Man muss nicht unbedingt Besserwisser sein. Aber es hilft ungemein. Klugscheißer haben einfach die besten Chancen. Ich liebe unnützes Wissen, deswegen behalte ich es. Wer seinen Kopfinhalt streng nach Brauchbarkeit sortiert, wird es schwer haben. Außerdem wichtig: Man muss Generalist sein. In jedem Quiz werden dieselben Kategorien abgeklappert - Biologie, Geschichte, Musik, Promis, Fernsehen, Geografie.
Ein guter Quizkandidat hat von allem eine Ahnung. Das Spezialwissen hilft nur bei den letzten Fragen - in meinem Fall ist das Geschichte. Ich schätze, dass ich neun von zehn Fragen aus diesem Gebiet beantworten kann. Ein Biologe hat wahrscheinlich eine ähnliche Quote in seinem Lieblingsfach.
Aber: Wer Peter Zwegat mit einem olympischen Springreiter verwechselt, bekommt kaum die Chance, bei der Millionenfrage zu glänzen. Dann geht es mit 500 Euro nach Hause. Und wer immer nur Arte schaut, lebt bei "WwM" gefährlich. Mein Tipp: Ruhig mal "Exclusiv" gucken - auch wenn's weh tut.
Seit Januar bin ich an der Henri-Nannen-Schule in Hamburg. Auch hier hat mir meine Quizerfahrung geholfen. Denn zum Aufnahmeverfahren der Journalistenschule gehört auch ein Wissenstest. Der gilt als besonders fies.
Ich fand ihn nicht so schlimm: Immerhin haben mir diesmal nicht Millionen Deutsche dabei zugesehen. Und im Fall einer Totalblamage wäre mein Zettel im Papierkorb gelandet und nicht bei Stefan Raab.
Aktiv bewerbe ich mich nicht mehr für Quizshows, aber manchmal kommen die Quizshows noch zu mir: Als ich im Oktober auf Wohnungssuche in Hamburg war, hatte ich noch eine Stunde totzuschlagen, bis mein Zug fuhr. In der Europapassage castete der NDR für das "Das große Jahresquiz".
Da bin ich natürlich gleich hin und habe am Ende eine Reise nach La Gomera gewonnen. Gelernt ist gelernt.
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