Müsste ich das WWW aufmalen, es wäre die Unterwelt unter der Oberwelt: ein Schwarzes Zeitloch, eine gigantische Metropolis mit glitzernden Wolkenkratzern und bodenlosen, süchtigen Schluchten.
Diese Megacity würde nicht in die Breite wachsen - sie würde in die Höhe explodieren. Stockwerk für Stockwerk entstehen neue Seiten. Hier kann man seine Zeit verlieren!
Der Satz "Hast du die Mail nicht bekommen?" hat mich in der vergangenen Woche mehrmals täglich daran erinnert, dass ich gerade nicht dazugehöre. Mal verpasste ich einen Termin, mal war ich der einzige, der da war. Ich erfuhr nichts von Hausaufgaben und nichts von deren Fristen. 79 Nachrichten warten jetzt im Postfach. Ich will unbedingt lesen, was los ist. Und mir graut davor, auch nur eine Minute länger vorm Bildschirm zu hängen.
Nach wenigen Minuten im Kosmos bin ich wieder ganz der Alte: Maus und Tastatur sind Verlängerungen meiner Hände und meiner Sucht.
Vor einer Woche hatte ich mir zwei Fragen gestellt: Kann ich auf das Internet verzichten? Oder kommt meine Generation nicht mehr ohne den Dauerdraht ins Web aus?
Die Antworten: Ja. Und ja.
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