Von Tino Lange
THE KILLERS / "Sam's Town"
Nun steht mit "Sam's Town" die nächste Platte im Laden, und die Vorab-Single "When You Were Young" eroberte die Top-Position der Campus-Charts. Wie schon beim Vorgänger können wenige - hier: drei - gute bis starke Songs die Schwächen des Gesamtbilds nicht überdecken: "When You Were Young" wechselt zwischen Achtziger-Pop und Indie-Rock, entwickelt treibende Dynamik und könnte ein Tanzflächen-Dominator in den Clubs werden. Auch "Uncle Johnny" und "Bling (Confessions of a King)" bleiben mit ihrem beatlastigen Fundament angenehm im Kurzzeitgedächtnis.
Die übrigen neun Stücke werfen im Vergleich allerdings eher Fragen auf: Was klingt fieser, das billige Keyboard oder der mit Leidenschaft am Ton vorbeiheulende Jammergesang? Beides gibt die sowohl optische wie auch musikalische Freddie-Mercury-Parodie Brandon Flowers zum Besten. Wer erträgt uninspiriertes, lustloses Pop-Mittelmaß wie "This River is Wild" oder "For Reasons Unknown" mit ihren Phrasen und blasiertem Grundcharakter länger als zwei Durchläufe?
Zum Glück gibt es ja legale Download-Portale, wo sich der Killers-Interessierte die Songs einzeln zur Probe anhören und sie bei Gefallen erwerben kann. Denn als Gesamtwerk bietet "Sam's Town" zu wenig Kaufgründe.
SAMPLER / "Gestatten - wir kommen aus Hamburg"
"Gestatten - wir kommen aus Hamburg" klingt piefig für eine Compilation, die auf zwei CDs so ziemlich jede Band der Hansestadt vorstellt, in der jemand eine Gitarre halten kann. Aber bisher gab es nichts, das so lässig und authentisch zeigt, wie der Norden tickt.
Die üblichen Verdächtigen wie Tomte, Tocotronic, Kante oder Fettes Brot sind dabei, dazu Durchstarter wie Madsen ("Die Perfektion") und Pohlmann ("Wenn jetzt Sommer wär") oder Geheimtipps wie Fotos ("Komm zurück"). Ein Sampler, der vergessen lässt, dass Blumfeld oder Die Sterne fehlen - während sich die Flensburger Teenie-Heuler Echt dazugeschummelt haben.
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