Bruce Lee setzt zu einer Serie von Handkantenschlägen und dann zum Tritt im Flug an - solche Filmszenen kennt fast jeder. Der amerikanische Schauspieler, der 1973 starb, ist weltbekannt. Doch die wenigsten wissen, dass er in den sechziger Jahren Drama und Philosophie an der University of Washington studiert hat. 20 Studenten möchten das ändern. Sie sammeln Unterschriften dafür, dass auf dem Campus ein Denkmal für die Kampfkunstlegende aufgestellt wird.
Wie es genau aussehen soll? Das wissen auch die Studenten noch nicht genau. Aber sie wollen auf keinen Fall die Statue eines Mannes in Kung-Fu-Pose haben. Stattdessen sollen in der Skulptur östliche Philosophien und ein asiatisches Gesicht in einer überwiegend weißen Kultur zu sehen sein. So wollen die Studenten mehr tun als Lee einfach nur zu ehren. Schließlich sei er der bekannteste Minderheiten-Student an ihrer Uni gewesen.
Lee, der mit bürgerlichem Namen Li Chen-fan hieß, war amerikanischer Staatsbürger. Er wurde in San Francisco geboren und wuchs in Hong Kong auf. Sein Vater war Opern-Sänger in China. 1959 kehrte Lee in die USA zurück, weil seine Eltern sich um die Sicherheit ihres kampflustigen Sohnes sorgten. Er machte in Seattle sein High-School-Diplom und ging dann auf die University of Washington. Während seiner Studienzeit gab er Kung Fu-Unterricht. Er wirkte insgesamt in über 30 Filmen mit. Im Alter von 32 Jahren verstarb der Schauspieler aus nicht völlig geklärten Gründen. In diesen Tagen wäre Lee 67 Jahre alt geworden.
Einige Studenten glauben, dass es aus rassistischen Gründen noch kein Bruce-Lee-Denkmal an der Uni gebe. Die Uni-Leitung sieht das anders. Sie verweist auf ein Denkmal, das eine Studentengruppe bereits vor zwei Jahren vor der Mary Gates Hall auf dem Campus aufstellte und das für amerikanische Minderheiten gedacht sei.
Es heißt "Blocked Out" und ist ein Granit-Block, auf dem Fußabdrücke auf einem Plattenweg und eine Steinmauer abgebildet sind. Damit soll dargestellt werden, dass viele Immigranten und ihre Kinder im Land nicht vollständig aufgenommen werden - obwohl sie es mit aufgebaut haben.
Der Vorschlag der Studenten, Bruce Lee ein Denkmal zu errichten, bedürfe reiflicher Überlegung, sagte Uni-Sprecher Norm Arkans dem amerikanischen Online-Magazin Seattlepi.com. Denn mit "Blocked Out" sei bereits erreicht worden, das ein Dialog über Rassismus geführt werde.
kat/AP
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik UniSPIEGEL | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik WunderBAR | RSS |
| alles zum Thema Auslandsstudium Nordamerika | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH