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19.10.2005
 

Studenten brüten Eier aus

Ich wollt, ich wär ein Huhn

Man nehme 1 Huhn, 3 Menschen, 10 Eier und 21 Tage bei 37,8 Grad - und fertig ist das "Eggsperiment". Als Brutmaschinen werden ab heute drei Studenten im Fernsehen getestet. Die menschlichen Eierwärmer treten gegen eine erfahrene Legehenne an.

Die Macher des ProSieben-Wissensmagazins "Galileo" haben sich das Experiment ausgedacht: Ein Team von drei Studenten tritt gegen eine echte Zuchthenne an. Ab Mittwoch wird 21 Tage lang rund um die Uhr gebrütet. Die Konkurrentin ist den Dauerjob gewohnt - Henne Agnes hat bereits 270 Küken zur Welt gebracht.

Dickes Ei: Studenten Pioszczyk, Wenta, Hackbarth als schnelle Brüter
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Pro Sieben

Dickes Ei: Studenten Pioszczyk, Wenta, Hackbarth als schnelle Brüter

Drei Wochen absolute Vorsicht warten auf Grafikdesignerin Nicole Hackbart, 25, Germanistikstudentin Tina Pioszczyk, 26, und Jurastudent Alexander Wenta, 27. Denn die Eier dürfen weder geschüttelt werden noch gar auf den Boden fallen. Während die menschlichen Eierwärmer dafür sorgen müssen, dass eine konstante Temperatur von 37,8 Grad und die richtige Luftfeuchtigkeit herrschen, verbreitet die echte Henne ganz natürlich diese optimale Brutumgebung.

Denn das Eierbrüten ist ein kompliziertes Geschäft. "Zwei Zehntel Grad zu heiß oder zu kalt - und der Hühnerembryo stirbt", erläutert der Brutexperte Georg Hermann vom Bayerischen Verband Rassegeflügelzüchter. Auch die Luftfeuchtigkeit von 55 bis 65 Prozent müsse exakt eingehalten werden. Wird das Ei zu feucht, ersticken die Embryos. Ist die Luftfeuchtigkeit zu gering, trocknet das Ei aus, die Luftblase in seinem Inneren wächst und das Küken hat keinen Platz, sich richtig zu entwickeln.

Muttergefühle wahrscheinlich

Statt wie die Henne auf den befruchteten Eiern zu sitzen, tragen die Studenten sie abwechselnd rund um die Uhr in einer Tasche am nackten Körper - in Schichten von jeweils acht Stunden. Ohne das technische Hilfsmittel hätte der Versuch keine Chance auf Erfolg: Eine speziell entwickelte Eiertasche soll für optimale Brutbedingungen sorgen.

Harte Konkurrenz: Legehenne
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AP

Harte Konkurrenz: Legehenne

Sie enthält eine elektrische Wärmedecke, die die Temperatur konstant hält. Außerdem müssen die Eier zwei- bis dreimal am Tag gedreht werden, damit der entstehende Organismus im Ei nicht an der Schalenwand anklebt und ausreichend versorgt wird.

Eierwärmer Alexander Wenta schätzte die Nährstoffe im Ei bisher nur hart gekocht, auch Mit-Brüterin Nicole Hackbarth liebt Eierspeisen jeder Art. Das könnte sich bald ändern, meint der Münchner Psychologe Werner Katzengruber. Er rechnet mit emotionalen Ausbrüchen, weil die drei "Leih-Hennen" in ihrer Schwangerschaft ziemlich schnell Muttergefühle entwickeln werden.

Freudentränen bei der Geburt seien ebenso wahrscheinlich wie gegenseitige Schuldzuweisungen, wenn eines der Eier zu Bruch geht. Auch die Essgewohnheiten werden sich vermutlich ändern, so Katzengruber: "Wahrscheinlich werden die drei zukünftig auf Frühstücksei oder Putensteak verzichten."

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