Von Mathias Irle und Christoph Koch
"Veranstaltungsbeginn: Dritte Vorlesungswoche" - am notorisch verspäteten Seminareinstieg kann man den schamlos Faulen ebensogut erkennen wie an seiner durchgängigen Bräune, die er sich auf seinem Segelboot erwirbt.
Auf die verwunderte Frage, wie es denn möglich sei, dass sein Wohnort rund 800 Kilometer von der Uni-Stadt entfernt liegt, in der er doziert, antwortet der schamlos Faule lächelnd, Astronauten würden schließlich auch nicht auf dem Mond leben, obwohl sie dort arbeiten.
Im Sommersemester legt er sein komplettes Seminarangebot auf den Donnerstag - im Wissen, dass auf diesen Tag die meisten Feiertage fallen. Ansonsten reißt er die Kursangebote, zu denen ihn sein Beamtenstatus verpflichtet, bevorzugt als Wochenendseminare ab.
"Familiäre Verpflichtungen" zwingen ihn dabei zwar meist zu einer verspäteten An- und verfrühten Abreise, aber Fragen nach seiner Anwesenheit bleiben erfolglos: "Stechuhrmentalität", schimpft der schamlos Faule dann nur - und "Wenn Sie wüssten, wie viel ich pro Woche arbeite!"
Gut für ihn, dass die Studenten sich weniger für seine Arbeitszeit interessieren als für ihre eigene - und deshalb selbst so viele Donnerstagskurse belegen wie möglich.
So gehst du mit ihm um: Finde heraus, auf welchem Golfplatz er die Tage verbringt, an denen seine Seminare "aufgrund von Krankheit" ausfallen. Dort zwinkerst du ihm an der Bar des Clubhauses verschwörerisch zu: "Sport und frische Luft sind manchmal die beste Medizin."
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