Von Mathias Irle und Christoph Koch
Im Lebenslauf der Karrieristin ist die Hochschule nur eine Zwischenstation, ein Sprungbrett - auch wenn sie das natürlich vehement bestreitet. Zu sehr ist sie damit beschäftigt, die "offene Kommunikationsatmosphäre" und die "engagierten und wissbegierigen Studenten" zu loben, wo auch immer sie ein Reportermikrofon sieht.
Gleichzeitig lässt sie keine Gelegenheit aus, den "Elfenbeinturm Wissenschaft" anzuprangern und mit Modernisierungsvorschlägen auf sich aufmerksam zu machen. Diese hat sie zwar allesamt von dem US-College abgeschaut, an dem sie zwei Semester studiert hat, im verschlafenen Deutschland kommt sie damit dennoch als wagemutige Reformerin in die Presse.
Dass die Karrieristin in ihren Seminaren ständig prominente Gastredner "aus der Praxis" begrüßt, festigt nicht nur ihren Ruf als Macherin - sondern vor allem ihre eigenen Verbindungen zu Wirtschaft und Politik.
Und so ist es kein Wunder, dass das Dozenten-Wunderkind eines Tages genauso schnell wieder verschwindet, wie es gekommen ist: Jetzt sitzt sie auf einem gutbezahlten Vorstandsposten.
So gehst du mit ihr um: Biete ihr an, statt deiner Abschlussarbeit die Erstellung einer Homepage für den Alumni-Verein zu übernehmen, den sie gerade gegründet hat. Das bringt dir ihre ewige Dankbarkeit und kostet dich etwa ein Zwanzigstel der Zeit.
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