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20.02.2006
 

Robo-Kellner

Eine Minute elf Sekunden für das perfekte Weizen

Das Einschenken eines Weizenbieres gilt als Theken-Königsdiziplin, an der schon Generationen von Kellnern verzweifelt sind. Angehende Ingenieure der TU Darmstadt haben Maschinen konstruiert, die dem Bier eine perfekte Krone aufsetzen.

Jeder Weizenbierliebhaber kennt das Problem, und unter professionellen Kellnern kursieren diverse Geheimrezepte: Um ein Glas Weizenbier schön einzuschenken, bedarf es einiger Kniffe. Die gesamte Menge der Flasche muss ins Glas passen, dazu die Hefe aus dem Bodensatz und obenauf eine perfekte Schaumkrone. Studenten der Elektro- und Informationstechnik an der Technischen Universität Darmstadt haben die schwierige Aufgabe einfach delegiert - an einen Roboter.

Einschenkmaschine: Wer kippt, gewinnt
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DDP

Einschenkmaschine: Wer kippt, gewinnt

Sie entwickelten in der Lehrveranstaltung "Praktische Entwicklungsmethodik" diverse "elektromechanische Kellner". Nach Angaben des Seminarleiters Thomas Weber müssen die Konstruktionen der 23 Studenten dafür sorgen, dass die Geräte sowohl die Menge des trinkbaren Bieres als auch die Einschenkgeschwindigkeit regulieren. Auch die Ästhetik spielt eine Rolle in der Bewertung: "Die Schaumkrone sollte schon nach etwas aussehen", so Weber.

In dieser Woche präsentierten die Tüftler fünf von ihnen entwickelte automatische Weizenbier-Einschenkgeräte. Eine erste Erkenntnis: Beim Weizenbier-Einschenken ist Kippen dem Stürzen oder Pumpen eindeutig überlegen. Den Wettbewerb gewann ein Gerät, das mit einer im festen Winkel angeordneten Kippvorrichtung für Flasche und Glas arbeitet. Es benötigte eine Minute und elf Sekunden zum Einschenken.

Für die Konstruktion der außergewöhnlichen Semesterarbeit mussten die Studenten sich nach bestimmten Vorgaben richten. So durften die Geräte nicht größer als ein DIN-A4-Blatt sein - schließlich sollen sie auf einen Tresen passen.

Skurrile Konstruktionen haben Tradition

Außerdem muss das Bier nach dem Einlegen von Flasche und Glas vollautomatisch fließen, der Geschmack des Gerstensafts darf sich nicht verschlechtern und die Kosten für die Konstruktion dürfen höchstens 75 Euro betragen, so dass der Helfer theoretisch direkt in die Massenproduktion gehen könnte.

Am Darmstädter Institut für Elektromechanische Konstruktionen (EMK) haben Studenten schon Maschinen gebaut, die im Tauziehen gegeneinander antraten, oder Basketball-Roboter für Wettkämpfe. Auch Jojo-Maschinen und automatische Dartwerfer standen schon auf dem Konstruktionsplan. Solche Aufgaben haben Tradition am Institut, sie sollen Studenten spielerisch an Produktentwicklung heranführen.

Auch die Weizenbier-Roboter haben keinen kommerziellen Zweck, betonen die Ingenieure: Schließlich wolle man den Wirten ihre Arbeit nicht streitig machen.

jaf/ddp/dpa

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