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08.11.2007
 

Fernbeziehungskisten

Globalisierte Liebe

Johanna: 498 Kilometer, Oli: 864 Kilometer, Micke: 464 Kilometer; ich: 8401 Kilometer. Keiner von uns mag Fernbeziehungen. Keine von uns mag den Partner missen. Aber irgendwie überbrücken wir alle Raum und Zeit. Luise Strothmann spricht aus Erfahrung.

Man sucht sich den Mann, den man liebt, ja nicht nach der Adresse aus. Und der Mann, den man liebt, sucht sich den Arbeitsplatz auch nicht unbedingt nach seiner Freundin aus. Was wir in Ordnung finden, denn wir sind alle jung, emanzipiert, intelligent. Und wollen alle alles: jeder seine Selbstverwirklichung und eine Beziehung dazu.

Wir wohnen zu fünft in unserer Altbauwohnung in Leipzig (einer ist Single). Unsere Partner in Kaiserslautern, London, Ulm und Hangzhou.

Johanna studiert Buchkunst, die beste Schule ist in Leipzig. Ihr Freund Christoph wollte schon immer Theatermaler werden, jetzt hat er einen Ausbildungsplatz. In Kaiserslautern. Der ICE braucht fünf Stunden und zwanzig Minuten, zweimal umsteigen.

Wo die Liebe hinfährt

Manchmal rettet man sich damit, sich selbst abenteuerlich-exotisch zu finden. Zwei Städte, zwei Leben, rumkommen, unterwegs sein - Fernbeziehungen gehören zum mobilen Studentenleben wie Praktika und Erasmus.

Als ich Niklas kennenlernte, dachte ich manchmal: Es passt zu meinem Lebensgefühl, mit Anfang 20 einen Freund zu haben, der Philosophie studiert und in Kreuzberg wohnt. Berlin nannte ich meine Zweitstadt, es gefiel mir so.

Das ist jetzt zwei Jahre her. Leipzig-Berlin, Berlin-Breslau, Leipzig-Hangzhou. Erst 195 Kilometer, dann 347, jetzt weit über 8000. "Wir leben seit zwei Jahren zusammen", würde ich gern sagen. Darf aber das Wort nicht benutzen. Es ist reserviert für Paare, die zusammenleben.

Wir leben getrennt. Gemeinsam.

Es gibt da dieses Gefühl, wenn man sich vorkommt wie ein Paradebeispiel für seine Generation. Generation Fernbeziehung. Generation Globejetter. Wir trotten nicht, wir jetten um die Welt, auch wenn wir das nicht gern hören. Daniel (12.418 Kilometer) fliegt in den Semesterferien zu seiner Raquel nach Chile. Drei Monate Äthiopien, zehn Monate England, ein paar Wochen Kaliningrad, alle sprechen mehrere Sprachen, alle kennen viele Länder, alle haben im Ausland studiert, Praktika gemacht.

Was bei der Generation Globejetter auf der Strecke bleibt

In den letzten 15 Monaten bin ich achtmal umgezogen. Ich habe es aufgegeben, die Fotos meiner Freunde an ihren Wohnort auf einer Deutschland- und Weltkarte zu kleben - das Papier geht durchs viele Abreißen und Umsetzen kaputt.

Der Ausgleich ist eine Hysterie um Alltäglichkeit. Ich bin neidisch auf Beziehungsroutine, auf Normalität, auf Banalität. Darauf, einfach gemeinsam am Frühstückstisch zu sitzen, die nackten Füße auf dem Schoß des anderen, und schweigend Kaffee zu trinken. Man muss nicht immer sprechen, wenn man zusammen ist. Wenn nicht, ist es das einzige was bleibt.

Petra (1276 Kilometer) hat sich noch nicht entschieden, in welcher Sprache sie lieben will: Manchmal Englisch, manchmal Deutsch, manchmal Französisch. Sie haben sich in Frankreich kennengelernt, Petra aus Leipzig und Andy aus Nordirland. Einmal im Monat steigen sie ins Flugzeug, beim Telefonieren schauen sie sich über eine Kamera an. Wenn man gerade erst richtig zusammen war, ist es am schlimmsten.

Letzte Woche hat sich Johanna über den Hochschulaustausch mit Straßburg erkundigt, das ist in der Nähe von Kaiserslautern. Ich buche bald einen Flug nach China. Flexibilität hält nachts nicht warm.

Was mitnehmen, was nicht? Koffer packen: eine Checkliste

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12.11.2009 von sitiwati: volle Zustimmung

der Beitrag von Rocky piegelt nur dei Ahnungslosogkeit von ihm wieder ! auf In/ Auslandsdienst spielen Entfernungen keine Rolle, in D sind 500km Nahverkehr, 3-4MOnate +++ Auslanseinsatz mit einer , nach 4 Monaten, Heimfahrt ist [...] mehr...

11.11.2009 von Gertrud Stamm-Holz:

Ich muss Ihnen widersprechen. Es ist kein typisch akademisches Problem und es ich auch kein Karriereproblem. Viele deutsche Firmen bauen Im Ausland Autobahnen oder sonst was. Man muss zur Arbeit hin, weil die Arbeit nicht mehr [...] mehr...

09.11.2009 von sitiwati: einfach

mal drüber nachdenken oder auch mal einen einfachen Auslandsmonteur fragen, der hat zwar keine akademischen Titel, dei Jungs kennen sich aber in der Welt aus ! mehr...

07.11.2009 von rocky balboa: Fernbeziehung? Jederzeit

Ich lebe quasi seit 8 Jahren in einer Fernbeziehung, wenn auch immer mal wieder mit kurzen Unterbrechungen, wenn man doch mal beruflich in der Nähe landet. Wie mein Vorredner schon angesprochen hat, ein typisches Problem von [...] mehr...

22.10.2009 von olafl: ...

Also für mich sind Fernbeziehungen eher nichts. Aber da man ja heutzutage leider gezwungen ist aus beruflichen Gründen umzuziehen als Akademiker, hat man ja leider manchmal keine Wahl. mehr...

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