Drei Jahre habe ich mich in den Netzen von StudiVZ, Facebook und Xing verstrickt. Ich gehörte zwar nicht zu jenen Nackedeis, die sich online komplett entblößen und ihre Privatsphäre ins Internet stellen. Und trotzdem: Ich habe gratuliert, geschrieben, gegruschelt, genetzwerkt, gemustert, gelästert, gelacht. Das ist ab heute vorbei. Ich steige aus.
Ein letztes Mal surfe ich im StudiVZ. Hangle mich von Freund zu Freundin, klicke mich durch Pinnwandeinträge, Nachrichten, Fotos. Und ein bisschen sentimental werde ich nun doch. An langweiligen Abenden, an denen ich mutterseelenallein vor dem Laptop saß, waren StudiVZ, Facebook und Xing das Fenster zur Welt.
Ich bekomme Muffensausen: Doch nicht abmelden? Bricht mein soziales Netzwerk zusammen - oder ist ihm mein Austritt völlig Schnuppe?
Meine Ausbeute nach knapp drei Jahren interaktiver Netzwerkpflege:
Xing: Mitglied seit 03/2005, 5163 Seitenaufrufe, 125 Kontakte, 52 Nachrichten im Posteingang, 39 Nachrichten im Postausgang, 8 Gästebucheinträge, ein paar Praktikumsangebote, eine Handvoll Avancen männlicher Mitglieder.
StudiVZ: Mitglied seit 05/2006, 193 Freunde, 454 Nachrichten im Posteingang, 452 Nachrichten im Postausgang, 232 Pinnwandeinträge, unzählige verplemperte Stunden.
Facebook: Mitglied seit 05/2007, 76 Freunde, 19 Nachrichten im Posteingang, 14 Nachrichten im Postausgang, 25 Pinnwandeinträge, der Kontakt zur Erasmus-Gemeinde.
Ich wandere mit meiner Maus zum "Account" und dann wird gelöscht. Jetzt bloß nicht zweifeln, weitermachen! Wenn schon digitaler Selbstmord, dann richtig. Bei Facebook ist es nicht so einfach - erst werde ich gefragt, warum ich austrete. Und dann wird mein Account auch nicht gelöscht, sondern nur deaktiviert. Die Fragerei ist aber noch harmlos gegen Xing: Die haben Austritte anscheinend gar nicht im Programm. Ich kann mich ausloggen, aber nicht löschen. Überall Texte, Banner, Klimbim - aber kein Ausgang. Erst über den Hilfe-Assistenten schaffe ich es, ich bin raus. Das Web 2.0 läuft nun ohne mich.
Ich sitze vor dem Laptop. Auf der Tastatur liegt ein Wust an Zetteln, ich versuche mich auf die Uni zu konzentrieren. Immer wieder checke ich meine Mails, das Handy. Nichts. Vier Stunden nach meinem Austritt die erste Reaktion. Meine beste Freundin, die treue Seele, ist entsetzt: "Du bist nicht mehr im StudiVZ??? Wie kann ich dich finden - anonym oder wirklich finito?" Ihre Entrüstung schmeichelt meinem Ego: Ich werde vermisst!
Man soll ja so alte Threads nicht wiederbeleben - in dem Fall ist die Versuchung zu gross: Klar, dass das Bashing von Web 2.0 Anwendungen nicht nur 2008 hip war, sondern auch heute noch... umso interesanter allerdings ist, dass [...] mehr...
Hier habe ich einen netten Blogeintrag entdeckt welche auch auf diesen Spiegel Artikel verweist. In dem Blogbeitrag werden einem unteranderem auch Anleitungen bereitgestellt wie man sich von den größten Communities der Welt weider [...] mehr...
Ich persönlich finde diesen Artikel sehr gelungen. Für die meisten Menschen (insbesondere Jugendlichen) spielt sich heutzutage das Leben nur noch vor dem PC ab. Nach der Schule/Uni geht man gleich ins ICQ oder MSN und chattet, [...] mehr...
Sehr gute Wahl - man wird unbemerkt zum Knecht der Technik. Ein Blackberry ist ja auch eher "arbeitgeber-freundlich".... Alle Dienste haben 2 Seiten - will man z.B. mal eben günstig per Skype telefonieren.. melden sich sofort 2-3 [...] mehr...
Danke für den Artikel. Kein Mensch lebt im realen Leben in einem Schaufenster warum soll das also gut sein sich vor aller Welt auszuziehen. Hey die Sonnescheint draußen, die Luft riecht nach Frühling und es ist herrlich warm. In [...] mehr...
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