Sie enthält ca. 38,5 Millionen Familiennamen. Auf ihr findet sich Matalla einmal, Matala 40mal.
Die Deutung des Namens Matala, Matalla steht im Standardwerk der polnischen Familiennamenforschung K. Rymut, Nazwiska Polaków (Familiennamen der Polen), Bd. 2, Kraków 2001, S. 76: Der Name ist eine Ableitung von poln. Maciej, dem christlichen Taufnamen Matthias oder Matthäus, aus hebräisch "Geschenk" (ergänze: Gottes).
Nach meinen Unterlagen stammt der Name aus Polen, nicht aus Tschechien. Eine Telefon-CD der Tschechischen Republik, die ich eingesehen habe, verzeichnet den Namen Matala nur einmal, die Variante Matalla gar nicht.
Antwort von Jürgen Udolph:
Unter 40 Millionen Telefonteilnehmern ist der Name Reppahn nur 7mal bezeugt (Siegen, Leipzig, Mainz).
In Polen (K. Rymut, Słownik nazwisk używanych w Polsce na początku XXI wieku, CD-ROM, Kraków 2003) ist heute weder Repahn noch Reppahn nachgewiesen. Auch die umfangreiche Datei der Mormonen in Salt Lake City (familysearch.org) kennt keinen Beleg.
Bei der Vermutung, dass ein jüdischer Name vorliegt, greift man zunächst zu E. u. H. Guggenheimer, Etymologisches Wörterbuch der jüdischen Familiennamen, München usw. 1996. Dort findet sich ein entscheidender Hinweis (S. 372): "Rephan, Rephuhn (US): mhd. rëp-huon 'Rebhuhn'".
Geht man dieser Spur nach, findet man bei M. Gottschald, Deutsche Namenkunde, Berlin-New York 1982, S. 402 unter dem Familiennamen Rebhuhn folgende Varianten: Rebhuhn, Rebhan, Rebhann, Repphuhn, Repphuen, Repphun, Repphahn, Reppan, Rapphohn, Rapphan.
Damit ist der Name klar. Es handelt es sich um einen so genannten Übernamen, der mit dt. Rebhuhn zu verbinden ist. Wahrscheinlich jagte der erste Namenträger dieses Tier, züchtete es oder statt in einer engen Beziehung zu ihm.
Lesen Sie im zweiten Teil:
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