Kiel - Mit Weißblech gegen Aids - wenn es nach dem Kieler Professor für Industriedesign, Dieter Zimmer, ginge, könnte schon bald mit jeder Coca-Cola-Dose etwas gegen Aids in Afrika getan werden. In einem Projekt entwarfen 36 Studenten der Muthesius-Kunsthochschule verschiedene Modelle, wie man die Büchsen mit einem Kondom und einer Gebrauchsanweisung ausstatten kann.
Heraus kamen Varianten, bei denen das Kondom samt Infozettel in einem Kunststoffaufsatz auf oder unter der Dose versteckt wird oder in einer Spezialverpackung in der Brause schwimmen soll. "Spread love, not Aids" ist einer der Sprüche, mit denen gleichzeitig für die Verhütung geworben werden soll.
Das ungewöhnliche Hochschulprojekt aus Kiel hat einen ernsten Hintergrund: Laut Unaids, einer Organisation der Vereinten Nationen, fehlen in Afrika jährlich zwei Milliarden Präservative. Coca-Cola gibt es hingegen in Afrika in nahezu jedem Dorf. Über die weitverästelten Vertriebswege der Firma, so Zimmers Idee, könnte man die Verhütungsmittel auch in die entlegensten Regionen bringen.
Mit einem rot-weißen Prospekt versuchen die Kunsthochschüler nun, dem Unternehmen ihr Projekt schmackhaft zu machen. Aussicht auf Erfolg besteht: Coca-Cola Deutschland findet das Projekt interessant und will die Vorschläge an die Europa-Zentrale in Brüssel weitergeben.
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