Eigentlich wollten der 20-jährige Patrick Foster und der 21-jährige Roger Waite ihrer eigenen Universität nur etwas Gutes tun: Um Sicherheitsmängel im IT-System aufzudecken, hackten die Studenten die Rechner der Universität Oxford. Die Resultate ihres virtuellen Einbruchs veröffentlichten die beiden in der Campus-Zeitung "Oxford-Student" und machten sie so für jedermann zugänglich. Für ihren Angriff benutzten die Hacker gängige Software, die sie mit der Internet-Suchmaschine "Google" gefunden hatten.
Bei ihrer Simulation einer Hacker-Attacke schossen die beiden Studenten allerdings nach Meinung ihrer Universität übers Ziel hinaus. Sie knackten die Passwörter der E-Mail-Konten ihrer Kommilitonen und griffen auf Material von Überwachungskameras zu.
Zwangspause im Studium
Das sei ein Angriff auf die Universität, befand eine Untersuchungskommission aus Hochschullehrern, die über den Fall beriet. Die Vertreter der Universität supendierten die beiden Studenten. Roger Waite muss bis kommenden Januar aussetzen, Patrick Foster, den das Gremium als Rädelsführer identifizierte, ist gar bis Mai 2005 supendiert.
Die beiden Geisteswissenschaftler - Foster studiert Philosophie, Politik und Wirtschaft, Waite Geschichte - können das Urteil nicht verstehen. Sie hätten den Hackversuch aus Sorge um die Sicherheit der IT-Systeme der Universität unternommen. "Wir wollten die Sicherheitsmängel einfach offenlegen", sagte Foster. Er kündigte an, gegen die Supendierung Widerspruch einzulegen.
Allerdings gaben die beiden Hobby-Hacker zu, sich unerlaubten Zugang verschafft und die Privatsphäre von anderen Nutzern verletzt zu haben. Außerdem hätten sie die Arbeitskraft von Universitätsangestellten verschwendet.
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